Scan Cars: Start der Testfahrten für High-Tech-Parkkontrolle in Wien | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Scan Cars: Start der Testfahrten für High-Tech-Parkkontrolle in Wien

0 42

Premiere bei der Wiener Parkraumüberwachung: Ab sofort werden die ersten Test-Fahrten mit den neuen Scan Cars durchgeführt und die Software speziell für Wien programmiert. Es handelt sich bei den Scan Cars um Autos mit speziellen Sensoren zur Kennzeichenerfassung und damit zur digitalen Kontrolle der zu entrichtenden Parkometerabgabe.

Der Ablauf ist ähnlich wie beim seit Jahren im Einsatz befindlichen Handy-Scan der Parkraumüberwachungsorgane, nur schneller und effizienter. Die MitarbeiterInnen der Parkraumüberwachung sind in den Flächenbezirken bis zu 15 km am Tag unterwegs und werden mit den neuen Fahrzeugen bei ihrer wichtigen Kontrolltätigkeit entlastet. In anderen Städten wie Amsterdam, Prag oder Paris sind derartige Systeme seit längerem in Verwendung, um eine moderne, ressourceneffiziente und faire Kontrolle des Parkens zu ermöglichen.

Nachdem die österreichische Firma CPB bei der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten hat, werden jetzt Funktionalität und ein reibungsloser Ablauf des Programms auf Wiens Straßen geprüft. So werden ab nun vier Scan Cars testweise in den Bezirken unterwegs sein, dabei die Programmierung speziell für Wien vorgenommen, ab Jahresende sind sie dann im realen Einsatz.

Mobilitätsstadträtin Ulli Sima hat sich heute selbst ein Bild von den neuen Fahrzeugen am Stützpunkt der MA 67 in der Dresdner Straße gemacht und sich mit den KollegInnen der Parkraumüberwachung über die Neuerungen ausgetauscht: „Wien sorgt für eine digitale Premiere in ganz Österreich. Der Einsatz der Scan Cars ist ein weiterer Schritt Richtung moderner Parkraumbewirtschaftung in unserer Stadt. Nach der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls 2022 haben sich die zu kontrollierenden Flächen im Stadtgebiet beinahe verdoppelt. Mit dem Einsatz von Scan-Cars haben wir ein smartes und effizientes Angebot ausgearbeitet und sparen den Mitarbeiter*innen rund 15 Kilometer Fußmarsch am Tag in den großen Bezirken“, so Mobilitätsstadträtin Ulli Sima.

Datenschutzkonforme Kontrollen

Die neuen Scan Cars kommen in den weitläufigen Teilen in zwölf Bezirken zum Einsatz (Bezirke 10, 11, 13 – 19 und 21 – 23). Der Sensor ist auf dem Autodach montiert und scannt die Kennzeichen mittels optischer Zeichenerkennung (OCR), gleicht sie mit der entsprechenden Datenbank ab und liefert Hinweise auf mögliche Verstöße. Eine Speicherung der Information findet nicht statt, womit die datenschutzrechtlichen Vorgaben vollständig gewahrt bleiben. Jeder gemeldete Verdachtsfall wird manuell von einem Parkraumüberwachungsorgan überprüft.

Digitalisierung als Schlüssel zu Ressourcenschonung und Mitarbeiter*innenschutz

Die fortschreitende Digitalisierung der Parkraumüberwachung ist ein wichtiger Schritt, um Verwaltungsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Sie hilft, Personalressourcen gezielter einzusetzen, unnötige Doppelwege zu vermeiden und energieeffizientere Abläufe zu schaffen. Gleichzeitig schützt sie die Kontrollorgane, die bisher Wind, Regen, Hitze oder winterlichen Bedingungen oft ungeschützt ausgesetzt waren. Mit den Fahrzeugen steht nun ein wetterfester und ergonomischer Arbeitsraum zur Verfügung. Die Besetzung der Scan Cars mit den Überwachungsorganen wird durch die jeweiligen Führungskräfte auf den sechs Stützpunkten der Parkraumüberwachungsgruppe entschieden. Dabei gilt wie auch bei der regulären Bestreifung zu Fuß ein Rotationsprinzip.

