Wir alle sind Wien: Vizebürgermeister Wiederkehr bei Cop & Che–Schulworkshop | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Wir alle sind Wien: Vizebürgermeister Wiederkehr bei Cop & Che–Schulworkshop

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Seit September 2023 läuft das von der Stadt Wien initiierte Pilotprojekt “Wir alle sind Wien” zur Extremismus-Prävention. An zehn Wiener Mittel- und Berufsschulen werden dafür Workshops gehalten um die Resilienz junger Wiener*innen gegenüber extremistischen Strömungen zu stärken.  

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr machte sich nun persönlich ein Bild davon, wie die Workshops in den Schulen ablaufen. Dazu besuchte er einen Workshop in einer Polytechnischen Schule im 20. Bezirk. Dort führten Cop & Che (Der Polizist und der Tschetschene), ein Grätzlpolizist und ein tschetschenischer Jugendlicher, einen Workshop mit den rund 20 Schüler*innen zum Thema Jugenddelinquenz und Umgang mit der Polizei durch. 

"Es ist schön zu sehen, wie neue Formate positiv in der Schule aufgenommen werden und wie die Jugendlichen reagieren. Erst wenn wir Dinge explizit ansprechen und vor Ort aktiv agieren, können wir positive Resultate sehen. Wir müssen schneller sein als Extremisten und unsere Jugendlichen vor radikaler Einflussnahme in alle Richtungen schützen. Jugendliche sind oft das Ziel von radikalen Gruppierungen, um ihre Ideologien zu verbreiten und unsere Gesellschaft zu spalten", äußerte sich Vizebürgermeister, Bildungs- und Jugendstadtrat Christoph Wiederkehr. 

Durchgeführt wird das Projekt von der Beratungsstelle Extremismus von Boja (bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit) in Kooperation mit KUS – Netzwerk für Bildung, Soziales, Sport und Kultur. Sie ist die bundesweite Anlaufstelle für alle Fragen rund um den Themenkomplex Extremismus und Radikalisierung.  Das Pilotprojekt wird vom Institut für Konfliktforschung wissenschaftlich begleitet, evaluiert und auf Basis dessen weiterentwickelt. Die Schüler*innen werden jeweils vor und nach einem Workshop befragt, Social-Media-Beiträge werden analysiert und es findet teilnehmende Beobachtung statt.  

Verena Fabris von der Beratungsstelle Extremismus freut sich, dass die Grundidee des Projektes, Online- und Offline-Komponenten zu verbinden, aufgegangen ist: „In den Workshops produzieren die Schüler*innen gemeinsam mit unseren Testimonials Inhalte zu für sie relevanten Themen. Wir haben mit diesem Content bisher über 3,5 Millionen Views erzielt. Damit leisten wir einen Beitrag zum Motto des Projekts #WirAlleSindWien: Wir alle leben in Wien und wünschen uns ein friedliches, respektvolles Miteinander. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung ist das ein wirkungsvolles Narrativ gegen die Spaltung.

Primäre Extremismusprävention mit digitalen Vorbildern

Angesiedelt ist das Projekt "#WirallesindWien" auf der Ebene der primären Extremismusprävention. Gemeinsam mit Role Models und digitalen Vorbildern, mit denen sich Jugendliche identifizieren können, werden die Schulworkshops durchgeführt. Vier Formate mit Online-Persönlichkeiten zu vier Themengruppen (Jugenddelinquenz und Polizeigewalt, Queerfeindlichkeit, Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus sowie Rassismus und Aktivismus) wurden dafür entwickelt. Jedes Format wird an mindestens zwei Schulen umgesetzt.

Während des Besuchs der Workshops erkundigte sich Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr sowohl bei den digitalen Vorbildern als auch bei den Schülern, was sie von diesem neuen Format gelernt haben.  

