Österreich startet zentrale EU-Gesundheitsservices für Patient:innen und Apotheker:innen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Österreich startet zentrale EU-Gesundheitsservices für Patient:innen und Apotheker:innen

0 43

Ab Februar 2026 setzt Österreich zentrale Schritte in Richtung eines vernetzten europäischen Gesundheitssystems: Mit dem Start des EU-Rezepts und der Einführung der EU-Patientenkurzakte starten zwei Kernservices von MyHealth@EU in Österreich.

„Damit profitieren Patient:innen erstmals spürbar vom europäischen Gesundheitsdatenaustausch. e-Rezepte können künftig im EU-Ausland eingelöst werden und im Behandlungsfall stehen den Ärzt:innen wichtige Gesundheitsinformationen sofort zur Verfügung – sicher, datenschutzkonform und freiwillig“, sagt Gesundheitsministerin Korinna Schumann.

EU-Rezept startet am 25. Februar 2026 – e-Rezepte erstmals auch im EU-Ausland einlösbar

Ab 25. Februar 2026 können in Österreich ausgestellte elektronische Rezepte erstmals in einem anderen teilnehmenden MyHealth@EU-Staat eingelöst werden. Zum Start gilt das Service zwischen Österreich und Tschechien, weitere Länder folgen schrittweise. Ab 2029 wird das EU-Rezept in allen EU-Staaten verpflichtend verfügbar sein.

Das EU-Rezept richtet sich an Personen, die sich im Ausland aufhalten und dennoch Zugang zu ihren elektronisch verordneten Medikamenten benötigen. Besonders profitieren können etwa Studierende oder Pendler:innen. Auch auf Urlaub kann das Service eine Erleichterung darstellen, etwa für chronisch Kranke oder wenn eine laufende medikamentöse Behandlung im Ausland fortgesetzt werden muss.

Für Apotheken bedeutet das EU-Rezept eine wichtige Erweiterung ihres Versorgungsauftrags: Elektronische Rezepte für Patient:innen aus anderen teilnehmenden MyHealth@EU-Staaten (in der ersten Phase in Tschechien) können durch eine österreichische öffentliche Apotheke bald eingelöst werden. Mit dem EU-Rezept erweitern die Apotheken ihr Angebot, um die Versorgungssicherheit im grenznahen Raum zu stärken. Gleichzeitig positionieren sie sich frühzeitig als kompetente Anlaufstelle im europäischen Gesundheitsdatenraum. „Das EU-Rezept untermauert die Schlüsselrolle der öffentlichen vor-Ort Apotheken im europäischen Versorgungsnetz. Wichtig ist, dass alle Patient:innen stets die volle Kontrolle über ihre Daten behalten“, erklärt Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.

So funktioniert’s

Patient:innen weisen sich in der Apotheke im Partnerland gemäß den vorgegebenen Identifikationsmitteln des jeweiligen Herkunftsmitgliedstaats eindeutig aus (z. B. mittels eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises). Die Apotheker:innen rufen das EU-Rezept elektronisch ab und geben das Medikament ab, sofern es verfügbar und zugelassen ist.

EU-Rezepte gelten im Ausland als Privatrezepte und müssen selbst bezahlt werden. Eine Kostenerstattung kann nach Einreichung bei der Sozialversicherung geprüft werden.

Claudia Neumayer-Stickler, Vorsitzende des Dachverbands der Sozialversicherungsträger (DVSV): „Mit dem e-Rezept hat die österreichische Sozialversicherung die perfekte Basis für das EU-Rezept gelegt. Im hochsicheren e-card-System sind Verordnungen aus Österreich jederzeit digital verfügbar – sicher, zuverlässig und grenzüberschreitend abrufbar.“

„Patientinnen und Patienten können ihre Rezepte künftig auch in teilnehmenden EU-Ländern einlösen. Das ist ein konkreter Schritt hin zu einem gemeinsamen europäischen Gesundheitsdatenraum – und ein weiterer wichtiger Impuls auf dem Weg zu einem mobilen, vernetzten Europa“, ergänzt Peter McDonald, Stellvertretender Vorsitzender des DVSV.

EU-Patientenkurzakte: Wichtige Gesundheitsinformationen sofort verfügbar

In den kommenden Wochen wird auch die EU-Patientenkurzakte verfügbar sein. Sie ermöglicht Ärzt:innen in Österreich, bei der Behandlung von Patient:innen aus anderen MyHealth@EU-Staaten eine standardisierte medizinische Zusammenfassung abzurufen. Zum Start können österreichische Ärzt:innen Patientenkurzakten aus Tschechien abrufen. Für Patient:innen bedeutet das, dass im Notfall oder bei ungeplanten Arztbesuchen relevante Gesundheitsinformationen rasch verfügbar sind, auch wenn Sprachbarrieren bestehen. Die Gefahr von Doppeluntersuchungen oder Fehlbehandlungen wird reduziert, bestehende Erkrankungen, Allergien oder Dauermedikationen müssen nicht jedes Mal neu erklärt werden.

Für österreichische Patient:innen steht im Ausland vorerst das EU-Rezept zur Verfügung; die grenzüberschreitende Nutzung der österreichischen Patientenkurzakte ist in einer weiteren Ausbaustufe vorgesehen.

Gemeinsamer Rahmen: MyHealth@EU und Vorbereitung auf den Europäischen Gesundheitsdatenraum

EU-Rezept und EU-Patientenkurzakte sind Teil von MyHealth@EU, der europäischen Infrastruktur für den sicheren Austausch elektronischer Gesundheitsdaten zwischen EU-Mitgliedstaaten und EWR-Staaten. Sie zählen zu den zentralen Vorbereitungsmaßnahmen für den Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS).

Der EHDS soll künftig einen grenzüberschreitenden Zugang zu Gesundheitsdaten für Versorgung und Forschung ermöglichen – unter strengen Vorgaben zu Datenschutz, Datensicherheit und Patient:innenenrechten.

Anmeldung, freiwillige Teilnahme und Service

Die Teilnahme am EU-Rezept ist in der Pilotphase freiwillig. Voraussetzung ist das Einverständnis zur Teilnahme (Opt-in) der in Österreich wohnhaften oder versicherten Patient:innen, das vor der erstmaligen Nutzung abgegeben und jederzeit widerrufen werden kann. Folgende Möglichkeiten stehen dafür zur Verfügung:

  • online über das ELGA-Portal mit ID-Austria oder
  • schriftlich über die eHealth-Servicestelle

Weitere Informationen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden sich unter https://www.gesundheit.gv.at/service/my-health-eu

Hotlines:
e-card Serviceline: 050 124 33 22
ELGA Serviceline: 050 124 4411

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK)

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.