Wiener Tierschutzverein: Halali gegen den Tierschutz | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Wiener Tierschutzverein: Halali gegen den Tierschutz

0 172

Vösendorf (OTS) – „Das, was sich hier abspielt, ist für uns ein absolutes Déjà-vu – ein Halali gegen die bösen Tierschützer. Oftmals bekommen wir Informationen über tierische Missstände direkt von Menschen aus der Branche, sei es nun die Jägerschaft oder die Fleischindustrie, die mit den herrschenden Zuständen nicht glücklich sind. Wenn wir die Auswirkungen einer tierischen Katastrophe dann an die Öffentlichkeit tragen, ernten wir wüste Beschimpfungen, meist anonym oder es wird behauptet, die Causa sei ja ganz anders oder frei erfunden“, sagt Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV). So auch in dem jüngsten Fall rund um verhungertes Rotwild in Kärnten und Vorarlberg.

Der zuständige Kärntner Landesrat hat prompt reagiert und räumte in seiner Reaktion auf die Kritik des WTV selbst ein, dass die Menschen das Wild aus ihren natürlichen Lebensräumen verdrängt haben und bestätigt damit die Vorwürfe des WTV. „Die Frage ist: Was wird dagegen getan oder wird diese Entwicklung einfach mit einem Schulterzucken hingenommen? Wildtier-Management im Sinne des ökologischen Gleichgewichts sieht jedenfalls anders aus“, so Petrovic.

Informationen stammen aus redlicher Jägerschaft

Auch, was die Beteuerung betrifft, Notfütterungen durchgeführt zu haben, die bei „extremer Witterung ausdrücklich geboten seien“ und die auch im Kärntner Jagdgesetz verankert seien, findet Petrovic klare Worte: „Wurde flächendeckend kontrolliert, ob diese Notfütterungen tatsächlich stattgefunden haben? Denn es mutet schon mehr als komisch an, dass jene Informationen und Fotodokumentationen über verhungertes Rotwild in Kärnten, die an den WTV herangetragen wurden, aus der redlichen Jägerschaft stammen“, sagt Petrovic. Und in einem so dramatischen Fall von Tierleid Begriffe wie „fake news“ einzustreuen, bestätige indirekt auch den Vorwurf eines PR-Gags, denn dies diene erneut dazu, die Bevölkerung zu verwirren. Ein Erlass, einen willkürlichen Fütterungsstopp durchzuführen, tritt in Vorarlberg, wo ebenfalls verhungertes Wild gefunden wurde, übrigens erst mit 22. März in Kraft – die Folge von Protesten und Druck der Bürgerinnen und Bürger.

Jene Hobbyjäger zu schützen, denen es nur um einen großen Wildbestand geht, um möglichst viele Abschüsse zu haben, sei sicherlich nicht Jagd im Sinne eines ökologischen Gleichgewichts. „Wenn alles in Butter ist, warum bindet man dann nicht endlich den Tierschutz in die Gesetzgebung der Jagd mit ein?“, so Petrovic. Der Wiener Tierschutzverein hat stets nur die Auswüchse der Jagd angeprangert. „Wenn die Kritik aber permanent nur ignoriert wird, wird sich eine Konfrontation nicht vermeiden lassen“, sagt Petrovic. Wer letztlich darunter leidet, sind wieder einmal die Tiere, in diesem Falle das Rotwild.

Mit jenen Jägerinnnen und Jägern, die wirklich ein echtes, sinnvolles Wildtier-Management betreiben hat der WTV eine gute Gesprächsbasis. Nicht zuletzt sind diese es auch, die die Zustände nicht mehr hinnehmen wollen und immer wieder durch schwarze Schafe in Misskredit gezogen werden. „Es läge in der Verantwortung der Landesregierungen, die das Jagdrecht in den Bundesländern regeln, hier endlich tätig zu werden und sich nicht ständig schützend vor die unlauteren Herrschaften dieser Branche zu stellen“, sagt Petrovic. Zudem erinnert die WTV-Präsidentin daran, dass Tierschutz seit 2013 als Staatsziel in der Bundesverfassung verankert ist: „Doch dies scheint zu den Landesjagdverantwortlichen in den Bundesländern noch nicht vorgedrungen zu sein“.

Anzeige wegen Tierquälerei

Bezüglich des verhungerten Rotwildes in Kärnten hat der Wiener Tierschutzverein bereits gestern bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt Anzeige wegen Tierquälerei erstattet.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Wiener Tierschutzverein

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.