Wintertagung des Ökosozialen Forums: Zwischen Schnäppchenjagd und Verantwortung | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Wintertagung des Ökosozialen Forums: Zwischen Schnäppchenjagd und Verantwortung

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Mit einem eindringlichen Appell für mehr Preistransparenz, faire Wettbewerbsbedingungen und eine Stärkung der heimischen Produktion ist die 73. Wintertagung des Ökosozialen Forums zu Ende gegangen. Österreichs größte agrarpolitische Diskussionsveranstaltung rückte in diesem Jahr zentrale Fragen rund um Lebensmittelpreise, Freihandel und Versorgungssicherheit in den Fokus – und machte deutlich: Versorgungssicherheit ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen, wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, gesellschaftlicher Verantwortung sowie einer stabilen heimischen Lebensmittelproduktion.

„Schnäppchenjagd im Feinkostladen – der wahre Preis billiger Landwirtschaft“

Unter diesem Motto diskutierten Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft, Handel und Praxis die Spannungsfelder zwischen Inflation, internationalem Wettbewerb und nachhaltiger Produktion. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Ursachen steigender Lebensmittelpreise sind. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Landwirtschaft als wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor: Ob die Versorgung mit Lebensmitteln, die Pflege der Kulturlandschaft oder der Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.
Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums hielt fest: „Lebensmittelversorgung ist auch Sicherheitspolitik. Wer Sicherheit will, muss Sicherheit bieten. Wenn die Bäuerinnen und Bauern den Kontinent ernähren sollen, dann braucht es mehr Produktion und nicht weniger. Eine nachhaltige Intensivierung, die auf Qualität setzt und so nachhaltig, wie das nur wir können. Denn wenn wir Lebensmittel importieren müssen, dann machen wir uns abhängig und dann importieren wir gleichzeitig schlechtere Umwelt- und Tierwohlstandards.“

Sieben Fachtage: Fachlicher Austausch zu zentralen Zukunftsfragen

Über alle sieben Fachtage hinweg zeigte sich ein klares Bild: Die österreichische Land- und Forstwirtschaft steht vor tiefgreifenden strukturellen, wirtschaftlichen und klimatischen Herausforderungen, verfügt jedoch gleichzeitig über ein hohes Maß an Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit. Die Branchen-Fachtage machten deutlich, dass steigende Anforderungen in den Bereichen Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz, Biosicherheit sowie Dokumentation nur mit wirtschaftlich tragfähigen Betrieben, verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und fairen Wettbewerbsbedingungen zu bewältigen sind. Zentrale Erfolgsfaktoren für die Zukunft sind praxisnahe Forschung, technologische Innovation, eine stärkere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie transparente Markt- und Preisstrukturen. Die 73. Wintertagung unterstrich eindrucksvoll, dass Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit nur gemeinsam gedacht und umgesetzt werden können.

Wie muss die zukünftige Landwirtschaft aussehen?

Nach der Wintertagung gilt es, die dringendsten Herausforderungen weiterzuverfolgen. Aufbauend auf der Vision 2028+ plant das Ökosoziale Forum daher für 2026, unterschiedliche Zukunftswege der Landwirtschaft 2050 in Form von Szenarien zu entwickeln und vergleichend zu analysieren. Dazu werden Expert:inneninterviews und Workshops durchgeführt, um zentrale Handlungsfelder, konkrete Maßnahmen und Forschungsbedarfe zu identifizieren sowie unterschiedliche Interessenlagen und Zielkonflikte innerhalb der Landwirtschaft und zwischen Praxis, Politik und Gesellschaft zu beleuchten. Auf dieser Grundlage werden praxisnahe Strategien abgeleitet, die eine ökonomisch tragfähige, ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Landwirtschaft 2050 ermöglichen.

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