Internationaler Kindertag – Rotes Kreuz warnt vor Armut in benachteiligten Familien | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Internationaler Kindertag – Rotes Kreuz warnt vor Armut in benachteiligten Familien

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Das Recht auf Bildung wurde in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 festgeschrieben. Doch die Bildungschancen sind in Österreich weiterhin sehr ungleich verteilt. Kinder aus einkommensschwachen Familien und Familien mit Migrationshintergrund sind massiv von Bildungsarmut betroffen, Bildungserfolg wird in Österreich zumeist vererbt. 

Das Österreichische Rote Kreuz unterstützt Kinder aus einkommensschwachen Familien mit zwölf Lernhäusern und anderen Lernprojekten. In den Einrichtungen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Tirol werden 409 Kinder und Jugendliche in ihrem schulischen Alltag begleitet. „Der Andrang wird immer größer, die Wartelisten länger“, berichtet Andrea Kotorman, Abteilungsleiterin Migration des Österreichischen Roten Kreuzes, anlässlich des Internationalen Kindertags am 20. September. „Wir sind immer bemüht, unsere Angebote zu erweitern, zuletzt wurde in Graz mit Unterstützung des Rotary Clubs ein zweites Lernhaus eröffnet. Dennoch übersteigt der Bedarf bei weitem unsere Möglichkeiten.“ 

Beobachtungen geben Grund zur Sorge
Beobachtungen der Expertinnen und Experten in den Lernhäusern aus den vergangenen Monaten lassen Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer Alarm schlagen: „Es zeigt sich, dass die extreme Teuerung Kinder aus einkommensschwachen Familien besonders hart trifft. Vielen Kindern, die wir in den Lernhäusern betreuen, fehlt es an der richtigen Schul-Ausstattung. Manchen mangelt es an Schreibzeug, andere tragen ihre Bücher und Hefte in Plastiksackerln, weil sie keine Schultaschen haben. Im Winter sitzen sie in kalten Wohnungen, weil sich ihre Familien die Heizkosten oft nicht leisten können.“  

Mahlzeiten werden verstärkt in Anspruch genommen

Außerdem beobachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes, dass die ausgegebenen Mahlzeiten von den Kindern verstärkt in Anspruch genommen werden. „Wir können nur hoffen, dass sie zu Hause ausreichend mit Nahrung versorgt werden können. Es wäre besonders schlimm, wenn es nicht nur an der Schulausstattung, sondern auch an der Ernährung mangelt“, meint Schöpfer weiter. 

Appell zur Bekämpfung der Teuerung

Der Rotkreuz-Präsident appelliert an die Regierung, wirksame Maßnahmen zu treffen, um den Teuerungsdruck von einkommensschwachen Familien und Familien mit Migrationshintergrund zu nehmen: „Kinder sind von den Maßnahmen abhängig, die wir Erwachsene setzen. Armut sollte kein Thema in den Klassenzimmern und auf den Schulhöfen sein. Wir müssen die Kinder in unserer Gesellschaft besser vor Armut schützen.“ 

Zusätzlich zur Betreuung in den Lernhäusern – wo 153 Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter (112 davon ehrenamtlich) pro Jahr 22.348 Stunden tätig sind – bietet das Österreichische Rote Kreuz auch Lernbegleitung außerhalb der Lernhäuser an. Hier werden 2.944 Kinder und Jugendliche von 441 Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern an 166 Standorten betreut. Außerdem sind 1.369 Ehrenamtliche als Lesepatinnen und Lesepaten bzw. Lesecoaches für das Österreichische Rote Kreuz an 437 Standorten tätig. 

Infos zu Lernhäusern und Lernbegleitung: Hier klicken

Infos zur Leseförderung: Hier klicken 

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