Austrian Power Grid: Positiver UVP-Bescheid für die Südverbindung Lienz
280-Millionen-Euro Booster für Versorgungssicherheit: Das Land Tirol, als verfahrensführende UVP-Behörde (Umweltverträglichkeitsprüfung) bestätigt mit einem positiven UVP-Bescheid die Umweltverträglichkeit der „Südverbindung Lienz“ der Austrian Power Grid (APG). Mit diesem Projekt wird die bestehende 220-kV-Leitung zwischen dem Umspannwerk Lienz nach Italien auf den neuesten Stand gebracht werden.
Vom 30. September bis 2. Oktober 2025 fand im Lienzer Kolpinghaus die mündliche Verhandlung der UVP-Behörde (Länder Tirol und Kärnten) zum APG-220-kV-Projekt „Südverbindung Lienz“ statt. Nur viereinhalb Monate nach der Verhandlung im Kolpinghaus in Lienz liegt nun der positive UVP-Bescheid durch die Behörde vor. Diese Entscheidung ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in der Region – sowohl in Hinblick auf die Versorgungssicherheit als auch den steigenden Austausch erneuerbarer Energien zwischen Österreich und Italien. Gerhard Christiner, Vorstandssprecher APG: „Der Bescheid für die Südverbindung Lienz ist unser insgesamt siebentes, erfolgreich eingereichtes und genehmigtes UVP-Verfahren und bestätigt die hohe Qualität und Umsetzbarkeit unserer Trassenplanung. Das Umspannwerk Lienz entwickelt sich damit zu einem zentralen Energieknoten mit Verbindungen in Richtung Salzburg, Kärnten und Italien.“
Der Bescheid zeigt, dass es weder bezüglich des Naturschutzes, der Umwelt oder der Humanmedizin negative Auswirkungen gibt. Die Behörde kommt daher zum Schluss, dass das Vorhaben Erneuerung Südverbindung Lienz im Lichte der Gutachten und der Ergebnisse des durchgeführten UVP-Verfahrens umweltverträglich und zulässig ist.
Warum die bestehende Leitung neu errichtet werden muss
Um die sichere Stromversorgung in der Region auch für die nächsten Generationen zu gewährleisten, muss die vor mehr als 70 Jahren in Betrieb genommene 220-kV-Leitung der APG vom Umspannwerk Lienz bis zur italienischen Staatsgrenze (ab dort ist die Leitung im Eigentum des italienischen Übertragungsnetzbetreibers Terna) neu errichtet werden. In großen Teilen wird standortident auf der bestehenden Trasse gebaut, es gibt aber auch Optimierungen hinsichtlich des Abstands zu Siedlungsgebieten, zu Entwicklungsgebieten der Gemeinden sowie möglicher Naturgefahren. Die Investitionssumme beträgt rund 280 Millionen Euro, 2031 soll die Leitung in Betrieb gehen.
Christiner: „Der Ausbau der Netzinfrastruktur erfordert den gleichen Stellenwert wie der Ausbau der Erneuerbaren. Nur ein ausreichend dimensioniertes Stromnetz schafft Versorgungssicherheit, ermöglicht eine Flexibilisierung des Gesamtsystems sowie den Zugang zu preisgünstigem Strom für alle Stromkunden.“
Bei der Erneuerung der Leitung werden die bestehenden Leiterseile (Einfach-Seile) durch moderne 2er-Bündel ersetzt, wodurch die Übertragungsleistung der Leitung erhöht und gleichzeitig das Korona-Geräusch (das Knistern einer Stromleitung) merklich reduziert wird. Die Spannungsebene der Leitung von 220 Kilovolt wird beibehalten. Die bauliche Umsetzung des Projekts ist von 2027 bis 2031 geplant. Die neuen Maste werden höher, aber auch schlanker als die bestehenden sein.
Die Trassenlänge beläuft sich auf 35 km, davon entfallen 30,7 km auf Tirol und 4,3 km auf Kärnten. Es werden 121 Masten errichtet (107 in Tirol, 14 in Kärnten). In folgenden Gemeindegebieten wird die Trasse verlaufen: Nußdorf-Debant, Lienz, Tristach, Amlach, Leisach, Assling, Untertilliach, Obertilliach, Lesachtal. Die alte Leitung wird noch während der Arbeiten für die neue Leitung demontiert.
Das Projekt Südverbindung Lienz ist Teil eines österreichweiten Investitionspakets, das bis zum Jahr 2034 rund neun Milliarden Euro für den Netzaus- und -umbau vorsieht. Die Leitung ist ebenso Teil des von der E-Control im November 2023 genehmigten Netzentwicklungsplans – einen Überblick über die wesentlichen Investitionsprojekte der APG finden Sie hier: www.netzentwicklungsplan.at
Über Austrian Power Grid (APG)
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67 Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben. Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026 (2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Austrian Power Grid AG