Bilanzpressekonferenz der Vienna Film Commission für 2025 - Der Filmstandort Wien trotz Herausforderungen mit deutlichem Plus | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Bilanzpressekonferenz der Vienna Film Commission für 2025 – Der Filmstandort Wien trotz Herausforderungen mit deutlichem Plus

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2025 war für die heimische Filmbranche ein sehr herausforderndes Jahr, das aufgrund der ausgesetzten Bundesfilmförderungen ÖFIplus und FISAplus von großer Planungsunsicherheit geprägt war. Marijana Stoisits, Geschäftsführerin der Vienna Film Commission, zieht dennoch eine erfreuliche Bilanz für das vergangene Jahr: „Wien hat sich einmal mehr als das starke Zentrum der österreichischen Filmwirtschaft behauptet. Die Zahl der Ansuchen für Dreharbeiten ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Bund erneut gestiegen. Das ist eine großartige Bestätigung für unsere Arbeit.“

Wiens Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler bilanziert ebenso positiv: „Wien ist national und international ein überaus gefragter Dreh- und Produktionsstandort, der hochkarätige Produktionen anzieht. Die Investitionen der Wiener Filmförderung der vergangenen Jahre haben exzellente Rahmenbedingungen für die Filmwirtschaft geschaffen. Dass heuer zwölf österreichische Filme bei der Berlinale vertreten waren, davon zwei im Wettbewerb, bestätigt, dass wir in den vergangenen Jahren die richtigen Weichen gestellt haben. Bei all unseren Bestrebungen steht die Vienna Film Commission als verlässliche Partnerin mit hoher internationaler Reputation als entscheidender Faktor beiseite: Sie verbindet Kreativität mit Professionalität und ist in diesen herausfordernden Zeiten ein echtes Bollwerk, das visionäre Projekte in der Filmszene ermöglicht.“

Geschäftsführerin Marijana Stoisits dankt den langjährigen Finanzierungspartner*innen der Vienna Film Commission: der Kulturabteilung der Stadt Wien, dem Filmfonds Wien, der Wirtschaftsagentur, dem Wien Tourismus und der Wirtschaftskammer Wien. „Mein großer Dank geht insbesondere an die Stadtregierung“, so Stoisits, „sowie an alle Magistratsabteilungen und die Magistratsdirektion für ihre Unterstützung und die enge und immer lösungsorientierte Kooperation mit uns. Ein perfektes Zusammenspiel zwischen der Stadt und der Vienna Film Commission ist in Zeiten eingeschränkter Budgets von noch größerer Bedeutung.“

Mit der Weiterdotierung des Vienna Film Incentives, das beim Wien Tourismus angesiedelt ist, hat auch Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak ein klares Signal gesetzt, um internationale Produktionen weiterhin in die Stadt zu locken. Mit der vollständigen Inbetriebnahme der HQ7 Studios in Simmering hat sich die Konkurrenzfähigkeit des Filmwirtschaftsstandorts Wien weiter erhöht. Dazu beigetragen hat auch eine enorme Professionalisierung in den vergangenen Jahren im Bereich der Postproduktion bis hin zur international hochgelobten Vienna Synchron Stage.

2025 gewann die Vienna Film Commission den EUFCN Location Award und war zweifach nominiert für den Global Production Award, u.a. als „Film Commission of the Year“.

Anträge und Empfehlungsschreiben

2025 wurden bei der Vienna Film Commission Anträge für 755 nationale und internationale Filmprojekte eingereicht, für die insgesamt 1.382 Empfehlungsschreiben erstellt wurden. Die Zahl der Empfehlungsschreiben ist damit gegenüber 2024 um 7,3% gestiegen. Diese Steigerung ist auf ein sehr starkes, erstes Halbjahr zurückzuführen, in dem noch Filmprojekte realisiert wurden, die aus den Fördertöpfen ÖFIplus und FISAplus des Vorjahres finanziert waren. Erstmals wurden drei große internationale Spielfilmprojekte umgesetzt, die zwar vollständig in Wien gedreht wurden, deren Handlung aber in anderen Städten angesiedelt ist: „Der Wachtmeister“, „Kochschule Schwarz“ und „Sternstunde der Mörder“. Für die erste Jahreshälfte lag daher der Anstieg des Drehaufkommens bei außerordentlichen 25%, für die zweite Jahreshälfte hingegen ist ein Minus von 9% zu verzeichnen. Die Zahl an Wiener Drehtagen war wegen fehlender Großproduktionen in der zweiten Jahreshälfte insgesamt leicht rückläufig und lag bei rund 3.000.

2025 wurden 110 Empfehlungen für 67 internationale Projekte ausgestellt. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel niedriger. Die meisten Projektansuchen aus dem Ausland kamen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und 19 weiteren Ländern.

