Sonderlandtag im Burgenland zu Asbest: Greenpeace fordert Vorsorgemaßnahmen statt Hinhaltetaktik
Anlässlich des morgen stattfindenden Sonderlandtages in Eisenstadt zum Asbest-Skandal ruft Greenpeace Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seine Stellvertreterin Anja Haider-Wallner auf, endlich volle Verantwortung zu übernehmen und wirksame Sofortmaßnahmen zu setzen, statt sich hinter einer Luftmess-Taskforce zu verstecken. Greenpeace kritisiert, dass das Land weiterhin langfristige Luftmessungen als einzige Strategie verfolgt, während hingegen immer mehr Unternehmen und Lokalpolitiker:innen das Vorsorgeprinzip ernst nehmen und Sofortmaßnahmen zur Reduktion des Asbestrisikos ergreifen. Bereits vor einer Woche hat Greenpeace seinen Aktionsplan gegen Asbestgefahren dem Land vorgelegt.
Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster: „Wir freuen uns, dass immer mehr vom Asbestskandal betroffene Unternehmen und Lokalpolitiker konkrete Sofortmaßnahmen setzen und damit den Greenpeace-Asbest-Aktionsplan konsequent umsetzen. Umso befremdlicher ist es, dass die Burgenländische Landesregierung noch immer glaubt, mit Luftmessungen allein das Problem lösen zu können.” Greenpeace schlägt vor, den Aufgabenbereich der Taskforce rasch zu erweitern, damit diese auch konkrete Sofortmaßnahmen zur Entfernung der besonders kritischen Asbestgestein-Anwendungen wie Spielplatzschotter und Rollsplitt in die Wege leiten kann. Dazu braucht es auf Asbest spezialisierte Bautechniker:innen und Abfallexpert:innen.
Seit Veröffentlichung der ersten Greenpeace-Asbestanalysen haben bereits eine Reihe von Akteuren konkrete Schutzmaßnahmen gesetzt und umgehend die Entfernung von asbesthaltigem Material veranlasst. Bei McDonald’s, ASFINAG und ÖBB fand die Umweltschutzorganisation stark belastetes Material, alle Unternehmen haben noch am selben Tag die betroffenen Bereiche gesperrt bzw. den Abtransport in die Wege geleitet. Der Niederösterreichische Straßendienst hat die Verwendung von asbesthaltigem Rollsplitt gestoppt. Auch betroffene Bürgermeister haben Sofortmaßnahmen ergriffen. Im steirischen Neudau lässt die Gemeinde derzeit den gesamten Streusplitt einsammeln und entsorgen. In Winden im Burgenland unterstützt der Bürgermeister ebenfalls die Entsorgung. Und auch die Lebensmittelkette SPAR, deren Filiale in Hartberg nahe einer Stelle mit Asbestschotter liegt, hat zugesichert, sich um den Fall zu kümmern.
Schuster: “Es wird Zeit, dass Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seine Stellvertreterin Anja Haider-Wallner ihre Verzögerungstaktik beenden und dem Vorbild von Unternehmen und Bürgermeistern folgen. Wenn es um Umwelt und Gesundheit geht, muss immer das Vorsorgeprinzip gelten. Wo ernsthafte Risiken bestehen, heißt es: lieber zu früh handeln als zu spät.” Greenpeace wiederholt außerdem die Forderung nach voller Transparenz, was die bisherigen Messergebnisse des Landes Burgenland betrifft. Bisher hat das Land noch keinerlei Daten veröffentlicht. Alle Analyse-Ergebnisse der Umweltschutzorganisation sind hingegen vollständig öffentlich und im Detail online einsehbar.
Den gestrigen Vorstoß der Task Force nach einer klaren bundesgesetzlichen Regelung betreffend des Verkaufs von asbesthaltigen Steinbruchprodukten begrüßt Greenpeace ausdrücklich. “Es ist wichtig, dass das Parlament beschließt, dass Produkte mit einem Asbestgehalt von über 0,1% generell nicht mehr verkauft werden dürfen. Das stellt sicher, dass zukünftige Bauprodukte nicht mehr als gefährlicher Abfall enden müssen, sondern recyclingfähig sind. Was die betroffene Bevölkerung aber jetzt als Erstes braucht, sind unmittelbare Maßnahmen”, so Schuster.
Asbest-Aktionsplan: https://act.gp/3O6CnYf
Überblickskarte zu Asbestfunden: https://act.gp/Asbestbelastung-Karte
Bildmaterial: https://act.gp/Asbest-Fotos-Stmk-NBgld
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