„kulturMONTAG“: Courbet-Schau, Menasses „Lebensentscheidung“, ESC-Vorfreude mit „Vienna Calling“-Sieger:in und „Eurobronski“-Show | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

„kulturMONTAG“: Courbet-Schau, Menasses „Lebensentscheidung“, ESC-Vorfreude mit „Vienna Calling“-Sieger:in und „Eurobronski“-Show

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Peter Schneeberger präsentiert den „kulturMONTAG“ am 23. Februar 2026, um 22.30 Uhr in ORF 2, der u. a. einen Ausblick auf die neue Gustave-Courbet-Ausstellung im Wiener Leopold Museum gibt. Weiters befasst sich die Sendung mit Robert Menasses jüngstem Werk, der Novelle „Die Lebensentscheidung“, mit der der Schriftsteller an seine bisherigen beiden EU-Romane anschließt. Dazu ist er live zu Gast im Studio. Weiters Thema ist u. a. der Eurovision Song Contest: Der oder die Sieger:in des nationalen Vorentscheids „Vienna Calling“ (heute, am 20. Februar, live um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON) begibt sich mit dem „kulturMONTAG“ auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Wettbewerbs. Dazu passend blickt das Magazin auch auf die gefeierte Kultshow „Eurobronski“ im Wiener Theater Bronski & Grünberg. Anschließend steht die Dokumentation „Kulturkrieg – Kunst als Waffe“ (23.15 Uhr) anlässlich vier Jahre Krieg in der Ukraine auf dem Programm.

Realist und Rebell – Courbet-Schau im Leopold Museum

Mit dem Gemälde „L’Origine du monde“ – „Der Ursprung der Welt“ –, der unverhüllten realistischen Darstellung einer Vulva, erregte der französische Maler Gustave Courbet 1866 einen Skandal und sorgt damit bis heute für Zündstoff. Immer wieder kommt die Debatte um Moral und Anstand, um Pornografie, die Frau als Objekt und Opfer, um Männerfantasien und maskulin dominierte Machtverhältnisse auf. Dabei war das Gemälde nie für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern eine Auftragsarbeit für einen türkischen Diplomaten in Paris, die bis 1985 in Privatbesitz verblieb. Kunsthistorikern gilt das seither in Besitz des Musée d’Orsay befindliche Ölbild, mit dem Courbet als einer der bedeutendsten Vertreter des Realismus in die Kunstgeschichte einging, als ein entscheidender Schritt in die Moderne. Eine radikale Geste, denn noch nie wurde ein Geschlechtsorgan ohne historisches oder mythologisches Alibi abgebildet, verherrlicht und überhöht. Aber es ist nicht das einzige Werk, mit dem Gustave Courbet aneckte und mit seinem selbstbewussten Auftreten, der Betonung seiner künstlerischen Autonomie und seiner Lust an Provokation zum Rebellen der Kunstszene avancierte. Gleichzeitig sorgte er mit träumerischen Landschaften für eine Atempause im hektischen, industriellen Zeitalter. Der „kulturMONTAG“ besucht die erste große österreichische Courbet-Einzelausstellung „Realist und Rebell“, die ab 19. Februar im Wiener Leopold Museum zu erleben ist.

Brüssel und Wien – Robert Menasses Novelle „Die Lebensentscheidung“

In den Wirren des Bauernaufstands gegen die bürokratischen EU-Auflagen im Frühjahr 2024 setzt der Wiener Schriftsteller Robert Menasse mit seiner neuen Novelle an. Bereits mit zwei großen Romanen hat er sich der Europäischen Union literarisch gewidmet. „Die Hauptstadt“, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2017, karikiert die EU-Bürokratie. „Die Erweiterung“, erschienen 2022, schildert, wie die Union sich gegen die Aufnahme von Balkanstaaten sträubt. In seinem jüngsten Werk „Die Lebensentscheidung“ schickt Menasse seinen Protagonisten, den frustrierten Kommissionsbeamten Franz Fiala, in den Vorruhestand, damit er sich den eigenen existentiellen Fragen widmen kann. Denn Fiala hat eine Krebsdiagnose bekommen und kämpft darum, länger als seine Mutter zu leben. Nicht zufällig erinnert diese Geschichte an das kränkelnde Europa. Kann diese Novelle als Metapher für das Siechtum des europäischen Einigungsprojekts gelesen werden? Ist der Text Robert Menasses persönliche Trauerrede auf Europa? Und was hält der Autor angesichts globaler Unsicherheiten und veränderter politischer Rahmenbedingungen von einem auf der Münchner Sicherheitskonferenz geforderten starken Europa sowie einer neuen, selbstbewussten Verteidigungspolitik? Darüber diskutiert Peter Schneeberger mit dem glühenden Europäer und scharfen Kritiker gegenwärtiger EU-Verfasstheit live im Studio.

