Achtung Igel! Citizen Science Studie startet mit Auftaktveranstaltung im Museum Niederösterreich
Straßen verbinden Lebensräume, zumindest für uns Menschen. Für viele Tiere hingegen stellen sie Barrieren und tödliche Gefahren dar. Jährlich sterben tausende Wirbeltiere auf Österreichs Straßen. Während für jagdbare Wildtiere offizielle Zahlen vorliegen, fehlen Daten zu vielen anderen Arten – etwa zu Igeln, Kröten, Schlangen oder Vögeln. Hier setzt das Citizen Science Projekt „Roadkill“ der BOKU University an. Ziel ist es, systematisch zu erfassen, wo und welche Tiere im Straßenverkehr ums Leben kommen – um Ursachen besser zu verstehen und wirksame Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Im Projekt Roadkill wurden bislang knapp 150 der rund 460 in Österreich vorkommenden Wirbeltierarten gemeldet. Besonders häufig betroffen sind die beiden heimischen Igelarten – Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und Nördlicher Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus) – mit über 4.100 gemeldeten Individuen (Stand: September 2025). Fast 2.000 Meldungen stammen allein aus Niederösterreich. Während der Nördliche Weißbrustigel laut Roter Liste der IUCN als „nicht gefährdet“ gilt, wurde der Braunbrustigel 2023 auf „potenziell gefährdet“ herabgestuft. Neben Siedlungswachstum und landwirtschaftlicher Intensivierung stellt insbesondere der Straßenverkehr eine zentrale Bedrohung dar.
Mit der neuen Schwerpunkt-Studie „Achtung Igel!“ im Projekt Roadkill richtet sich der Fokus nun gezielt auf Igel. Die Studie startet mit der offiziellen Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 12. März, um 17 Uhr im Museum Niederösterreich in St. Pölten. „Achtung Igel!“ setzt gezielt auf die Mitwirkung der Bevölkerung. Über die Roadkill-App (iOS, Android) können Bürgerinnen und Bürger ihre Wege per GPS aufzeichnen und entlang derer melden, wo Igel überfahren wurden. Die gesammelten Daten werden von Expertinnen und Experten im Projekt Roadkill ausgewertet und dienen danach als Grundlage für Forschung, Bewusstseinsbildung und konkrete Schutzmaßnahmen. Jede Streckenaufzeichnung – ob beim Spaziergang, beim Radfahren oder auf dem Arbeitsweg – trägt dazu bei, Wissenslücken zu schließen und Gefahrenstellen für Igel im Straßenraum besser zu verstehen. Die Auftaktveranstaltung entspricht den Kriterien des österreichischen Umweltzeichens für Green Meetings, eine klimafreundliche und bequeme Anreise mit dem öffentlichen Verkehrsmittel wird empfohlen.
Nähere Informationen bei Amadea Horvath, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation Museum Niederösterreich, Mobiltelefon +43 664 604 99-943, E-Mail: amadea.horvath@museumnoe.at, www.museumnoe.at
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