Heimtierschutz wird endlich verbessert - Verschärfung von Hundebeißabrichtung | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Heimtierschutz wird endlich verbessert – Verschärfung von Hundebeißabrichtung

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Seit Jahren und damit viel zu lange hat die Koalition über einen verbesserten Schutz von Heimtieren diskutiert, weil die ÖVP den Tierschutz sogar dort weitestgehend blockierte. Doch heute Vormittag wurde bei einer Pressekonferenz von Tierschutzminister Johannes Rauch endlich ein Verhandlungsergebnis präsentiert. Der Verein Pfotenhilfe hat sich besonders bei den Themen Qualzuchtverbot, Katzenchip- und Registrierungspflicht, Routinekontrollen und zuletzt auch für Verschärfungen und Konkretisierungen beim Verbot des Scharfmachens von Hunden engagiert.

Die Pfotenhilfe begrüßt ausdrücklich, dass das Tierschutzministerium erkannt und durchgesetzt hat, dass "nach den Angriffen von Hunden in den vergangenen Monaten strengere Regeln für das Beiß- und Angriffstraining mit Hunden eingeführt werden", so der Tierschutzminister. Die Pfotenhilfe hatte nach dem tödlichen Vorfall in Naarn am 2.10.2023 aufgedeckt, dass die Hunde von einem ÖKV-Trainer in einer öffentlichen Hundeschule sowie im eigenen Garten scharfgemacht wurden. Nachdem die Pfotenhilfe auch noch Videos tierquälerischer Schutzhundetrainings und -bewerbe veröffentlicht hatte, hat eine Allianz der größten Tierschutzorganisationen Verschärfungen des bestehenden Verbots von Maßnahmen, die die Aggressivität und Kampfbereitschaft fördern, gefordert, um Menschen und Tiere zu schützen – mit Erfolg! 

"Das Superwahljahr scheint hier zur Aufgabe der ÖVP-Totalblockade beigetragen zu haben", so Pfotenhilfe-Sprecher Jürgen Stadler, der aber ansonsten noch vorsichtig optimistisch ist: "Beim Thema Qualzucht warten wir jetzt seit 20 Jahren auf konsequente Hilfe für die Opfer, die ihr Leben lang an furchtbarer Atemnot und anderen bewusst angezüchteten Qualen leiden, was eigentlich schon grundsätzlich dem Tierschutzgesetz widerspricht. Hier ist jede Verschärfung wichtig, aber es muss der konkrete Gesetzesentwurf abgewartet und genau geprüft werden, der nächste Woche in Begutachtung gehen soll, denn bisher hat der ÖKV noch bei jeder Novelle erfolgreich für eine Verlängerung der Ausnahmen für Qualzüchter lobbyiert, zuletzt 2017 sogar für eine unbefristete! Erst wenn diese Ausnahme endgültig fällt, werden die Tiere die Auswirkungen auch spüren."

Ausdrücklich begrüßt werden von der Pfotenhilfe Verschärfungen für die Privathaltung von Exoten sowie das Verbot von Kamelen und Büffeln in Zirkussen, da diese vom Wildtierverbot 2004 nicht betroffen waren. "Wünschenswert und zeitgemäß wäre freilich ein generelles Tierzirkusverbot gewesen", so Stadler. "Zudem lassen die geplanten Änderungen auch die geforderte Chip- und Registrierungspflicht für Katzen vermissen, da nur mit Hilfe dieser die bestehende Kastrationspflicht ohne Schlupflöcher kontrolliert werden könnte und damit das Streunerproblem einzudämmen helfen würde." Vorgaben für Hunde- und Katzenzüchter sollen zwar verschärft werden, über geplante Verbesserungen in der Hundehaltung ist jedoch nichts bekannt. Bisher dürfen Hunde lebenslang in winzigen Zwingern von nur 15 qm eingesperrt werden und müssen nur einmal am Tag rausgelassen werden – wie lange, ist nicht geregelt und kontrollieren kann sowas natürlich auch niemand.

"Von regelmäßigen Kontrollen bei privaten Tierhaltern ist nach wie vor keine Rede" so Stadler. "Ohne Kontrollen ist jedoch jedes Gesetz ein zahnloser Papiertiger!" Es hängt also weiterhin alles von der Zivilcourage im Umfeld von schlechter Tierhaltung, Vernachlässigung und aktiver Tierquälerei ab. Die Opfer sind auf Hinweise an Tierschutzvereine oder Behörden angewiesen, die auch anonym gegeben werden können. Die Pfotenhilfe nimmt über das Formular auf www.pfotenhilfe.at rund um die Uhr Hinweise entgegen, die sie – auf Wunsch anonymisiert – an die zuständige Tierschutzbehörde weiterleitet.

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