Stadt Wien investiert 150 Mio. Euro jährlich für bessere Vergütung im Wiener Gesundheitsverbund | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Stadt Wien investiert 150 Mio. Euro jährlich für bessere Vergütung im Wiener Gesundheitsverbund

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„Die ausgezeichnete und unverzichtbare Arbeit der Menschen, die unsere städtischen Kliniken und Pflegewohnhäuser täglich am Laufen halten, muss honoriert werden. Die Stadt Wien stellt daher nach sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen mit der younion_Die Daseinsgewerkschaft zusätzliche Mittel in der Höhe von 150 Millionen Euro zur Verfügung“, sagt Bürgermeister Michael Ludwig anlässlich der Präsentation des Personalpakets für den Wiener Gesundheitsverbund. Denn die öffentlich zugängliche, kostenlose Gesundheitsversorgung für alle in Wien Lebenden unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit sei ein Grundpfeiler der Daseinsvorsorge in der Bundeshauptstadt. Voraussetzung dafür ist ein motiviertes und den Leistungen entsprechend entlohntes Personal, so der Wiener Bürgermeister.

„Als erster Schritt wird die Vergütung der besonders belastenden Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit deutlich erhöht. Die Kolleginnen und Kollegen im Wiener Gesundheitsverbund werden die Anhebung dieser Gehaltsbestandteile schon ab dem Frühjahr 2024 auf ihren Gehaltsabrechnungen sehen“, erklärt Christian Meidlinger, Chefverhandler seitens der Gewerkschaft, die gemeinsam beschlossenen Maßnahmen. „Es war uns ein zentrales Anliegen, die Leistungen aller wertzuschätzen, deshalb werden diese Zulagen für das gesamte Team Gesundheit erhöht. Denn alle Berufsgruppen tragen zu einer funktionierenden Versorgung bei und dieser Einsatz verdient Anerkennung“, betont Edgar Martin, Vorsitzender der Hauptgruppe II in der younion. Er sieht im Ergebnis auch einen Erfolg im Kampf gegen den Fachkräftemangel: „Wir machen damit Arbeit im Wiener Gesundheitsverbund spürbar attraktiver und leisten einen wichtigen Beitrag für mehr Personal.“

„Wir haben als Stadt die Verantwortung, gute Arbeits- und Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Denn sie sichern die beste Gesundheitsversorgung für unsere Bevölkerung“, betont Personalstadtrat Jürgen Czernohorszky. „Hier ist uns in einer gemeinsamen Anstrengung, ein wichtiger erster großer Schritt gelungen. Wir verbinden damit auch ein klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft, die in Wien aktiv gelebt wird: Große personalpolitische Herausforderungen werden auf Augenhöhe angegangen – gemeinsam sorgen wir dafür, dass die Stadt Wien die beste Arbeitgeberin ist und bleibt.“

Phase I: Zulagenerhöhungen und Ausbildungsoffensive

„Nach einer genauen Analyse der Rahmenbedingungen haben wir in den Verhandlungen mit den Expert*innen aus dem Wiener Gesundheitsverbund und der Gewerkschaft eine Vielzahl von effektiven Maßnahmen erarbeitet, die sowohl kurz-, wie mittel- und langfristig spürbare Verbesserungen für die WIGEV-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bringen werden“, legt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker dar. „Ab dem 1. Februar 2024 werden wir die Zulagen für Sonn- und Feiertagsdienste sowie Nachtdienste massiv erhöhen“, kündigt Hacker an. „Wir wissen, dass auch das kurzfristige Einspringen für erkrankte Kolleg*innen eine besondere Herausforderung ist. Auch diese Bereitschaft zum Einspringen werden wir ab dem 1. Februar 2024 mit zusätzlichen 130 Euro pro geleistetem Dienst vergüten“, so Hacker weiter. Dazu betonte Edgar Martin von der younion: „Kurzfristige Dienstplanänderungen belasten das Familien- und Sozialleben. Darum war uns dieser finanzielle Ausgleich ein großes Anliegen.“ „Ein weiterer wichtiger Punkt in der Phase I ist die Stärkung der ärztlichen Ausbildung“, sagt Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes. „Das jährlich zur Verfügung stehende Kontingent von Ausbildungszeiten wird von bisher 6,5 auf 10 Tage erhöht. Zusätzlich kann jede Ärztin bzw. jeder Arzt auf 1.000 EUR Fortbildungsgeld zugreifen, welches bei Nicht-Verbrauch auch ins darauffolgende Jahr mitgenommen wird.“

Eine umfassende Ausbildungsoffensive, deren Kernstück die Anstellung von 350 Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege und in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten im kommenden Jahr und 700 Anstellungen im Jahr 2025 bildet, rundet das Personalpaket ab. „Mit der Anstellung von Auszubildenden haben wir die Möglichkeit sehr früh eine Bindung zu den künftigen Fachkräften aufzubauen“, erklärt Kölldorfer-Leitgeb den Vorteil. „Gleichzeitig erhöhen wir die Anzahl der Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter“. Auch im medizinischen Bereich wird die Zahl der Ausbildungsstellen erhöht: „Wir müssen verstehen, dass der Wiener Gesundheitsverbund nicht nur für seinen eigenen Betrieb ausbildet, sondern auch für den niedergelassenen Bereich und die ländlichen Gebiete. Dem tragen wir Rechnung, indem wir die Anzahl der Ausbildungsplätze erhöhen“, erklärt Peter Hacker.

Phase II: Attraktivierung des Wiener Gesundheitsverbundes als Arbeitgeber

In der ersten Phase geht es um schnell greifende Sofortmaßnahmen, welche die besonderen Leistungen der Mitarbeiter*innen in den WIGEV-Kliniken honorieren. Mittel- und langfristig muss in den verschiedensten Bereich daran gearbeitet werden, den Wiener Gesundheitsverbund als Arbeitgeber attraktiv zu halten. „Wir stehen bundesweit in Konkurrenz um die besten Fachkräfte“, betont WIGEV-Generaldirektorin Kölldorfer-Leitgeb. „Das bedeutet, dass wir alle unsere Möglichkeiten nutzen müssen, uns als Wiener Gesundheitsverbund für qualifizierte Menschen in den verschiedensten Fachbereichen attraktiv zu halten und noch attraktiver zu werden.“  Der Vorsitzende der younion_Die Daseinsgewerkschaft Christian Meidlinger sieht darin die Bestätigung des gewerkschaftlichen Kurses und kündigte weitere Verhandlungsziele an: „Wir werden für weitergehende Maßnahmen kämpfen. Mittelfristig müssen auch Gehaltsschema und Arbeitszeitmodelle auf den Verhandlungstisch.“ 

Info: https://gesundheitsverbund.at

(Schluss)

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