Grüne Wien/Fabisch, Köhler, Bambouk kritisieren Auftritt des rechtsextremen US-Ideologen Curtis Yarvin in der Josefstadt scharf
Die Bezirksvorstehung Josefstadt und die Grünen Wien zeigen sich alarmiert über den in der Albert Hall im 8. Bezirk angekündigten Auftritt des rechtsextremen US-Ideologen Curtis Yarvin. Veranstaltet wird der Abend vom rechtskonservativen Magazin “The European Conservative”. Laut Medienberichten sollen Verbindungen zur rechtsextremen Identitären Bewegung sowie zu deren Ableger „Aktion 451” bestehen.
Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Lena Köhler betont: „Die Josefstadt ist ein weltoffener Bezirk, in dem Toleranz, Vielfalt und demokratische Werte gelebt werden. Ein rechtsextremer Ideologe, der sich öffentlich für die Abschaffung der Demokratie einsetzt und stattdessen ein diktatorisches Regime herbeisehnt, hat in der Josefstadt keinen Platz!”
Die Veranstaltung soll in der Albert Hall stattfinden, welche in der NS-Zeit als Hauptquartier der Hitlerjugend fungierte. Bezirksvorsteher Martin Fabisch zeigt sich enttäuscht: “Die Bezirksvorstehung Josefstadt spricht sich dezidiert gegen jede Form von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Neonazismus aus. Besonders enttäuscht bin ich von der Albert Hall, die ihre Räumlichkeiten wiederholt einer einschlägigen Gruppe zur Verfügung stellt. Als Bezirksvorsteher behalte ich mir vor, entsprechende Konsequenzen zu ziehen.“
Der Grüne Landtagsabgeordnete und Sprecher gegen Rechtsextremismus, Jaafar Bambouk, fügt hinzu: “Wer Demokratie, Rechtsstaat und freie Wahlen infrage stellt, überschreitet eine rote Linie. Rechtsextreme Ideologien dürfen weder verharmlost noch salonfähig gemacht werden. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, entschieden gegen antidemokratische Netzwerke aufzutreten und ihnen keine Bühne zu bieten.”
Curtis Yarvin gilt als einflussreicher Ideologe der MAGA-Bewegung in den USA. Zu seinen Unterstützern zählen US-Vizepräsident J. D. Vance sowie der Tech-Milliardär Peter Thiel. Yarvin lehnt freie Wahlen, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ab und will stattdessen bestehende Staaten in diktatorische Kleinstaaten umwandeln. Diese sollen von privaten Aktiengesellschaften gelenkt werden und über keine demokratische Mitbestimmung verfügen. Er kritisiert zudem die Abschaffung der Sklaverei und wirbt für eine erneute Kolonialisierung Afrikas.
Erst kürzlich hat sich die Bezirksvertretung Josefstadt klar gegen Rechtsextremismus positioniert. Die Resolution wurde mit Stimmen der Grünen, SPÖ, ÖVP, NEOS und KPÖ mehrheitlich angenommen.
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