Studie: Begrenzte Ressourcen prägen die Führungsrealität | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Studie: Begrenzte Ressourcen prägen die Führungsrealität

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Welche weiteren Situationen und Umstände Unternehmen besonders fordern, untersucht der aktuelle Hernstein Management Report in einer repräsentativen Studie. Dafür wurden 1.600 Führungskräfte in Deutschland und Österreich befragt. Laut deren Einschätzung sehen mehr als ein Drittel der Befragten Dokumentations- und Berichtspflichten als problematisch an. Für 29 Prozent der österreichischen Unternehmen ist die Budgetplanung aufgrund von Inflation und gestiegenen Kosten schwierig. Bei deutschen Unternehmen gilt die Teuerungsrate dagegen nur für 19 Prozent als problematisch. Je Führungsebene werden Auswirkungen von Remote Work auf das Teamgefüge unterschiedlich bewertet. Während Führungskräfte aus dem oberen Management skeptischer sind, sehen knapp 70 Prozent aus dem unteren Management fast keine negativen Auswirkungen.

„Viele Führungskräfte sehen sich derzeit mit herausfordernden Rahmenbedingungen konfrontiert.“ So fasst Gabriele Fantl, Leiterin des Bereichs Vertrieb und Projektmanagement des Bildungsinstituts Hernstein der FHWien der Wirtschaftskammer Wien, die Ergebnisse des aktuellen Hernstein Management Reports zusammen. „Besonders das Führen aufgrund begrenzter Ressourcen wird dabei über viele Branchen hinweg als größte Herausforderung wahrgenommen. In Österreich ist dieser Anteil mit 62 Prozent noch höher als in Deutschland mit 52 Prozent“, konkretisiert Fantl.

Rund 34 Prozent der befragten Führungskräfte berichten von abweichenden Erwartungen zwischen Unternehmensleitung und Team. Etwa ein Fünftel der Befragten betrachtet einen fehlenden Orientierungsrahmen und zu wenig Informationen vonseiten der Unternehmensführung als problematisch. „Diese Rahmenbedingungen können zu Verunsicherung und sinkender Motivation bei den Mitarbeitern führen, insbesondere dann, wenn Sinn und Zweck der Arbeit nicht ausreichend klar sind. Langfristig besteht die Gefahr einer geringeren Identifikation mit dem Unternehmen, höherer Fluktuation und steigender Fehlzeiten“, erklärt Fantl.

Eigene Routinen und Erfahrungswerte unterstützen

„Erfahrung und Routinen unterstützen die Führungskräfte im Umgang mit schwierigen Zeiten. Klare Kommunikation vonseiten der Unternehmensleitung, Peer-Austausch untereinander, effiziente Strukturen und gegenseitiges Vertrauen sind ebenso wesentlich“, zitiert Fantl aus den Rückmeldungen. Für österreichische Führungskräfte sind die Kommunikation und Priorisierung durch die Unternehmensleitung mit 46 Prozent Zustimmung wichtiger als für deutsche mit 39 Prozent. In Deutschland werden strukturierte Teamprozesse und Arbeitsabläufe dagegen stärker geschätzt.

Strukturen im Unternehmen als Unterstützung für Führungskräfte

Nur in 44 Prozent der Unternehmen ist ein strukturierter Austausch mit anderen Führungskräften vorgesehen. Knapp 60 Prozent der Befragten geben zudem an, dass es in ihrem Unternehmen keine klar definierten Rollen und Erwartungen gibt, die ihnen in ihrer Führungsrolle Orientierung geben. „Die Ergebnisse machen sichtbar, welche Rolle strukturelle Klarheit und Austausch im Führungsalltag spielen. Interne Ansprechpersonen, klare Leitlinien für Führung sowie der Zugang zu Weiterbildung und Coaching können hier wirksam ansetzen“, so Fantl.

Remote Work – Gekommen, um zu bleiben?

Im Jahr 2025 haben etwas mehr als die Hälfte der Befragten die Möglichkeit, im Homeoffice oder remote zu arbeiten. Das ist ein Rückgang um 8 Prozent im Vergleich zu 2021, dem „Corona“-Jahr. Mitarbeitende haben mit 62 Prozent in höherem Ausmaß die Möglichkeit, remote zu arbeiten, als ihre Führungskräfte (57 Prozent). 54 Prozent der Mitarbeitenden nutzen diese Möglichkeit zumindest teilweise.

„In 66 Prozent der Unternehmen gibt es ganz konkrete Regelungen und Vereinbarungen zum Umgang mit Remote Work/Homeoffice. Das ist ein Anstieg um 50 Prozent seit dem Jahr 2021“, informiert Fantl.

Auswirkungen auf Teamgefüge und Effizienz

60 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Ansicht, dass Remote- und Homeoffice-Möglichkeiten kaum negative Auswirkungen auf das Teamgefüge und den Zusammenhalt im Team haben. Diese Einschätzung wird in Deutschland kritischer gesehen als in Österreich. „Führungskräfte mit langjähriger Erfahrung sowie jene aus dem unteren Management schätzen die Auswirkungen mit knapp 70 Prozent deutlich positiver ein als Führungskräfte aus dem oberen Management. Hier orten mehr als die Hälfte zumindest leichte negative Auswirkungen“, so Fantl. Positive Effekte von Remote Work werden vor allem beim selbstständigen und kreativen Arbeiten sowie bei Effizienz und Geschwindigkeit in der Aufgabenerledigung gesehen. Am wenigsten positiv wirkt sich Remote Work dagegen auf die Kommunikation der Mitarbeitenden untereinander, die Konfliktlösung im Team und die Kontrolle der Arbeit aus. „Obwohl fast 70 Prozent der Führungskräfte die gestiegene Effizienz mit Remote Work verbinden, fällt es 41 Prozent der Führungskräfte zumindest teilweise schwer, ihren Mitarbeitenden in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitseffizienz zu vertrauen“, so Fantl weiter.

Über die Studie (Download: Hernstein Management Report)
Der Hernstein Management Report erhebt seit über 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern. Befragte Personen: 1.600 Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, davon 1.000 in Deutschland und 600 in Österreich. Maximale Schwankungsbreite: +/- 2,5 Prozent. Befragungsart: Online-Befragung, durchgeführt von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung.

Foto herunterladen: Mag. Gabriele Fantl „Gerade in herausfordernden Zeiten ist der regelmäßige Austausch mit anderen Führungskräften besonders wertvoll.“
(honorarfrei abdruckbar, Fotocredit: feelimage.at || Felicitas Matern)

Über Hernstein: Hernstein stärkt seit 60 Jahren Leadership- und Management-Kompetenzen und begleitet Führungskräfte sowie Unternehmen auf ihrem Weg zum Erfolg. Das Angebot von Hernstein umfasst vielfältige Trainings und Programme sowie maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen. Seit 2023 ist Hernstein, eine Bildungsmarke der Wirtschaftskammer Wien, Teil der FHWien der WKW, der führenden Fachhochschule für Management und Kommunikation.

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