"Bei den Schulworkshops wurde deutlich, dass die Jugendlichen noch immer viele Fragen zu Recht und Unrecht haben, die es zu beantworten gilt. Wichtig ist uns, jede Frage ernst zu nehmen und auch zu beantworten. Reden ist der Schlüssel, um jeden Konflikt zu lösen", sagen dazu die beiden Tiktok-Größen Cop & Che. Der Grätzlpolizist Uwe Schaffer arbeitet bereits seit 2022 mit Achmad an originellen Video zum Thema Jugenddelinquenz zusammen. Achmad hatte einst Probleme mit dem Gesetz, jetzt ist der Tschetschene Aktivist und Präventionsarbeiter.

Abbau von Vorurteilen und Stereotypen

"Wir haben den Polizisten auch lustige Sachen gefragt: Ob Polizisten wirklich Donuts essen. Achmad hat uns von seiner Zeit im Gefängnis erzählt. Uwe, der Grätzlpolizist hat uns gesagt, dass die Polizei bei Notfällen fünf Minuten braucht. Ich habe außerdem gelernt, dass Polizisten nicht nur streng sind und das Video produzieren war cool“, sagte die 14-jährige Schülerin Samantha nach dem Workshop in der Polytechnischen Schule beim Handelskai.  

Die Workshop-Formate: 

+ Cop & Che: Jugenddeliquenz, Umgang mit der Polizei und Polizeigewalt

+ Schwester Ebra: Queer-Feindlichkeit und Sexismus

+”Jude und Muslim” (Benyamin Witt von LIKRAT und Džemal Šibljaković von IGGÖ):Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus

+ Noomi Anyanwu (Mitinitiatorin Black Voices-Volksbegehren): Rassismus und Aktivismus 

Ablauf der Workshops: Interaktive Diskussion und Content-Produktion 

Die Schulworkshops bestehen aus drei Teilen: Zunächst stellen die Testimonials sich und ihre Geschichten vor. Danach werden die Themen vertieft und die Jugendlichen aktiv mit einbezogen. Im dritten Teil des Workshops werden gemeinsam mit den Jugendlichen Social-Media-Inhalte produziert. Der entstandene Content fließt in die begleitende Online-Kampagne ein. Einzelne Videos haben bis zu einer halben Million Views. 

Online-Kampagne: Themenspezifischer Content auf Instagram und TikTok 

Die Online-Kampagne begleitet die Workshops und beinhaltet vorab produzierte Clips sowie Hauptvideos. Die Online-Kampagne läuft auf TikTok und auf Instagram, um die Nachhaltigkeit des Projektes zu sichern. Mithilfe von Clips und Videos mit bekannten Vorbilder sollen junge Wiener*innen auch online erreicht werden. Ziel ist die Stärkung der demokratischen Grundwerte, darunter Vielfalt, Freiheit und Gleichheit. 

Instagram:@wirallesindwien

TikTok:@wirallesindwien

Projekt basiert auf Empfehlungen von Extremismus-Studie 

Die Projektidee basiert auf Empfehlungen des Abschlussberichts der Studie „Prävention findet Stadt“ von Nicolas Stockhammer, die er für die Stadt Wien im Anschluss an den Terroranschlag 2020 durchführte. Er empfiehlt darin unter anderem eine strukturelle und permanente Integration von alternativen Erzählungen, um extremistischen Tendenzen in der Gesellschaft wie Rechts- oder Linksextremismus oder Jihadismus entgegenzuwirken. Als ein wichtiges Handlungsfeld im Bereich der Extremismusprävention der Stadt identifizierte Stockhammer die Schule.  

Die Beratungsstelle Extremismus von Boja im Detail 

Boja vertritt das Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit in Österreich und versteht sich als Kompetenzzentrum, als Service- bzw. Vernetzungsstelle, als Plattform für Wissens- und Informationsaustausch sowie als Fachstelle für Qualitätsweiterentwicklung im Bereich Offene Jugendarbeit. Seit 2014 betreibt Boja die Beratungsstelle Extremismus als bundesweite Anlaufstelle für das Thema Extremismus. Seitdem haben über 30.000 Personen die Angebote der Beratungsstelle Extremismus (Workshops/Fortbildungen sowie die Helpline) in Anspruch genommen. Die Beratungsstelle Extremismus hat bisher über 1.000 Fort- und Weiterbildungen durchgeführt, an denen über 21.000 Personen teilnahmen.   

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