Jugendliche legen an Hochschulen Prüfungen ab und werden bei wissenschaftlichen Arbeiten unterstützt
Ziel von Young-Science-Initiativen ist es, (hoch)begabte sowie besonders wissenschaftsinteressierte Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu fördern und ihnen praxisnahe Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten zu ermöglichen.
„Mit den Young-Science-Initiativen eröffnen wir jungen Menschen einen direkten Zugang zu Forschung und Hochschule. Klar ist: Bildung darf keine Frage der Herkunft oder der Geldbörse sein und wer schon während der Schulzeit wissenschaftlich arbeiten oder erste Uni-Erfahrungen sammeln kann, kann Selbstvertrauen und neue Perspektiven gewinnen. Wenn wir wissenschaftliche Kompetenzen stärken, stärken wir auch unsere Demokratie. Kritisches Denken und der Zugang zu Wissen sind zentrale Bausteine einer wehrhaften Gesellschaft“, so Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner.
Mit Young Science bringt der OeAD im Auftrag des BMFWF Kinder, Jugendliche und Schulen durch vielfältige Angebote mit Wissenschaft und Forschung zusammen. Damit wird eine Schnittstelle zwischen Schule und Wissenschaft geschaffen.
Schülerinnen und Schüler an die Hochschulen: Frühstudium an Partnerhochschulen
Ein zentrales Angebot ist die Initiative „Schülerinnen und Schüler an die Hochschulen“. Motivierte Jugendliche können bereits während der Schulzeit Lehrveranstaltungen an Hochschulen besuchen, Prüfungen ablegen und so erste Studienerfahrungen sammeln. Damit richtet sich das Angebot gezielt an jene, die über den Regelunterricht hinaus gefordert werden möchten.
„Meine Lehrerin hat mir diese Initiative empfohlen, da ich mich für die Physik über das Schulniveau hinaus interessiere. Die Uni hat es mir dann ermöglicht, diesem Interesse nachzugehen und in diesem einen Semester habe ich mehr gelernt als in den Jahren zuvor“, sagt Olivia Tari (19 Jahre) vom ERG Donaustadt Wien, die Physik an der Universität Wien studiert.
Aktuell steht das Angebot an 36 Partnerhochschulen in allen österreichischen Bundesländern sowie an einer Partnerhochschule in Deutschland und einer in Liechtenstein zur Verfügung. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler profitieren mehrfach: Sie sammeln erste Hochschulerfahrungen, sind von Studiengebühren befreit und können Prüfungen ablegen, die ihnen später, nach Ablegen der Matura, für ein reguläres Studium angerechnet werden. Dadurch kann sich die Studienzeit verkürzen.
Österreichs Bildungsagentur OeAD koordiniert die Initiative seit Anfang 2020 und hat sie seither kontinuierlich ausgebaut. Nahmen im Wintersemester 2019/20 insgesamt 58 Schülerinnen und Schüler daran teil, so wurde im Wintersemester 2024/25 mit 174 Jugendlichen ein bisheriger Höchstwert erreicht. Im aktuellen Wintersemester 2025/26 sind es 170 teilnehmende Schülerinnen und Schüler.
Besonders häufig wählen die Jugendlichen Studienrichtungen wie Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Mathematik sowie naturwissenschaftliche Studiengänge. Die Anmeldung erfolgt zentral über den OeAD, wodurch eine einfache und einheitliche Teilnahme ermöglicht wird.
„Die stark steigenden Teilnehmendenzahlen zeigen, wie groß das Interesse an Wissenschaft und Studium bereits in der Schule ist. Mit Young Science schaffen wir konkrete Möglichkeiten, damit (hoch)begabte und besonders engagierte Schülerinnen und Schüler ihre Stärken weiterentwickeln können. Unser Ziel ist es, junge Talente nachhaltig zu begleiten und den Weg zwischen Schule und Wissenschaft aktiv zu öffnen“, freut sich OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice über den Erfolg.
Auch das Partnerhochschulnetzwerk wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert: von 19 Partnerhochschulen Anfang 2020 auf mittlerweile 38 Partnerhochschulen. Jede Hochschule stellt eine eigene Ansprechperson bereit, die bei Fragen rund um das Studium unterstützt.
Seit dem Wintersemester 2022/23 erleichtern zudem 22 Buddys an sieben Partnerhochschulen den Einstieg in den Uni-Alltag. Dabei handelt es sich um ehemalige Teilnehmende, die inzwischen regulär studieren und ihre Erfahrungen direkt weitergeben können.
Weitere Informationen: www.youngscience.at/schuelerinnen-hochschulen
Begabungsförderung rund um die Abschließende Arbeit (ABA) und Diplomarbeit
Young Science unterstützt Schülerinnen und Schüler nicht nur durch ein Frühstudium, sondern auch beim wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen der Abschließenden Arbeit (ABA) bzw. von Diplomarbeiten. Durch Mentoring-Angebote und Themenanregungen aus laufenden Forschungsprojekten entsteht ein direkter Bezug zu aktuellen Forschungsprojekten.
Physik-Mentoring in Kooperation mit der TU Wien
Beim Physik-Mentoring begleiten Physik-Studierende der TU Wien Schülerinnen und Schüler bei Abschlussarbeiten zu physikalischen Themen. Die Mentorinnen und Mentoren helfen beim wissenschaftlichen Schreiben und unterstützen auch praktisch, beispielsweise bei der Literaturrecherche, beim Kontakt mit Expertinnen und Experten oder durch Einblicke in universitäre Arbeitsweisen. So wird wissenschaftliches Arbeiten greifbar und machbar.
Informationen zur Anmeldung: www.youngscience.at/physik-mentoring
Young-Science-Themenplattform: Forschungsthemen für Abschlussarbeiten
Auf der Young-Science-Themenplattform finden Schülerinnen und Schüler knapp 1.000 Themenanregungen aus aktuellen Forschungsprojekten – inklusive Links und Literaturtipps. Viele Forschende bieten zusätzlich Kontaktmöglichkeiten an. So entstehen wertvolle direkte Verbindungen zur Forschung, die von Fragen zur Methode bis hin zu Interviewmöglichkeiten oder Besuchen an Forschungseinrichtungen reichen.
Young-Science-Themenplattform: www.youngscience.at/themenplattform
Young Science Inspiration Award: Wenn Abschlussarbeiten Wissenschaft inspirieren
Mit dem Young Science Inspiration Award werden Schülerinnen und Schüler für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet, die auf aktuellen Forschungsprojekten österreichischer Forschungseinrichtungen basieren und inspirierende Impulse für die Wissenschaft liefern. Die prämierten Arbeiten erhalten eine Auszeichnung von bis zu 400 Euro.
Einreichschluss ist jährlich der 30. April. Nach einer fachlichen Sichtung durch Forschende werden Arbeiten nominiert, aus denen eine Jury die drei besten kürt. Diese werden beim Young-Science-Kongress im Herbst von den Schülerinnen und Schülern präsentiert.
Seit 2019 wurden 235 Arbeiten eingereicht, von denen 118 für den Wettbewerb nominiert wurden.
Informationen: www.youngscience.at/ysia
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