Gaál: Wiener Wohnbaupreis 2024 bei Galaveranstaltung zu 40 Jahre wohnfonds_wien vergeben | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Gaál: Wiener Wohnbaupreis 2024 bei Galaveranstaltung zu 40 Jahre wohnfonds_wien vergeben

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Donnerstagabend ging im Wiener Rathaus die Verleihung des 4. Wiener Wohnbaupreises über die Bühne. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Jubiläum des wohnfonds_wien wurde das Projekt „Wald, wir kommen!“ in Währing als bester Wohnbau ausgezeichnet. Erstmals wurde in diesem Jahr der Wiener Wohnbaupreis in zwei weiteren Kategorien vergeben: Als „bester Gemeindebau NEU“ wurde der „Karlheinz-Hora-Hof“ im 2. Bezirk und als „bestes Quartier“ das „Quartier Breitensee“ im 14. Bezirk geehrt. Das Projekt der Baugruppe „Bikes and Rails“ im 10. Bezirk erhielt einen Anerkennungspreis der Jury. 

„Ehre, wem Ehre gebührt! – Der geförderte Wohnbau in Wien ist nicht umsonst ein internationales Aushängeschild unserer Stadt. Dabei gilt es den Wettbewerbsgedanken – im Sinne der Mieterinnen und Mieter – hoch zu halten. Sei es bereits im Rahmen der Konzeption durch die Bauträgerwettbewerbe oder nach der Fertigstellung nicht zuletzt durch den Wiener Wohnbaupreis 2024. Der wohnfonds_wien spielt dabei seit 40 Jahren einen entscheidenden Part. Dieses Jubiläum mit dem „Wohnbau-Oscar“ zu begehen, zeigt einmal mehr, welche Schlüsselrolle der wohnfonds_Wien im Wiener Wohnbaumodell einnimmt. 

Für die Auszeichnung mit dem Wiener Wohnbaupreis 2024 galt es jene geförderten Wohnprojekte zu finden, die mit innovativen und nachhaltigen Qualitäten ihrer Zeit ein Stück voraus waren und so Maßstäbe für kommende Bauvorhaben gesetzt haben. Mit dem Preis wird einmal mehr sichtbar gemacht, auf welch hohem Niveau bedarfsgerechter und gleichzeitig gut leistbarer Wohnraum in Wien geschaffen wird“, sagt Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.

Medienvertreter*innen sind eingeladen die Wohnbauprojekte am 13.6. bei einer geführten Tour vor Ort kennenzulernen.

„Wohnbau-Oscar“ seit 15 Jahren

Der Wiener Wohnbaupreis wurde 2009 auf Initiative des damaligen Wohnbaustadtrats und jetzigen Bürgermeisters Dr. Michael Ludwig ins Leben gerufen. Ausgelobt wird der Preis vom wohnfonds_wien, fonds für wohnbau und stadterneuerung. Dieser „Wohnbau-Oscar“ würdigt außergewöhnlich innovative Qualitäten von geförderten Neubauprojekten und -quartieren, die bereits erfolgreich aus den Qualitätsinstrumentarien Bauträgerwettbewerb und Grundstücksbeirat hervorgegangen sind und deren Beginn der Besiedelung im Zeitraum zwischen 1. August 2018 und 31. August 2023 liegt. Eine beachtliche Zahl von rund 180 geförderten Wohnbauten mit knapp 20.000 Wohnungen hatten das Potenzial, ihre ökonomischen, sozial nachhaltigen, architektonischen und ökologischen Qualitäten noch einmal unter Beweis zu stellen.

Bester Wohnbau

„Wald, wir kommen!“, ist ein Projekt in Holz-Hybridbauweise für leistbares Wohnen für junge Familien mit Fokus auf nachhaltige, ökologische Bauweise und genügend Freiraum als „Generationensoziotop“, also für generations-übergreifende, gemeinschaftliche Nutzungen. Es zeigt für den Ort eine sehr gute Maßstäblichkeit und dennoch sind hier 71 Mietwohnungen realisiert. „Das Projekt ist klug und nachhaltig in Konzeption und Umsetzung: Minimierung des Erdaushubs, Wiederverwendbarkeit von Fertigteil-Bauelementen, Verzicht auf Massivholzwände, reduzierter Einsatz von Gipskartonplatten, Verwendung emissionsarmer Baustoffe und einiges mehr. Das Prädikat ,gut durchdacht‘ gilt auch für das Energiesystem. Hier kommt eine sinnvolle Kombination aus Wärmepumpen und PV-Kollektoren zum Einsatz. Fußbodenheizung und bedarfsabhängige Steuerung von Licht und Wärme sind weitere Angebote, die die damals zukunftsweisenden ökologischen Innovationen geradezu abrunden. Und alles das wurde im Kostenrahmen des geförderten Wohnbaus umgesetzt“, betont Prof. DI Kunibert Wachten, Vorsitzender der Jury.

