Voglauer/Grüne: Bio ist krisensicher und langfristig günstiger für Alle
„Die aktuellen Zahlen der AMA-Marketing zur Marktentwicklung bei Bio-Lebensmittel zeigen einen klaren Trend nach oben. Die Stimmen der Verbände und Produzent:innen sprechen allerdings auch eine klare Sprache: Die Bundesregierung muss unbedingt dafür sorgen, dass dieser Trend aufrecht bleiben kann und den Bäuerinnen und Bauern unter die Arme greifen. Während der Finanzminister offenbar auf einen fairen Beitrag der Superreichen verzichten kann, ist zur Unterstützung der Bio-Landwirtschaft kein Geld da“, so Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen.
„Bio ist keine Nische, Bio ist ein wichtiger Beitrag zur Krisenresilienz unserer Lebensmittelproduktion. Wer auf chemische Spritzmittel und Mineraldünger verzichtet, macht sich unabhängig von internationalen Konzernen und Importen – und leistet darüber hinaus auch einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Umwelt, der Artenvielfalt und der Menschen. Wer die kurzsichtige Brille der Gewinnmaximierung abnimmt und einen ganzheitlichen Blick auf die gesellschaftlichen Gesamtkosten wirft, sieht, dass uns die Bio-Produktion langfristig weit günstiger kommt“, sagt Voglauer.
Der Blick auf die heimische Produktion und die Marktsituation zeige auch, dass seitens der Bundesregierung Handlungsbedarf bestehe, so Voglauer: „Landwirtschaftsminister Totschnig muss endlich den jährlichen Einstieg in die Bio-Förderung im Rahmen des österreichischen Programms für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) ermöglichen, damit Bäuerinnen und Bauern, die gewillt sind, um- oder einzusteigen, gezielt unterstützt werden können. Seit Juli letzten Jahres liegt der Antrag der Grünen dazu im Parlament“, so Voglauer weiter.
„Gerade vor dem Hintergrund eines neuen EU-Finanzrahmens und dem Umbau der EU-Agrarpolitik muss hier endlich gehandelt werden. Dafür hätte Minister Totschnig verschiedene Möglichkeiten, wie etwa eine Durchfinanzierungszusage bei Einstieg in die bestehende mehrjährige ÖPUL-Maßnahme, oder eine eigene einjährige Bio-Einstiegsförderung“, weiß Voglauer und hält fest: „Wie das Ziel von 30 Prozent Bio-Flächenanteil bis 2027 ohne eine Einstiegsmöglichkeit in die Bio-Förderung erreicht werden soll, ist völlig unklar.“
Voglauer sieht auch weitere Hebel, um die Bio-Produktion in Österreich weiter zu stärken und abzusichern: „Die nachhaltige Lebensmittelbeschaffung des Bundes ist ein wichtiger Faktor für die Bio- und Tierwohl-Betriebe. Damit können langfristige Partnerschaften und Abnahmevereinbarungen geschlossen werden, was den Betrieben Planungs- und Investitionssicherheit gibt. Hier darf es keinen Kahlschlag geben, um das Bundesbudget zu verschönern. Zudem ist es höchst an der Zeit, dass die Wirtschaftskammer ihre unselige Blockade aufgibt und die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch in der Gastronomie umgesetzt werden kann. Gerade jetzt vor Umsetzung des Mercosur-Abkommens ist das dringender denn je.“
„Eine Bio-Zertifizierung in der Gastronomie unterstützt darüber hinaus die heimischen Produzent:innen und gibt den Gästen Klarheit. Nur dann können sie wirklich sicher sein, dass Bio drin ist, wenn Bio auf der Speisekarte drauf steht“, führt Voglauer aus und fordert Initiative von der Regierung: „Die Bundesregierung muss endlich ihre Hausausgaben machen und ins Tun kommen. Unsere Anträge liegen längst im Parlament auf dem Tisch. SPÖ, Neos und ÖVP sollten ihre Verzögerungstaktik in den Ausschüssen endlich überwinden, oder zumindest selbst praktikable Vorschläge liefern. In dieser Gesetzgebungsperiode haben sie bislang allesamt noch nichts vorgelegt.“
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Grüner Klub im Parlament