55 beschlagnahmte Tiere: 11 Monate und 11 Tage Ungewissheit vorbei | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

55 beschlagnahmte Tiere: 11 Monate und 11 Tage Ungewissheit vorbei

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Fast ein Jahr, nämlich genau 11 Monate und 11 Tage, nachdem die Behörde wegen eines Tierhaltungsverbots 55 Hunde, Katzen und ein Kaninchen von einer Züchterin in Gilgenberg (Bezirk Braunau, OÖ) beschlagnahmt und dem Tierschutzhof PFOTENHILFE übergeben hatte, dürfen die Tiere endlich vermittelt werden. Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler ist erleichtert: "So einen aufwendigen und auch emotional belastenden Fall hatten wir auch noch nie! Es ist mehr als überfällig, dass wir für diese vielen unschuldigen Tiere endlich ein Zuhause suchen dürfen." (Zur Vorgeschichte)

Wie kam es zu dem ausufernden Verfahren? 

Der Anwalt der Züchterin hatte unter anderem gegen das Tierhaltungsverbot und die Tierabnahme am 7. Februar 2023 Rechtsmittel ergriffen. Zudem wurde versucht, durch Scheinweitergaben das Tierhaltungsverbot zu umgehen sowie durch teils in der Umgebung versteckte Tier die behördliche Abnahme zu verhindern. Bis heute besteht der Verdacht, dass damals nicht alle Tiere gefunden wurden. 

Dadurch kam es zu monatelangen Verfahren vor dem Landesverwaltungsgericht in Linz, während denen die Pfotenhilfe die Tiere nicht weitergeben durfte. Aufgrund der Beweislage und weil sich die Betroffenen in Widersprüche verwickelten, hat das Gericht letztlich die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen bestätigt. Am 18. Jänner 2024 kam dann endlich die positive Nachricht: Die Tiere sind nicht mehr im Eigentum der Züchterin und dürfen daher vermittelt werden.

Währenddessen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs weiter, weil es zahlreiche Anzeigen von Käufern wegen Krankheiten und gefälschten Dokumenten gibt, aber auch wegen Tierquälerei, denn: "Die Zustände waren wirklich schockierend und erbarmungswürdig. 27 der 29 Katzen waren zusammen auf den völlig zugekoteten Dachboden eines Nachbarn gesperrt, wo nur trockenes Hundefutter in großen Brocken und eingefrorenes Wasser vorgefunden wurden. Die armen Tiere haben vor Durst so laut geschrien, dass man sie schon im Erdgeschoß hörte! Den Tieren stand in dem zugigen Dachboden weder eine Katzentoilette noch eine einzige Decke zur Verfügung. Sie hatten diverse Krankheiten, wahren verwahrlost, litten unter Parasitenbefall und waren teilweise stark verfilzt, hatten Ohren- und Augenentzündungen, Schnupfen und Durchfall. Viele der Katzen waren stark dehydriert", erinnert sich Stadler. "Die Hunde waren in alten Verschlägen und Containern ohne Heizung bei zweistelligen Minusgraden eingesperrt. Auch hatten starke Augen- und Ohrenentzündungen, Parasitenbefall, Verfilzungen, Durchfall und einer sogar illegal kupierte Ohren." 

Pfotenhilfe-Vermittlungstelefon läuft heiß

Die Tiere suchen jetzt dringend ein Zuhause, denn sie haben fast ein Jahr umsonst gewartet. Sie wurden zwar bestmöglich umsorgt und tierärztlich behandelt, die Hunde durften aber nicht einmal kastriert werden und mussten deshalb nach Geschlechtern getrennt werden, was zusätzlichen Aufwand und Platz erforderte und teils gesundheitliche Probleme verursachte. Dies wird jetzt rasch nachgeholt und dann dürfen sie, so wie die Katzen bereits jetzt, adoptiert werden.

Alle Infos zur Tiervergabe am Tierschutzhof Pfotenhilfe findet man auf www.pfotenhilfe.at

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