ÖGB-Schuberth: „Eine Besteuerung von Millionenerbschaften stärkt die Leistungsgerechtigkeit“ | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

ÖGB-Schuberth: „Eine Besteuerung von Millionenerbschaften stärkt die Leistungsgerechtigkeit“

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Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) kritisiert die Ablehnung der Wiedereinführung von Erbschafts- und Schenkungssteuern im Nationalrat scharf. „Wenn wir über gerechte Verteilung und solide Staatsfinanzen sprechen, dürfen die größten Vermögen nicht länger außen vor bleiben“, betont ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth. „Superreiche, die Millionen und Milliarden erben, müssen endlich einen fairen Beitrag leisten – das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.“

Österreich Schlusslicht bei Vermögensbesteuerung

Trotz angespannter Budgetsituation und wachsender Vermögensungleichheit bleibt Österreich eines der Schlusslichter bei vermögensbezogenen Steuern. Nach aktuellen OECD-Daten machten diese 2024 lediglich 0,98 Prozent der gesamten Einnahmen aus Steuern und Abgaben aus – das viertletzte Ergebnis im internationalen Vergleich.

System bevorzugt Erben statt Leistung

„In Österreich zahlt man auf Arbeit und Konsum Steuern – aber wer Millionen erbt, zahlt nichts. Damit fördern wir ein System, das Reichtum vererbt statt Leistung belohnt“, so Schuberth weiter. „Die reichsten fünf Prozent besitzen bereits mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens, während die ärmere Hälfte der Bevölkerung nur vier Prozent hält. Der größte Treiber dieser Ungerechtigkeit sind Erbschaften.“

ÖGB fordert faire Vermögens- und Erbschaftssteuern

Der ÖGB fordert daher einmal mehr die Einführung einer gerechten Vermögens- und Erbschaftssteuer für hohe Erbschaften. Schuberth: „Österreich darf keine Gesellschaft der Erben, sondern muss eine Gesellschaft der Chancen sein. Große Erbschaften ohne eigene Leistung zu erhalten, verpflichtet auch Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten.“

Verantwortung der Reichsten für solide Staatsfinanzen

Angesichts der Herausforderungen des Doppelbudgets ist eine Erbschaftssteuer für Millionenvermögen unumgänglich. „Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, die Reichsten der Gesellschaft in die Pflicht zu nehmen, statt die finanzielle Last weiterhin der breiten Masse aufzubürden, die bereits heute 80 Prozent des Steueraufkommens trägt und bislang überproportional viel zur Konsolidierung beigetragen hat“, so Schuberth abschließend.

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