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Die Erholungswirkung klimafitter Wälder erheben

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Österreichs Waldmonitoringsysteme bilden die Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtswirkung sowie deren Veränderungen im Zuge des Klimawandels gut ab. Aber zur vierten im Forstgesetz festgelegten Wirkung der Erholung weiß man wenig. Eine Umfrage soll herausfinden, welche Bedeutung diese für die Bevölkerung hat.  

90% der Bevölkerung geht regelmäßig in die Natur, am liebsten in den Wald. Bewegung und Natur sind für viele ein gesundheitlich notwendiger Ausgleich, da ihr Alltag in bebauter Umgebung mit wenig Bewegung und Naturkontakt einhergeht. Die Covid 19-Pandemie verdeutlichte den Wert der Erholung, aber auch die Notwendigkeit einer Strategie für ihren Erhalt und für ein konfliktarmes Zusammenspiel mit den anderen Waldwirkungen. In dieser Zeit bekam, die Naherholung, z.B. das Anreiseverhalten, einzelne Aktivitäten wie Skitourengehen oder Mountainbiken und Radfahren mediale Aufmerksamkeit. 

Hochrechnungen legen nahe, dass diese inzwischen Breitensportarten sind und eine Bedeutung für die Walderholung haben. Die Anzahl Skitourengeher:innen ist seit 2015 um ca. 200.000 auf 700.000 Personen gestiegen und dem Radfahren und Mountainbiken in der Natur gehen schätzungsweise 800.000 Personen  nach. Andere Aktivitäten, wie das Geocachen, deren Teilnehmerzahl anfangs schnell wuchs, stagnieren nach einigen Jahren auf niedrigem Niveau  und haben vermutlich nur eine geringe Bedeutung für den Wald.

Welche Bedeutung die Erholungswirkung des österreichischen Waldes für die Bevölkerung hat, dazu weiß man nur wenig. Im vom Waldfonds finanzierten Projekt REFOMO werden vom Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur (BOKU, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung) die bestehenden Waldmonitoringsysteme erstmalig um die Erholungswirkung ergänzt. „Ziel ist es, die Qualität des österreichischen Waldes als Erholungsraum zu messen. Wie häufig wird der Wald genutzt? Welche Erholungsaktivität findet dort statt? Wie gut ist der Wald zugänglich? Und welche Einstellung hat die Bevölkerung zum Wald?“, erklärt Annick Kleiner, Projektleiterin am BFW.

Im Fall von Wald fragt man am besten diejenigen, die ihn zur Erholung nutzen. Bundesweit wird eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durchgeführt, die um Interviews mit Waldbewirtschafter:innen ergänzt wird.

Ergebnisse in die Praxis bringen

Das Wissen über die Qualität der österreichischen Wälder als Erholungsraum dient als Grundlage für Management, Besucher:innenlenkung und Interessensausgleich. Zudem ermöglicht es ein frühzeitiges Erkennen von Veränderungen. Die Ergebnisse werden mit Waldbesitzer:innen und Vertreter:innen der Freizeit- und Erholungsnutzung im Rahmen des Walddialogs Anfang 2025 diskutiert.

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