In der „Forscher-Hochburg“ zur großen Energiewende | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

In der „Forscher-Hochburg“ zur großen Energiewende

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Die Lösungen zur im Hinblick auf den Klimawandel so dringend notwendigen Energiewende und der damit verbundenen Abkehr von der ungezügelten Verbrennung fossiler Kraftstoffe sind längst vorhanden – sie müssen jetzt aber erst in vielen Bereichen praktisch umgesetzt werden. Dazu muss die Wissenschaft noch ein paar „Hürden überwinden“, wie etwa die effiziente Speicherung großer Mengen von erneuerbarer Energie. Über den aktuellen (Forschungs-)Stand der Dinge ließen sich erneut zahlreiche Mitglieder des Club Tirol bei einem Vortragsabend samt Experten-Podiumsdiskussion in der österreichischen „Hochburg für exzellente Grundlagenforschung“, dem an der TU Wien angesiedelten, interuniversitären Exzellenzcluster MECS (Materials for Energy Conversion & Storage) informieren.

„Das ist ein Thema, das für uns alle von großer Bedeutung ist“, erklärte Club Tirol-Präsident Julian Hadschieff bei seiner Begrüßung den Grund, warum der Club exakt ein Jahr nach dem ersten Besuch diesen Februar neuerlich zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Erneuerbare Energieträger 2.0“ in den Panorama-Vortragssaal im 11. Stock des „Plus-Energie-Hochhauses“ am TU-Campus Getreidemarkt eingeladen hatte. Im Fokus der „Edition 2.0“ stand der „Technologietransfer zur Industrie und der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Materialforschung“.

Club Tirol-Mitglied Günther Rupprechter – seines Zeichens renommierter Forschungsdirektor des „Cluster of Excellence“ sowie Institutsvorstand der TU-Materialchemie – fungierte an diesem Abend als Moderator, der seinem Publikum eine kurze „Wiederholung“ des beim ersten Besuch schon „gelernten Stoffes“ darbot. Demnach arbeiten im „MECS Cluster of Excellence“ rund 150 Forscher_innen aus fünf verschiedenen Forschungseinrichtungen in 26 Arbeitsteams zusammen. Ziel dieser österreichweit einzigartigen Einrichtung ist kurz gesagt die grundlegende Suche nach geeigneten Materialien und Prozessen zur Energieumwandlung und Speicherung. Um statt fossiler Brennstoffe erneuerbare Energie in entsprechendem Ausmaß einsetzen zu können, muss das Problem der Speicherung solch enormer Energiemengen gelöst werden. Eine Lösung liegt darin, „chemischen Bindungen in Molekülen“ als Speicher zu verwenden.

KI hilft bei der Materialsuche

Als „Impulsreferent“ zum Stand der Dinge in Sachen Energiewende übernahm anschließend Markus Valtiner, Leiter des Institutes für Angewandte Physik an der TU Wien, die Bühne. Er hielt unter anderem fest, dass in Österreich zwar der Ausbau an erneuerbarer Energie schon ganz gut sei, aber immer noch rund 60 % des Primärenergiebedarfs aus fossilen Brennstoffen gedeckt wird. Nebenbei bemerkt, gebe es weltweit noch kein einziges Jahr, in dem der CO₂-Ausstoß gesunken ist.

Was Valtiner als „Wissenschafter immer wieder ärgert“ ist die Tatsache, dass die Lösungen für eine komplett „saubere“ Primärenergie-Produktion längst vorhanden sind. Sprich „100 % erneuerbare Primärenergie ist möglich.“ Wind, Solar, Bio- und Geothermie seien mittlerweile etablierte Techniken zur Energiegewinnung, ausgestattet mit hoher Effizienz, in der Herstellung günstiger als mit fossilen Brennstoffen: „Erneuerbare Energiequellen haben im Vergleich schon längst gewonnen.“ Was es für die praktische Umsetzung noch braucht, ist also einzig die Lösung der „Speicherfrage“. Um etwa schwankenden Last-Verteilungen, dem Tag/Nacht-Zyklus und dergleichen beizukommen. Neben der bestehenden Batterie-Technologie seien dafür neue Speichertechnologien mit dafür geeigneten Materialien erforderlich.

