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Die Wiener Frauengesundheitswoche ist zurück

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Von 3. bis 7. Oktober ist es wieder soweit – die Wiener Frauengesundheitswoche bietet zum zweiten Mal ein breites Spektrum an hilfreichen Ansätzen und wichtigen Informationen für Frauen in allen Lebenslagen. Jetzt neu: mit einer zweitägigen Gesundheitsstraße im Wiener Rathaus.

Gesund durch Wissen
Oberstes Ziel dieser Informationskampagne ist, das Bewusstsein für Frauengesundheit nachhaltig zu stärken. Daher beleuchten in dieser Woche hochrangige Expert*innen in Live-Streams und Gesundheitsstraßen die vielseitigen Herausforderungen der Frauengesundheit.

Gemeinsam Lösungen finden
Gerade in der heutigen Zeit ist das Thema Frauengesundheit aktueller denn je, bestätigt Kristina Hametner, die Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit: „Wir erleben momentan belastende Zeiten. Pandemie, Klimawandel, der Ukraine-Krieg und seine Folgen beanspruchen Frauen mit ihren vielfältigen Rollen und Aufgaben oft stärker. Umso wichtiger ist es für sie, auf ihre Gesundheit zu achten. Daher steht bei der Wiener Frauengesundheitswoche ihre Gesundheit klar im Zentrum, in allen Facetten.“

Um die vielseitigen Themen übersichtlich zu gestalten, werden an den einzelnen Tagen Themenschwerpunkte gesetzt. So liegt am Montag, dem 3. Oktober, der Fokus auf Corona.

Die gesundheitlichen Folgen der Pandemie
Sowohl die Chancen und Konsequenzen von Homeoffice und Homeschooling werden unter anderem im Live-Stream diskutiert, als auch die unterschiedlichen Auswirkungen von Long Covid auf Frauen und Männer. In ihrer Funktion als Leiterin der kardiologischen Long-Covid-Ambulanz im AKH Wien greift Mariann Pavone-Gyöngyösi in diesem Bereich auf weitreichende Erfahrungen zurück.

Frauen und ihr Körper
Am Dienstag stehen „Frauen und ihr Körper“ im Vordergrund. Diese thematische Klammer beinhaltet Endometriose, aber auch den Frühabort, bei dem Maria Kastanek als Ärztin in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in der Klinik Ottakring ihre Erfahrungen einfließen lässt. Diskutiert werden in diesem Zusammenhang auch die medizinischen Ursachen und die begleitenden seelischen Belastungen. Mögliche Hilfestellungen mit aktuellen Einblicken liefert die klinische und Gesundheitspsychologin Monika Schmidt-Weiss.

Bewusste Reife
Der Mittwoch steht im Zeichen des gesunden Alterns. Oftmalige Tabuthemen wie die Wechseljahre werden ohne Berührungsängste mit Veronika Pelikan vom Online-Portal www.wechselweise.net beleuchtet und erklärt. Miriam Hufgard-Leitner beschäftigt sich im Anschluss mit den oft unterschätzten Vorsorgeuntersuchungen, bevor dieser Themenschwerpunkt mit den heutigen Altersbildern sein Ende findet.

Zurück in die Schule
Am Donnerstag geht die Wiener Gesundheitswoche zur Schule. An diesem Tag geht es um „Nächster Halt: Intimzone“ und Expert*innen stehen den Schüler*innen Rede und Antwort Am gleichen Tag findet um 18:00 Uhr auch ein „Talk on Air“ statt. Die Präsidentin des Berufsverbands Österreichischer Psycholog*innen Beate Wimmer-Puchinger konzentriert sich gemeinsam mit Frauengesundheitsexpertin Mag.a Eva Trettler hier auf die psychische Gesundheit, besonders im Zusammenhang mit Corona.

Cineastisches Finale im Rathaus
Die Abschlussveranstaltung der zweiten Wiener Frauengesundheitswoche findet im Wiener Rathaus statt. In diesem Rahmen wird um 19:00 Uhr ein berührender Film über starke Frauen gezeigt, die gesundheitliche Krisen überwunden haben.

