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Habsburg und Hayek

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Wien (OTS) – Als Otto von Habsburg in den 1940er-Jahren zufällig Friedrich von Hayek in der Schweiz begegnete, führte das Gespräch schließlich dazu, dass Otto von Habsburg anlässlich der Gründungsversammlung der von Hayek initiierten Mont Pèlerin Society geladen und als „einziger Nicht-Ökonom in die Gesellschaft aufgenommen“ wurde, sozusagen als „Student unter den Professoren“. So erzählte es Karl Habsburg bei den 2019 Hayek Tagen in Wien.

Der kleine Festsaal der Alma Mater Rudolphina war Schauplatz der jährlichen Versammlung der Mitglieder der deutschen Hayek Gesellschaft e.V. unter der wissenschaftlichen Leitung der Vorstandsmitglieder Professoren Dr. Wolf Schäfer, Dr. Stefan Kooths und Dr. Gerd Habermann. Das Programm beinhaltete ein Symposium über die „Aktualität der Österreichischen Schule – Wirtschaft, Ethik, Politik“ und eine Vielzahl von Vorträgen.

Ein starkes Europa

Ein Höhepunkt der Hayek Tage war aber zweifelsohne der Vortrag „Europa, die Freiheit und die Geopolitik“ des Präsidenten der Paneuropabewegung Österreich Karl Habsburg. Der berufsmäßige und passionierte EU-Optimist (Eigendefinition) sowie konservative Österreicher betonte dabei unter anderem, dass ein Rückbau der EU auf eine rein staatliche Zusammenarbeit oder gar ein Rückfall in das Europa der Nationalstaaten speziell im Hinblick auf die heutigen geopolitischen Herausforderungen keine vernünftigen Alternativen seien.

„Das muss man angesichts der zunehmenden Zahl an Leuten, die achselzuckend sagen, dass es nicht schade wäre, wenn die EU auseinanderfiele, einfach festhalten – was diese Achselzucker nicht bedenken ist, was kommt danach“, so Habsburg. In einer Zeit, in der die Weltordnung gerade neu aufgestellt wird, müsste ein in nationalstaatliche Egoismen zurückfallendes Europa damit rechnen, dass außereuropäische Mächte über das Schicksal, die Politik und das wirtschaftliche Handeln der einzelnen Länder Europas bestimmen würden.

Habsburg erinnerte dazu einmal mehr an die Kerngedanken der europäischen Einigung, die „Schaffung einer gemeinsamen Zone der Freiheit, der Sicherheit und der Rechtsstaatlichkeit.“ Dass eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik Europas nicht mit einem zunehmenden Zentralismus verbunden sein sollte, machte Habsburg ebenfalls klar: Das Subsidiaritätsprinzip müsste demnach noch viel mehr nach Unten, bis hinab auf die Ebene der Familie, geltend gemacht werden. Insofern müsste man die alte „Reichsidee“ aus der Vergessenheit heben – das Konzept einer übernationalen Rechtsordnung unter dem Subsidiaritätsprinzip für eine Gruppe von toleranten, der Freiheit verbundenen und nicht auf Abgrenzungen bauenden Ländern. Parallelen zu dieser Reichsidee fänden sich auch bei Friedrich A. von Hayek.

Ehrungen und Auszeichnungen

Weitere Höhepunkte stellten die Verleihung der Hayek Medaille an Prof. Dr. Roland Vaubel, die Ehrung der Gewinner des Essay Wettbewerbs, darunter der junge Österreicher Josef Glavanovits und die Auszeichnung des österreichischen Friedrich A. v. Hayek Instituts dar. Letztere wurde den österreichischen von den deutschen Hayekianern „als Zeichen unserer Anerkennung und Bewunderung für das Wirken des Wiener Hayek-Instituts“ zuteil, hielt der deutsche Soziologe und Politikwissenschafter Erich Weede in seiner Laudatio fest. Ausdauernd und unermüdlich sei das Institut seit seiner Gründung 1993 für die Verbreitung hayekianischer Ideen sowie der Lehren der „Österreichischen Schule der Ökonomik“ im Einsatz. Als „Weltbürgerin, die gleichzeitig in der Heimat Österreich verwurzelt ist, “trüge die Präsidentin Barbara Kolm die Lehren Hayeks in jeden Winkel Europas und auch in die ganze Welt.

Die Freiheit, Europa und der Markt

Weitere Vorträge präsentierten Prof. Dr. Roland Vaubel „Zur Begründung der Freiheit“, Dr. Barbara Kolm über „30 Jahre nach dem Mauerfall wird Freiheit und Verantwortung langsam wieder vorstellbar – Hayek und die Österreichische Schule in Österreich“, sowie Dr. Johanna Jauernig über „Die Kluft zwischen Vorsatz und Verhalten -kann experimentelle Ethik eine Brücke bauen?“, Sebastian Müller „Zur Zukunft der EU aus ordnungspolitischer Perspektive“ und Martin Lorenzen über „Die Moral des Marktes“.

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