18., Pötzleinsdorfer Höhe 2A
Bauträger: EBG
Architektur: Arch. Krischanitz
Landschaftsplanung: Lindle Bukor
Soziale Begleitung: Sonja Gruber 

Zudem wurde in der Kategorie „Bester Wohnbau“ auch ein Anerkennungspreis an eine Baugruppe vergeben, an das Projekt „Bikes and Rails“ im 10. Bezirk. Das Projekt mit Fokus auf „alternative Mobilitätsformen“ wurde von der Jury als „städtebaulich richtige Reaktion auf die geringe Größe des Bauplatzes“ gewürdigt. Das Projekt bietet sozialräumlich sowohl eine gemeinschaftliche wie eine private Sphäre. Überdies ist das Baugruppenprojekt Ergebnis einer intensiven gemeinschaftlichen Projektentwicklung, die sich in einer hohen persönlichen Bindung und Mitverantwortung der Bewohner*innen niederschlägt. „Insgesamt zeigt das Projekt in vielerlei Hinsicht zukunftsweisende Lösungen. Insbesondere die energetische und konstruktive kluge Konzeption, in der alles auf das Sinnvolle und Notwendige ohne Qualitätseinbußen reduziert ist, weist in die Zukunft“, so die Begründung der Jury. 

10., Helmut-Zilk-Park / Emilie-Flöge-Weg 4
Bauträger: Familienwohnbau
Architektur: Architekturbüro Reinberg ZT
Baugruppe: Bikes and Rails

Bester Gemeindebau Neu

Am Handelskai in der Leopoldstadt wurde gewissermaßen „Stadtreparatur“ betrieben: Auf dem Areal einer ehemaligen Parkgarage wurde ein neuer, innovativer kommunaler Wohnbau errichtet, der in den bestehenden Gemeindebau integriert wurde. Da die Anlage den Blick auf die Donau gewährt, ließen sich Architekt*innen dazu inspirieren, dass der Blick auf den Fluss in das Konzept übersetzt wurde: Höhengestaffelte Wohntürme, die eine „Donauwelle“ darstellen, kunstvolle Balkone sowie ein Gartendeck über der Tiefgarage, das als quartierübergreifender Treffpunkt genutzt wird. Die 330 Gemeindewohnungen punkten durch einen besonders guten Zuschnitt. Zudem gibt es einen überdurchschnittlich guten Wärmeschutz, der durch die bauliche Trennung beheizter und kalter Gebäudeteile erreicht wird.

Der Gemeindebau Neu beweist mit diesem Projekt, dass es gelingen kann, die Nachverdichtungspotenziale bestehender Wohnanlagen auszuschöpfen und gleichzeitig Impulse für die Bestandsverbesserung zu setzen. Überdies ist es ein Beleg dafür, dass mit konzeptioneller Kreativität auch in extrem schwierigen Lagen ein gutes Wohnen entstehen kann, mit dem auch der Stadtraum eine Reparatur und Aufwertung erfährt“, so die Jury.

2., Handelskai 214A
Bauträger: WIGEBA
Architektur: querkraft architekten zt
Landschaftsplanung: Kieran Fraser Landscape Design
Soziale Begleitung: Wohnpartner Wien
Statik/Bauphysik: Dorr-Schober & Partner
HKLS: Gebäudetechnik Kainer GmbH