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sieht die Wiener Frauengesundheitswoche als große Chance für ein besseres Verständnis und mehr Sicherheit:

„Die Herausforderungen für Frauen in unserer Gesellschaft ändern sich ständig. Daher ist es umso wichtiger, für eine gesunde Basis zu sorgen. Gezielte Information und ein bewusster Umgang mit den vielseitigen gesundheitlichen Aspekten des Alltags sind ein wichtiger Schritt für eine gesunde Zukunft. Ich freue mich, dass wir mit der zweiten Wiener Frauengesundheitswoche dieses Jahr wieder neue Impulse für alle Frauen anbieten können.“

Landessanitätsdirektorin Dr.in Ursula Karnthaler war ab 2008 Leiterin des damaligen Fachbereichs Infektionsvorsorge der Stadt Wien, dann Leiterin der Geschäftsstelle der Landessanitätsdirektion, ab 2019 Covid 19-Projektleiterin für medizinische Angelegenheiten:

„Frauengesundheit und genderspezifische Medizin sind für mich wichtig, weil die geschlechterspezifischen Lebensphasen mit unterschiedlichen Belastungen verbunden sind, denen es zu begegnen gilt. Auch äußern sich Krankheiten zum Teil bei Frauen und Männern unterschiedlich. Auch die Medikamentenwirkung kann sich bei ihnen unterscheiden. Daher ist es wichtig, dass es dazu Forschung gibt und alle darüber Bescheid wissen.“

Universitätsprofessorin Dr.in  Mariann Pavone-Gyöngyösi, Leiterin der kardiologischen Long-COVID-Ambulanz und Cardiac Translational Research Lab an der klinischen Abteilung für Kardiologie, Universitätsklinik Innere Medizin II, Medizinische Universität Wien:

„Eine gesunde Frau kann sich am besten um ihre Familie kümmern.“

DDr. Ralf Harun Zwick, Ärztlicher Leiter für Ambulante Internistische Rehabilitation der Therme Wien Med:

"Wir konnten von Beginn der Pandemie an sehen, dass Frauen überproportional mit den Folgen einer SARS-CoV2 Infektion zu kämpfen haben. In der Reha sehen wir zu 60% Frauen im Alter von knapp über 40, die sich in sehr komplexen Lebenssituationen befinden. Wir sind gerade dabei, Genderunterschiede wissenschaftlich zu analysieren, um die Details besser zu verstehen."

Dr. med. Maria Kastanek ist als Ärztin an der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Klinik Ottakring tätig:

„Frauengesundheit ist ein oft vernachlässigter Bereich der Medizin. Ich beschäftige mich mit dem gesamten Spektrum der Frauenheilkunde, aber die empathische Betreuung von Frauen, & Mädchen in Ausnahmesituationen wie (Fehl-)Geburten aber auch nach sexuellen Übergriffen und häuslicher Gewalt liegt mir besonders am Herzen.“

Mag.a Monika Schmidt-Weiss ist klinische und Gesundheitspsychologin, akademische Trauertherapeutin und Resilienzberaterin sowie Leiterin der Kinderwunsch AG beim BÖP:

„Für Frauen gibt es durch die Mehrfachbelastungen im Laufe des Lebens besondere Herausforderungen und auch Hürden, denen sich so manche Frau stellen muss. Die Vielfalt der für Frauen belastenden Themen zeigt, wie wichtig es ist, für Frauen ein gutes Gesundheitsnetz aufzubauen und diese bei ihren Herausforderungen zu unterstützen und begleiten.“

Dr.in Miriam Hufgard-Leitner, MSc.ist wissenschaftlich und ärztlich an der MedUniWien als Fachärztin für Innere Medizin mit Fokus auf Endokrinologie und Stoffwechsel tätig. Spezialisiert auf seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen und Expertin für Gender Medicine:

„Die Gesundheit von Frauen ist mir ein besonderes Anliegen, weil ich täglich erlebe, wie meine Patientinnen auf sich selbst vergessen, keine Zeit und kaum Ressourcen haben, sich um sich und ihre Gesundheit ausreichend zu kümmern. Ursächlich sind natürlich die x-fachen Belastungen, denen Frauen in der Gesellschaft ausgesetzt sind. Wir brauchen hier sowohl individuelle und medizinische als auch gesellschaftspolitische Lösungen. Die Frauengesundheitswoche ist eine wichtige Institution, sowohl für die einzelne Frau, als auch für die Gesellschaft.“

Dr.in Mirijam Hall, Assistenzärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, arbeitet seit 2018 an der Klinik Ottakring. Neben ihrer Tätigkeit im Spital engagiert sie sich in der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung sowie in der Aidshilfe Wien. Seit Ausbruch der Pandemie forscht und publiziert Mirijam Hall zum Thema COVID-19 in der Geburtshilfe:

„Gesundheit ist politisch, deshalb engagiere ich mich als Ärztin und Feministin für ein gerechtes Gesundheitssystem für alle. Bis heute zahlen Frauen für ihre Gesundheit im Laufe ihres Lebens deutlich mehr als Männer und trotzdem wird an frauenspezifischen Themen weniger geforscht. Das muss sich ändern und deshalb bin ich froh, dass es Initiativen wie die Wiener Frauengesundheitswoche gibt, die den Fokus auf dieses Thema lenken.“

Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, die langjährige Leiterin des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Frauengesundheitsforschung und zweier Frauengesundheitszentren, Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien (1999 – 2015), ist wissenschaftliche Leiterin des Österreichischen Aktionsplans Frauengesundheit. Seit Juni 2017 ist sie Präsidentin des Berufsverbands österreichischer Psychologinnen und Psychologen:

„Es ist eine großartige Chance, dass Frauen eine ganze Woche sich aus erster Hand von Expertinnen und Experten über Unterschiede und spezielle Fragen zum Thema Frauengesundheit informieren können. Vielfältigst sind Mädchen tagtäglich mit Fragen zu selbstbestimmten Gesundheitsentscheidungen gefordert. Wie zum Beispiel Unzufriedenheit mit Aussehen, Sexualität und Empfängnisverhütung, gesellschaftlicher Druck einem Schönheitsideal zu entsprechen, Kinderwunsch und Co. bis zu sexistischen übergriffen und Gewalt. Da Frauengesundheit auch die gesellschaftliche Position von Frauen miteinschließt, ist das Angebot sehr breit. Im Fokus stehen Bedingungen, die Frauen krank machen und wie man diese verändern kann. Die Frauengesundheitswoche bietet daher fundierte Information zu Prävention, Gesundheitsförderung und frauenspezifische Aspekte von Krankheit. Natürlich geht es vor allem auch darum, wo Frau bei diversen Fragen Unterstützung bekommen kann. Eine große Chance für jede Frau – niederschwellig, verständlich, unterstützend und hilfreich.“

Ines Mayer, seit 2019 Obfrau von Endometriose Vereinigung Austria (EVA):

"Einer ganze Reihe an gesundheitlichen Problemen, die vorwiegend oder ausschließlich Frauen betreffen, wurde in den letzten Jahren nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Ein Paradebeispiel dafür ist die Endometriose. Wir müssen Strukturen schaffen, in denen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch das entsprechende Fachpersonal erkennt, wenn diese Krankheit auftritt und wie damit umzugehen ist – auch als Gesellschaft."

Veronika Pelikan ist seit 2021 Inhaberin und Herausgeberin des Portals „Wechselweise.net", das Informationen, Lifestyle und Online-Beratung zu den vielfältigen Themen der Perimenopause bietet und sich zum Ziel gesetzt hat, das Tabu der Wechseljahre zu brechen:

„Die Wechseljahre sind nach wir vor ein Tabu. Nicht nur die Betroffenen selbst, auch (Frauen-)Ärzt:innen sind oft nicht ausreichend mit dem Thema vertraut. Das führt dazu, dass viele Frauen (bei etwa einem Drittel beeinträchtigen Wechselbeschwerden die Lebensqualität stark) unnötig leiden, mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen werden oder sogar falsch therapiert werden, etwa bei hormonell ausgelöstem Herzstolpern oder depressiven Verstimmungen. Viele Erkrankungen, die Frauen mit zunehmendem Alter plagen, könnten vermieden oder gelindert werden, würden sie rechtzeitig entsprechend behandelt. Deshalb haben wir Wechselweise gegründet – um aufzuklären, zu informieren und nicht zuletzt auch um gemeinsam die positiven Seiten dieser neuen Lebensphase zu entdecken."

Angelika Hager leitet das Gesellschaftsressort im Nachrichtenmagazin „profil” und schreibt und recherchiert  am liebsten über die Themengebiete Feminismus, Genderdebatten, seelische Gesundheit, Psychologie sowie Bildung und Erziehungsthemen:

„Das Hirn gehört trainiert wie ein Muskel, vor allem im Reifungsprozess. Und niemand sollte die Macht der Seele unterschätzen. Unsere psychische Gesundheit trägt wesentlich dazu bei, wie wir Alter erleben werden. Eine große gesundheitliche Gefahr stellt die Einsamkeit dar, gegen die man bereits früh Vorsorgevorkehrungen treffen sollte.”

Starfotografin Inge Prader:

„Gesundheit ist alles was wir haben, leider vernachlässigen wir Frauen das viel zu oft. Als Multitasking-Genies laden wir uns viel zu viel auf und schauen dabei nicht auf uns selbst. Hören viel zu spät auf den eigenen Körper. Ich persönlich finde diese Initiative der Stadt Wien superwichtig und ganz großartig.“

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