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Holznutzung nutzt dem Wald und dem Klima

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Wälder müssen bewirtschaftet werden, um ihre vielfältigen Leistungen von Schutzwirkung über Holzversorgung bis Klimaschutz erbringen zu können und die Anpassung an den Klimawandel zu schaffen. Politische Ziele auf EU-Ebene ergeben noch keine schlüssige Gesamtstrategie für den Umgang mit der Ressource Wald und für die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, der in Europa ausreichend vorhanden ist.

Der Tag des Waldes am 21. März rückt weltweit die Bedeutung der Wälder für die Menschen und die Umwelt in den Fokus. Die heimische Forst- und Holzwirtschaft macht zu diesem Anlass auf die besondere Lage in Österreich und in Europa, die Verfügbarkeit der Ressource Wald und die damit verbundenen, nutzbaren Klimaschutzpotenziale aufmerksam. Dank der jahrhundertelangen Tradition nachhaltiger, multifunktionaler Waldbewirtschaftung nehmen – entgegen dem weltweiten Trend – Waldfläche und Holzvorrat in Österreich und in Europa seit Jahrzehnten stetig zu.   

„Österreich verfügt, so wie Europa insgesamt, über große Holzreserven in den Wäldern. Diese gilt es zu nutzen. Denn Holz als klimapositives Material ist gefragter Hoffnungsträger in allen Klimaschutzstrategien, Bauen mit Holz kann die CO2-Emissionen im Bausektor deutlich reduzieren. Zugleich ist Holznutzung auch die Voraussetzung für den zukünftigen Erhalt der Wälder und ihrer vielfältigen Leistungen.“, so Richard Stralz, Obmann proHolz Austria.

Holzbauten und langlebige Holzprodukte funktionieren als Kohlenstoffspeicher wie ein zweiter Wald. Zudem ersetzt die Verwendung von Holz andere Materialien und vermeidet deren CO2-Emissionen. In dieser Substitutionswirkung liegt der größte Klimaschutz-Hebel, der mit Wald und Holz generiert werden kann. Die in Österreich aus österreichischem Holz hergestellten Holzprodukte vermeiden allein durch den Substitutionseffekt rund acht Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, das entspricht etwa einem Zehntel der gesamten österreichischen Treibhausgasemissionen eines Jahres.

Wälder ohne Holznutzung sind nur der halbe Klimaschutz

Im Rahmen der EU-Wald- und der EU-Biodiversitätsstrategie gibt es Gesetzesinitiativen, die die Waldbewirtschaftung und damit die Nutzung von Holz einschränken sollen. Die Pläne zielen auf vermehrte Kohlenstoffspeicherung im Wald ab und unterbinden alle sonstigen Benefits der Wälder für die Menschen und die Gesellschaft. 

„Wälder nicht zu bewirtschaften und nicht zu nutzen, heißt auf den heimisch verfügbaren, nachwachsenden Rohstoff Holz zu verzichten, große Teile des Klimaschutzpotenzials der Ressource Wald nicht zu hebeln und die Zukunft der vom Klimawandel bedrohten Wälder zu riskieren.“, sagt Franz Titschenbacher, Vizepräsident Landwirtschaftskammer Österreich.

Das Tempo des Klimawandels ist so rasant, dass die Wälder in der natürlichen Anpassung nicht nachkommen. Daher setzt die Forstwirtschaft mit vielen Familienwaldbetrieben, die vom Wald leben und von sich aus Interesse an einem guten Waldzustand haben, laufend Maßnahmen für klimafitte Wälder. Dazu zählen das Anpflanzen standortgeeigneter (z.B. trockenresistenter) Baumarten und die Erhöhung der Baumartenvielfalt. So wird die Widerstandsfähigkeit verbessert und das Risiko großflächiger Verluste bei Schadereignissen (Schädlinge, Stürme etc.), die mit dem Klimawandel zunehmen, reduziert. Sich nicht um die Wälder im Klimawandel zu kümmern, bedeutet den klimawandelbedingten Zusammenbruch von Wäldern hinzunehmen.

Holzernte ermöglicht die Klimaschutzleistungen, die mit der Holzverwendung verbunden sind, und erhöht die CO2-Aufnahmeleistung im Wald selbst. Denn die Forstwirtschaft sorgt dafür, dass anstelle der geernteten Bäume stets neue Bäume nachwachsen. Im Gegensatz zu einem sich selbst überlassenen Wald erfolgt im bewirtschafteten Wald eine laufende Verjüngung. Und junge Wälder binden mehr CO2 als alte Wälder. Im Alter von 40 bis 60 Jahren ist die CO2-Aufnahme am höchsten.

Waldpotenziale nutzen statt einschränken

Forst- und Holzwirtschaft sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor – insbesondere in Österreich. Heimische Betriebe zählen mit ihren Produkten und ihrem Knowhow zu den Weltmarktführern im Holzbau. Der Sektor erwirtschaftet mit 20,4 Milliarden Bruttowertschöpfung jeden 17. Euro der österreichischen Wirtschaftsleistung. Er schafft 300.000 Arbeitsplätze, jeder 15. Arbeitsplatz ist mit Holz verbunden.  

Europa kann sich selbst mit Holz versorgen und verfügt mit der Forst- und Holzwirtschaft über einen starken Wirtschaftszweig, der noch dazu in die Klimaziele einzahlt. „Vorhaben der EU, die nachhaltige Waldnutzung einzuschränken, sind der falsche Weg. Gerade jetzt kommt es darauf an, die eigenen Rohstoffe zu nutzen und unabhängige Wertschöpfungsketten in Europa zu stärken.“, meint Herbert Jöbstl, Obmann Fachverband der Holzindustrie Österreichs und Präsident Europäische Organisation der Sägeindustrie (EOS).

Der EU-Green Deal beinhaltet Ziele, die zueinander in Konflikt stehen. Für den Klimaschutz mehr mit Holz bauen zu wollen, aber gleichzeitig die Waldnutzung für mehr Kohlenstoffspeicherung und Biodiversität im Wald einschränken zu wollen, passt nicht zusammen. Eine ganzheitliche Folgenabschätzung ist notwendig, aber bislang nicht erfolgt.

Wichtige politische Ziele in Europa wie das Stärken der Bioökonomie, die Energiewende und die Dekarbonisierung des Bausektors sind ohne Holz kaum zu erreichen. Einschränkungen der Waldbewirtschaftung und damit der Holzverfügbarkeit in der Europäischen Union würden zu Holz-Importen aus Ländern mit niedrigeren Arbeits- und Umweltstandards führen.

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