ARGE Eigenheim: Zweckbindung konsequent umsetzen! | Wohnbauförderungsbeiträge müssen Wohnbau stärken | Bauleistung auf historischem Tief
Die ARGE Eigenheim begrüßt die Ankündigung von Vizekanzler und Wohnminister Andreas Babler, die bereits im Regierungsprogramm verankerte Zweckbindung der Wohnbauförderungsbeiträge im Rahmen des nächsten Finanzausgleichs gemeinsam mit den Ländern umzusetzen. Angesichts der dramatisch rückläufigen Bauleistung in der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft ist dies ein dringend notwendiger Schritt.
Neubau auf Talfahrt – Tiefpunkt 2025 erwartet
Die gemeinnützigen Bauvereinigungen verzeichneten 2024 eine weiterhin rückläufige Neubautätigkeit:
- 3,2 Milliarden Euro Investitionsvolumen im Neubau
- 13.690 fertiggestellte Wohnungen (–17 Prozent unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 16.470)
- 25.220 Wohnungen im Bau (–4 Prozent gegenüber 2023; –22 Prozent unter dem 10-Jahres-Schnitt)
- 12.800 Baubewilligungen (–21 Prozent unter dem 10-Jahres-Schnitt; +12 Prozent gegenüber 2023)
Für 2025 werden 11.400 Fertigstellungen prognostiziert– ein Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem 10-Jahres-Durchschnitt.
Auch im Verhältnis zur Haushaltsentwicklung zeigt sich der Rückgang deutlich: Nach 4,6 GBV-Wohnungen pro 1.000 Haushalten im Jahr 2020 sank dieser Wert auf 3,0 im Jahr 2024. „Diese Zahlen machen klar: Ohne stabile, zweckgebundene Finanzierung verlieren wir weiter an Bauleistung – und damit an leistbarem Wohnraum“, so Isabella Stickler, Obfrau der ARGE Eigenheim.
Sanierung als Stabilitätsfaktor
Die Sanierung erwies sich 2024 mit einem Volumen von 1,4 Milliarden Euro als Stabilitätsfaktor auf Rekordniveau: 6.800 Wohnungen wurden thermisch saniert, 6.600 Heizungen auf klimafreundliche Systeme umgestellt. Sanierungen sichern Beschäftigung in regionalen Betrieben, senken Energiekosten und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.
Wirtschaftsstandort unter Druck
Die Krise am Bau ist längst auch eine arbeitsmarkt- und standortpolitische Herausforderung. Mehr als 17.500 Bauarbeiter haben gemäß Angabe der Gewerkschaft Bau Holz seit 2021 krisenbedingt ihren Job verloren – die dem Bau nachgelagerten Branchen noch gar nicht eingerechnet.
Die Bauwirtschaft ist ein zentraler Konjunkturmotor und sichert Wertschöpfung in den Regionen – vom Baustoffhandel über das Baunebengewerbe bis hin zu Planung und Technik. Jeder weitere Rückgang im Neubau gefährdet Arbeitsplätze, schwächt regionale Betriebe und belastet den Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt.
Zweckbindung jetzt verpflichtend regeln
Bereits im November 2025 hat die ARGE Eigenheim klare Forderungen formuliert:
- Klare und verbindliche Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel
- Rückkehr zu einem stabilen, revolvierenden Fördersystem
- Sicherung von Neubau, Sanierung, Klimaschutz, regionaler Wertschöpfung und Arbeitsplätzen
- Erhalt des preisdämpfenden Effekts auf dem Mietmarkt
Die Umsetzung im Rahmen des nächsten Finanzausgleichs ist der richtige Hebel. Entscheidend wird sein, dass die Zweckbindung dauerhaft und finanziell ausreichend abgesichert wird.
„Wohnen, Bauen und Sanieren sind nicht nur soziale Aufgaben – sie sind ein entscheidender Wirtschaftsstandortfaktor für Österreich. Wenn wir Beschäftigung sichern, regionale Wertschöpfung stärken und gleichzeitig leistbares Wohnen garantieren wollen, braucht es jetzt klare strukturelle Entscheidungen. Die Zweckbindung der Wohnbauförderung ist dabei ein zentraler Baustein und Hebel“, betont Stickler abschließend.
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