Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für die Verdienste um das Land Wien an Hermann Beil | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für die Verdienste um das Land Wien an Hermann Beil

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Am Freitagvormittag verlieh Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler im Arnold Schönberg Center dem Dramaturgen Hermann Beil das Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Wien.

Der Ehrung, die musikalisch vom Merlin Ensemble Wien untermalt wurde, wohnten neben Beils Frau, die Dramaturgin Vera Sturm viele Freunde und Persönlichkeiten aus Politik- und Kulturleben bei. Unter den Gästen waren Karin Bergmann (ehem. Burgtheaterdirektorin ), Thomas Drozda (ehem. Kulturminister), Kammerschauspielerin Andrea Eckert (Intendantin der Raimundspiele Gutenstein), Roland Geyer (Intendant Strauss-Jahr Wien 2025), Christian Kircher (Bundestheater Holding-Chef), Kammerschauspieler Hans Dieter Knebel, Sektionschef Jürgen Meindl (BMKÖS), Peter Marboe (ehem. Kulturstadtrat) und Bernhard Günther (Künstlerischer Leiter Wien Modern).

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sprach in ihrer Rede davon, wie stark ihre eigene Theatererfahrung von Hermann Beils Dramaturgie geprägt wurde: „Er hat in der Zeit meines Studiums der Theaterwissenschaften gemeinsam mit Claus Peymann das Burgtheater geleitet. Während einer Hospitanz dufte ich dieses Führungsduo in seiner Arbeit aus nächster Nähe erleben. Das hat mir gezeigt, was Theaterdramaturgie bedeuten kann, dass sie nicht nur in der Theorie verhaftet bleibt, sondern immer im Gespräch mit dem Körper und der Stimme passiert. Gleichzeitig hat mir seine Auseinandersetzung mit Texten imponiert. Es war mir ein Ansporn, in Literatur und Theatertexte einzutauchen, dafür bin ich dem Geehrten auch ganz persönlich dankbar. Hermann Beil hat so viele Spuren in Wien gelegt und ich freue mich, dass ich mich im Namen der Stadt für sein Engagement bedanken darf.“

Die Laudatio auf Hermann Beil hielt Kammerschauspieler Martin Schwab. Er sei „der Dramaturgen, der mit der Musik tanzt“, meinte Schwab im Hinblick auf die musikalische Tätigkeit des Geehrten. Den als Dramaturg der Nation Bezeichneten, der schon zu frühen Zeiten große Bekanntheit erlangte, überhöhte der Laudator mit der Zuspitzung: „Mit Hermann Beil begann überhaupt erst die Zeitrechnung im Theater.“

In seinen sehr persönlichen Dankesworten betonte Hermann Beil seine tiefe Verbundenheit sowohl mit der Stadträtin und als auch mit dem Laudator. Und auch den Musikern des Merlin Ensembles dankte Beil besonders herzlich, da sie eine jahrzehntelange Zusammenarbeite verbindet. Die Auszeichnung durch die Stadt Wien, der er so viel verdanke, sei ihm besonders wertvoll.

Biografie Hermann Beil
Der in Wien geborene Hermann Beil studierte Germanistik, Geschichte und Musik in Mainz. Seit 1963 arbeitet er am Theater, zunächst in Frankfurt am Main, später am Basler Theater, am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart und in Bochum. 1986 kam Hermann Beil als Chefdramaturg und Ko-Direktor gemeinsam mit Claus Peymann ans Wiener Burgtheater. Von 1992 bis 1997 war Beil dramaturgischer Mitarbeiter von Peter Stein bei den Salzburger Festspielen und wechselte 1999 gemeinsam mit Peymann als künstlerischer Mitarbeiter ans Berliner Ensemble.

Neben seinen Aufgaben als Dramaturg am Berliner Ensemble arbeitete Beil auch weiterhin als Regisseur, u.a. bei den Salzburger Festspielen und den Festspielen Reichenau. 2014 setzte er Friederike Mayröckers “Requiem für Ernst Jandl“ am Akademietheater in Szene. Beil tritt auch selbst als Rezitator auf, vor allem mit Texten seines Lieblingsautors Thomas Bernhard, wie etwa bei den Wiener Festwochen 2006, wo er zusammen mit Claus Peymann in den Thomas Bernhard-Dramoletten “Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“ zu sehen war. Als Mitglied des "Merlin Ensembles" erarbeitet Beil mit Musikschaffenden musikdramatische Programme. In Wien stand er zuletzt mit Maria Happel und Claus Peymann in "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen" im Theater in der Josefstadt auf der Bühne.

Beil ist Mitherausgeber von "Weltkomödie Österreich. 13 Jahre Burgtheater 1986 bis 1999". Im Jahr 2000 erschien sein Band "Theaternarren leben länger“. Zu den Auszeichnungen, die Beil erhielt, zählen der Theaterpreis Berlin (1995) und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst (2016). 

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