Sanitäter:innen am Limit: ÖGB fordert bessere Ausbildung und qualifiziertere Rolle im Gesundheitssystem
Der ÖGB unterstützt die heutige Forderung nach besserer Ausbildung und warnt gleichzeitig: Ohne Höherqualifizierung drohen Qualitätsverluste in der Versorgung und weitere Abgänge aus dem Rettungswesen.
“Sanitäter:innen sind oft die ersten medizinischen Fachkräfte am Einsatzort. Sie treffen Entscheidungen unter Zeitdruck, versorgen Patient:innen in Ausnahmesituationen und bringen sie sicher ins Krankenhaus. Trotzdem zählt der Beruf hierzulande weiterhin zu jenen Gesundheitsberufen mit der kürzesten Ausbildungsdauer – mit spürbaren Folgen für Beschäftigte, Patient:innen und das gesamte System”, so Claudia Neumayer-Stickler, Leiterin des gesundheitspolitischen Referats im ÖGB.
Während in vielen EU-Ländern die höchste Ausbildungsstufe mindestens drei Jahre dauert, umfasst die höchste Qualifikation in Österreich lediglich rund 1.640 Ausbildungsstunden – das entspricht rund einem Jahr Vollzeitausbildung.
Die Folgen sind längst sichtbar: Personalengpässe nehmen zu, viele Sanitäter:innen verlassen den Beruf frühzeitig – oft wegen Überlastung und fehlender Perspektiven.
Ein dreistufiges Ausbildungsmodell würde das System gezielt entlasten. Besser qualifizierte Notfallsanitäter:innen könnten Patient:innen vor Ort besser einschätzen, unnötige Einlieferungen vermeiden, Spitäler spürbar entlasten und die Versorgung verbessern.
Klar ist: Zivildienst und Ehrenamt bleiben erhalten. Die Reform bedeutet keine Verdrängung, sondern eine dringend notwendige Aufwertung und Attraktivierung des Berufsbildes.
„Sanitäter:innen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Wer Verantwortung für Menschenleben trägt, braucht mehr als Minimal-Ausbildung“, betont Neumayer-Stickler. „Eine bessere Qualifikation schützt Patient:innen, entlastet das Gesundheitssystem und gibt Sanitäter:innen endlich die Anerkennung, die sie verdienen“, so die Gewerkschafterin.
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