Jüngst mit eingestiegen in die Materialsuche im MECS Exzellenzcluster ist Allan Hanbury, Leiter der Forschungseinheit Datenwissenschaft und Informatik an der TU. Dieser erklärte dem gespannt lauschenden Publikum ein paar grundlegende Dinge, was AI (Artificial Intelligence) genau bedeutet, wie sich KI-Systeme in jüngster Zeit hin zu einer sinnvollen Anwendung entwickelt haben und warum es deshalb Sinn macht, KI-Modelle bei der Suche nach geeigneten Materialien zur Energiespeicherung einzusetzen.

Praktische Publikumsfragen

Zur nachfolgenden Podiumsdiskussion „Energiewende im Realitätscheck“ betraten neben den beiden Impuls-Vortragenden weiters Dina Bacovsky (Scientific Advisor bei BEST, der Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH), Florian Aigner (Physiker und Wissenschaftspublizist) sowie Unternehmer Rudolf Raymann (Eigentümer der „raymann kraft der sonne photovoltaikanlagen“ Gmbh) die Bühne. Die hochkarätige Expertenrunde hatte jedoch kaum Zeit, untereinander zu diskutieren, vielmehr mussten die vielen, teils sehr praxisbezogenen Detailfragen aus dem Publikum beantwortet werden. Fragen-Grundtenor: woran liegt es, dass „wir die Energiewende noch nicht geschafft haben?“

Mit dabei bei der „Edition 2.0“ waren u.a.: .: die CLUB TIROL-Vizepräsidentin Renate Danler (Renate Danler Consulting), die Club Tirol-Vorstandsmitglieder Peter Kunz (Kunz Wallentin RAE GmbH), Organisatorin des Abends Martina Scheiber (HR-SCOPE), Johanna Seeber (Seeste Bau GmbH) und Luis Bucher (Siemens). Georg Arnold (SAP Österreich GmbH), Dominik Eder (TU Leiter Molekulare Materialchemie), Tobias Fuchs-Martschitz (Tiger Hill Advisors), Hannes Gruber (VIG), Florian Kistl (CS Combustion Solutions), Thomas Lanner (Risk Consult), Judith McKimm (Interkulturelle Unternehmensberatung), Andreas Mitterer (Innsbrucker Kommunalbetriebe AG), Thomas Partl (Topart Music), Herbert Strobl (Executive Coaching Plus), Elisabeth Thun-Hohenstein (TNS Networking Services), Vivian Thurner (Austrian Power Grid), Martin Wachter (pro salute personal & karriere) uvm.

Über den Club Tirol:

Rund 40.000 TirolerInnen leben in Wien und Umgebung. Seit nun mehr als siebzehn Jahren bietet ihnen der CLUB TIROL ein politisch unabhängiges Business-Netzwerk. Jährlich veranstaltet der CLUB TIROL für seine mittlerweile über 650 Mitglieder zahlreiche Veranstaltungen zu Themen aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Aktueller Vorstand des CLUB TIROL ist Präsident Julian Hadschieff, Humanocare-Eigentümer, Vizepräsidentin Unternehmensberaterin Renate Danler – Renate Danler Consulting, Peter Kunz – Kunz Wallentin RAE GmbH, Barbara Kolm – Abgeordnete zum Nationalrat, Präsidentin des Hayek-Instituts und Direktorin des Austria Economics Center, Stefan Kirchebner – BMLV – Abtl. Zielgruppen-Kommunikation, Martin Resel – A1 Telekom, Personalberaterin Martina Scheiber HR-SCOPE, Johanna Seeber – Seeste Bau Wien GmbH.

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