Bestes Quartier

Auf dem Areal der ehemaligen Theodor-Körner-Kaserne in Penzing wurde durch Teilbebauung ein offenes Stadtquartier mit hoher urbaner Nutzungsvielfalt geschaffen, das sich sehr gut in die Umgebung einfügt: das Quartier Breitensee. In besonderer Weise ist es gelungen, indem die beteiligten Bauträger der gemeinsamen Idee gefolgt sind, den großartigen Baumbestand des Freiraums der Theodor Körner-Kaserne konsequent zu erhalten, zu einem für die Bevölkerung zugänglichen und nutzbaren Park zu entwickeln und so dem neuen Quartier eine

besondere Marke zu geben. In den Wohnblöcken selbst wurden 573 geförderte Wohnungen geschaffen (plus weitere 417 freifinanzierte) sowie Gemeinschaftsräume, ein Kindergarten, ein Nahversorger, ein Café, eine Konditorei, ein Ärztezentrum und ein Mobility Point. „Derartige Qualitäten entstehen nicht von allein. In diesem Fall sind sie Ergebnis eines internationalen Wettbewerbsverfahrens und einer qualitätssichernden Begleitung durch einen Beirat. Insgesamt belegt das Projekt, dass aus vermeintlichen Hemmnissen, wie in diesem Fall konsequenter Baumschutz, mit all dem daraus resultierenden Aufwand eine Besonderheit werden kann, die sich nachhaltig auswirkt“, so die Begründung der Jury.

14., Leyserstraße 4+4a/ Spallartgasse 17–29
Bauträger: Sozialbau / WBV-GPA / Eisenhof / Volksbau / ÖSW
Architektur: Froetscher Lichtenwagner Architekten ZT / Gangoly & Kristiner Architekten ZT / driendl*architects ZT / BWM Architektur & Design
Landschaftsplanung: Büro Kandl Landschaftsplanung / simzim
Weitere Partner*innen: immo 360 grad, Consulting Company, Wolfinger Consulting GmbH 

Großes Interesse

Insgesamt haben sich 38 Projektteams, bestehend aus Bauträgern, Architekt*innen, Landschaftsplaner*innen sowie zahlreichen weiteren Fachleuten, um den Wiener Wohnbaupreis 2024 beworben, welcher nicht nur in Wien und in Österreich, sondern auch international mit einem hohen Renommee verbunden ist. Bewertet wurden die eingereichten Beiträge von einer international besetzten Fachjury in einem zweistufigen Verfahren. Nach der ersten Stufe wurden zwölf Beiträge für den Wiener Wohnbaupreis nominiert: Sechs in der Kategorie „bester Wohnbau“, drei in der Kategorie „bester Gemeindebau“ und drei in der Kategorie „bestes Quartier“.

Die Siegerprojekte, die am 6. Juni 2024 im Rahmen der feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben wurden, sind allesamt Best-Practice-Beispiele und Impulsgeber gleichermaßen. Sie zeigen Geleistetes auf und geben Anstoß für weitere Spitzenleistungen im geförderten Wohnbau in der Zukunft,“ erklären DI Gregor Puscher, der Geschäftsführer des wohnfonds_wien und Dieter Groschopf, stellvertretender Geschäftsführer. Und weiter: „Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Änderungen steht der geförderte Wiener Wohnbau vor der zentralen Aufgabe, seine ‚Handwerkzeuge‘ laufend weiterzuentwickeln. Aktuelle Themen wie Kreislaufwirtschaft, Klima-Resilienz und alternative Energieformen werden auch künftig weiter im Fokus stehen.“ 

Über den wohnfonds_wien

Der wohnfonds_wien, fonds für wohnbau und stadterneuerung, wurde 1984 gegründet und feiert heuer sein 40-jähriges Jubiläum. Aus seinen ursprünglichen Aufgaben, der Beratung und Begleitung von geförderten Althaussanierungen sowie der Bereitstellung von Grundstücken für den geförderten Wohnbau, entwickelte sich ein weltweit beachtetes, innovatives Stadterweiterungs- und Stadterneuerungsprogramm. Qualitativ anspruchsvolle, geförderte und damit leistbare Wohnungsneubauten sind die Ergebnisse der 1995 eingeführten Bauträgerwettbewerbe und des Grundstücksbeirats. Sie sind Symbol einer lebenswerten, sozial nachhaltigen Urbanität und prägen durch ihre Vielfalt das Wiener Stadtbild. 

Termin-Aviso: Rundfahrt für Medienvertreter*innen am 13.6.2024 zu den Siegerprojekten

Am 13.6.2024 findet eine geführte Rundfahrt für Medienvertreter*innen zu den Siegerprojekten des Wiener Wohnbaupreises 2024 statt.

Abfahrt 10:00 Uhr vor dem wohnfonds_wien forum 8., Lenaugasse/Ecke Schmidgasse

Dauer: ca. 4 Stunden

Um Anmeldung wird gebeten:

Anmeldung unter presse@wohnfonds.wien.at

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