Korosec alarmiert: Deutlich mehr Verkehrstote unter Seniorinnen und Senioren – seniorengerechtes Verkehrssystem jetzt umsetzen
Mit großer Sorge reagiert Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenbundes, auf die heute veröffentlichten Zahlen des VCÖ: 147 Seniorinnen und Senioren sind im Vorjahr in Österreich bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen – so viele wie seit 12 Jahren nicht mehr. „Diese Zahlen sind ein Alarmsignal. Wenn innerhalb eines Jahres 27 ältere Menschen mehr im Straßenverkehr sterben als im Jahr davor, dann ist das ein klarer Hinweis auf strukturelle Defizite in unserem Verkehrssystem“, betont Korosec.
Besonders besorgniserregend sei, dass ältere Menschen nicht nur als Pkw-Insassen, sondern auch als Fußgängerinnen und Fußgänger sowie mit dem Fahrrad und dem E-Bike überdurchschnittlich häufig tödlich verunglücken. „Gerade im Wohnumfeld, dort wo sich Seniorinnen und Senioren tagtäglich bewegen, braucht es mehr Sicherheit statt mehr Risiko“, so Korosec.
Korosec wiederholt ihre wichtigsten Forderungen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem:
- Weniger rot, mehr grün. Viele Ampelphasen sind viel zu kurz. Nicht nur ältere Menschen, die oft eingeschränkt mobil sind, tun sich schwer, über die Straße zu kommen. Grünphasen für Fußgänger müssen länger werden.
- Geringere Geschwindigkeit in Ortsgebieten. Seit 1. Juli 2024 können Behörden in besonders sensiblen Bereichen wie vor Schulen, Kindergärten oder Seniorenheimen Geschwindigkeitsbeschränkungen einfacher erlassen. Das sollte bei Bedarf geschehen. Wird ein Fußgänger mit 50 km/h angefahren, ist das Risiko tödlicher Verletzungen vier bis fünfmal so hoch wie bei 30 km/h.
- Mehr Gehwege. Im Ortsgebiet mangelt es oft an breiten Gehwegen. Vor allem auf dem Land fehlen solche auch als Verbindung zwischen zwei Orten. Das macht es für Fußgänger gefährlich.
- Bessere Ausleuchtung und mehr Zebrastreifen. Auf Freilandstraßen gibt es oft auch zu wenige sichere Zebrastreifen. Oder es gibt welche, die nicht ausgeleuchtet sind. Die Querung ist für Fußgänger vor allem in der Nacht oder bei Nebel hochgefährlich.
Angesichts des demografischen Wandels sei rasches Handeln unerlässlich. „Unsere Gesellschaft wird älter – das muss sich auch in der Verkehrsplanung widerspiegeln. Wer Mobilität will, muss Sicherheit mitdenken. Und wer Sicherheit will, darf die ältere Generation nicht übersehen“, stellt Korosec klar.
Die Seniorenbund-Präsidentin appelliert an Bund, Länder und Gemeinden, die Erkenntnisse aus den aktuellen Unfallzahlen ernst zu nehmen: „Jeder tödliche Unfall ist einer zu viel. Ein Verkehrssystem, das für ältere Menschen sicher ist, ist letztlich für alle sicherer.“
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