ESC-Vorfreude mit Vorentscheid-Sieger:in – Schrille Zeitreise „Eurobronski“ im Bronski & Grünberg

Wien ruft – 12 Kandidatinnen und Kandidaten wollen Österreich beim heurigen Eurovision Song Contest am 16. Mai in Wien vertreten. Wer macht das Rennen beim nationalen Vorentscheid „Vienna Calling“ und darf an der größten Musikshow der Welt teilnehmen? Wird wieder jemand den „Sch…“ für Österreich gewinnen, wie es ESC-Kommentator Andy Knoll einst so legendär formulierte, und sich in den Reigen unvergesslicher Acts einreihen? Bevor die heiße Song-Contest-Phase für Österreichs Vertreterin oder Vertreter etwa mit Proben, technischen Abläufen, Pressekonferenzen und Fotoshootings startet, taucht die Siegerin oder der Sieger des Vorentscheids gemeinsam mit dem „kulturMONTAG“-Team in die Geschichte des ESC ein und besucht die gefeierte Kultshow „Eurobronski“ im ebenso kultigen Wiener Theater Bronski & Grünberg – eine trashige Hommage an die Hoch-Zeit des Eurovision Song Contests der 1960er, -70er und -80er Jahre. Was vermutlich nur Fachleute erkennen können: Das herausragende Ensemble der schrillen Parade tanzt ausschließlich die Originalchoreografien und in Kostümen im Originalstil. Eine humorvolle, aber niemals abwertende Persiflage von Regisseurin Ruth Brauer-Kvam und Bronski-Mitbegründerin, Texterin, Schauspielerin und Sängerin Julia Edtmeier, die nicht nur eingefleischten ESC-Fans Laune macht.

Dokumentation „Kulturkrieg – Kunst als Waffe“ (23.15 Uhr)

Mit ihrem enormen Widerstandswillen gegen den russischen Angriffskrieg hat die Ukraine die Welt überrascht. Dabei kommen Kunst und Kultur eine besondere Bedeutung zu. Denn: Die russischen Angriffe gelten nicht nur dem militärischen Gegner, sondern auch Museen, Denkmälern, Kirchen und Theatern. Sie richten sich nicht nur auf ukrainisches Gebiet, sondern auch auf die ukrainische Identität. Russland führt einen Krieg, der darauf abzielt, die Ukraine als selbstständige Nation zu vernichten. Doch: Sowohl das ukrainische Nationalgefühl als auch die Kunst sind stärker geworden, je länger der Konflikt dauert. Der Krieg hat die ukrainische Kunst und Kultur stärker, bunter und unverwechselbarer sowie die Kulturszene vitaler – und nationaler – gemacht denn je zuvor. Die Kunst ist eine weitere Frontlinie, ein anderes Schlachtfeld. Sie ist Hoffnung und Zuversicht, ein Bunker und eine Panzerung. Vor allem aber ist Kunst eine Waffe. Regisseur und Autor Philipp Kohlhöfer zeigt in der deutsch-ukrainischen Dokumentation, wie ukrainische Künstler:innen an zwei Fronten kämpfen: im Schützengraben und in der Kunst. Durch ihre Stimmen und ihr Schaffen wird deutlich, wie der Krieg die Kunst beeinflusst und von ihr beeinflusst wird – und sie letztlich eine entscheidende Rolle beim Widerstand spielt.
Der Film begleitet ukrainische Künstler:innen vom Konzertsaal an die Front, vom Bunker ins Atelier und zeichnet ein eindrucksvolles Bild ihrer Kämpfe für ihre Kultur und das Überleben ihres Landes. Dabei beleuchtet er die Bedeutung der ukrainischen Kultur in einem breiteren Kontext und erklärt das kulturelle Erbe sowie den Kampf für ein nationales Bewusstsein. Neben Stars wie Andrij Khlyvnyuk, Taras Topolia und Andrii Yermolenko spricht die First Lady der Ukraine, Olena Selenska, exklusiv über kulturelle Initiativen, die darauf abzielen, die Rolle der ukrainischen Kultur auf der internationalen Bühne zu stärken.

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