Motivrangliste Wiener Magistrat und Behörden des Bundes

2025 hat die Vienna Film Commission mit 19 Magistratsabteilungen und Institutionen der Stadt kooperiert. An der Spitze der Motiv-Rangliste steht mit 219 Empfehlungen die MA 42 (Wiener Stadtgärten) mit ihren Parks, Grünanlagen, Alleen, Ballkäfigen und Kinderspielplätzen, gefolgt von der MA 59 (Marktamt) mit 69 Bewilligungen. Den dritten Platz belegen die MA 45 (Wiener Gewässer) und die via donau, zuständig für die Donauinsel und den Donaukanal mit 60 Empfehlungen.

Die MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) ist mit ihrem Kundencenter Film eine der wichtigsten Kooperationspartnerinnen der Vienna Film Commission. Die Zahl der Bescheide durch die MA 46 ist mit 1.318 im Vergleich zum Vor-jahr um 3,6% gestiegen.

Bei den Wiener Linien wurden 186 Filmprojekte an Originalschauplätzen realisiert. Das entspricht einem Plus von 12,1%, 65 davon waren Spielfilme, Kurzfilme, Serien und Musikvideos, 56 Werbefilme, 17 Studierendenprojekte und 48 Dokumentationen und Re-portagen. Wiener Wohnen hat für 33 Produktionen insgesamt 42 Drehbewilligungen für Gemeindebauten erteilt. Die Wiener Berufsrettung verzeichnet 13 Produktionen mit 30 Drehtagen, die Wiener Friedhöfe haben 61 Projekte bewilligt, auf dem Otto Wagner Areal wurden neun Filmprojekte realisiert. Die Schönbrunn Group hat 123 Projekte betreut, die Universität Wien bewilligte 41 Projekte mit insgesamt 43 Drehtagen, die Erzdiözese 14 Projekte. Die Bundesgärten bewilligten 37 Drehtage in den Palmenhäusern und Parkanlagen von Schönbrunn, dem Belvedere und dem Augarten.

Bezirksverteilung

Der Anteil der Dreharbeiten in der Inneren Stadt ist leicht gestiegen und lag bei 21,8%, gefolgt von der Landstraße mit 6,7%, der Leopoldstadt mit 6,1%, Alsergrund mit 5,8%, Döbling mit 5,6% und Rudolfsheim-Fünfhaus mit 5,1%. In allen anderen Bezirken lag der Anteil unter 5%, die wenigsten Dreharbeiten fanden mit 1,5% in Meidling statt. Gedreht wurde in allen 23 Wiener Bezirken.

Herausragende Produktionen 2025

Spielfilme und Serienproduktionen u.a.: „Die Blutgräfin“ (Amour Fou Wien und Luxemburg, Heimatfilm), „Der Wachtmeister“ (Dor Film, Night of Broken Glass LCC), „Sternstunde der Mörder“ (Epo Film, Zeitgeist Film, ARD Degeto, Servus TV HR, Ceska Televize), „Kochschule Schwarz“ (Wega Film, X Filme Creative Pool, new!move films), „Bruno“ (Dor Film), „Neo Nuggets“ (Samsara Film, Kodachrome), „Schrille Nacht“ (Golden Girls), „Tatort: Gegen die Zeit“ (KGP) und „Tatort: Dann sind wir Helden“ (Dor Film), „Mit und ohne Simone“ (Interspot), „Die Fälle der Gerti B.“ (Lotus Film), „Bibi Blocksberg – Die verhexte Zeitreise“ (Wiedemann & Berg, KIDDINX Studios), „Pflegegeleicht“ (Prisma Film), „Kommissar Rex“ (MR Film), Soko Donau (Satel Film), „Downgrade“ (Epo Film , Seven Dogs), „Illegal“ (Epo Film, ARD Degeto Film).

Internationale Aktivitäten

Die Vienna Film Commission hat 2025 den Filmstandort Wien auf den Filmmärkten der Filmfestspiele in Berlin und Cannes sowie bei Branchenveranstaltungen in Los Angeles, London, Valladolid und München beworben.

Ausblick auf 2026

Die weitere Entwicklung für den Filmstandort Wien und seine Filmschaffenden steht in direktem Zusammenhang mit der Höhe der Filmförderungen und Filmincentives der Stadt, vor allem aber der des Bundes. Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung zu den in Aussicht gestellten Steuerungsinstrumenten der Investitionsverpflichtung und -abgabe sehr rasch eine Übereinkunft erzielt, damit diese noch im heurigen Jahr umgesetzt werden.

Download:

Pressefotos: https://www.viennafilmcommission.at/de/presse

Jahresbericht: https://www.viennafilmcommission.at/de/jahresberichte

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