„Für die Mitarbeiter*innen der MA 67 sind die Scan Cars eine wertvolle Unterstützung. Wir starten mit der ersten Testphase in diesem Jahr auch die Schulungen für unsere 650 Mitarbeiter*innen, welche über den Jahresverlauf stattfinden werden, so dass wir mit Beginn des Vollbetriebs Ende 2026 auch gerüstet sind. Wir wissen aus der internationalen Erfahrung aus Städten wie Amsterdam, Prag oder Paris, dass der Einsatz solcher Systeme eine moderne, ressourceneffiziente und faire Überwachung ermöglicht. Ich freu mich, dass Wien als erste Stadt in Österreich auf dieses High-Tech- System setzt“, so die Leiterin der MA 67 Parkraumüberwachung Michelle Krumpschmid.

Österreichisches Software-Unternehmen erhält Zuschlag

Beschlossen wurde die Einführung der digitalen Parkraumbewirtschaftung im März 2025 im Wiener Landtag. Mit Ende November 2025 wurde das zweistufige Bieter*innenverfahren für den weiteren Ausbau der digitalen Parkraumüberwachung abgeschlossen. Die auf derartige Anforderungen spezialisierte CPB Software GmbH, mit Sitz in Wien, konnte die Fachjury überzeugen und erhielt den Zuschlag für das Kamerasystem der Scan-Cars.

„Wir sind ein international tätiges Unternehmen in 23 Ländern. Wir sind stolz Teil der Digitalisierungsstrategie der Stadt Wien sein zu können und freuen uns auf dieses hochtechnologische Vorreiterprojekt in Österreich“, so Martin Schanda, Geschäftsführer der CPB Österreich.

Gut sichtbar – und damit auch präventiv wirksam

Ein zusätzlicher, subjektiver Effekt: Die neuen Fahrzeuge sind klar erkennbar. Ihre Präsenz wirkt nachweislich motivierend auf das Einhalten der Parkregeln. Ein Effekt, den bereits viele europäische Städte nutzen. Da die Fahrzeuge größere Strecken zurücklegen können, steigt die Überwachungsdichte in den Außenbezirken, ohne dass dafür zusätzliche personelle Ressourcen nötig sind. Gleichzeitig können die durch den Einsatz der Scan-Fahrzeuge freiwerdenden personellen Ressourcen in Gebieten mit hoher Stellplatzdynamik eingesetzt werden. Das sorgt für mehr Fairness und Transparenz im öffentlichen Raum.

Modernes Wiener Parkraummanagement: Eine Erfolgsgeschichte

Die Scan Cars sind ein nächster wichtiger Schritt bei der Modernisierung der Parkraumkontrolle. Der erste Schritt war die Vereinheitlichung der Parkpickerl für alle Bezirke im März 2022. Seit der Einführung der flächendeckenden Parkraumüberwachung hat sich die zu kontrollierende Fläche nahezu verdoppelt und war zugleich ein Meilenstein für den Klimaschutz in der Millionenstadt Wien. So konnte der Autopendler*innenverkehr reduziert und neue Flächen im öffentlichen Raum geschaffen werden. Der Anteil an Fahrzeugen mit Nicht-Wiener Kennzeichen ging um bis zu 89 % zurück, die Stellplatzauslastung sank mancherorts um bis zu 68 %.

Die freigewordenen Flächen nutzt die Stadt Wien gemeinsam mit den Bezirken, um Begrünungsprojekte und neue Radwege zu schaffen. So wurde in Floridsdorf die Schleifgasse auf 3.000 m2 entsiegelt und mit 18 neuen Bäumen begrünt, auch eine eigene Bezirksradwegoffensive für Floridsdorf wurde 2024 gestartet. Umgesetzt wurden seither etwa ein neuer Zwei-Richtungs-Radweg in der Floridsdorfer Hauptstraße – inklusive 50 neuer Bäume – und auch die Prager Straße und die Angerer Straße erhielten eine sichere Radverbindung. 2025 wurden u.a. auf der Leopoldauer Straße insgesamt 1,2 km beidseitige Ein-Richtungs-Radwege errichtet und 17 neue Bäume gepflanzt. Ein grenzübergreifendes Projekt war 2025 der Lückenschluss in Thayagasse und Pinkagasse von Iselgasse bis zur niederösterreichischen Seyringer Straße.

In der Donaustadt wurde bereits 2022 eine Bezirksradwegoffensive mit rund 14 km neuer Radinfrastruktur gestartet – seither wurde eine Vielzahl an Projekten umgesetzt, so gibt es nun etwa auf der Erzherzog-Karl-Straße, der Breitenleer Straße, der Donaustadt-Straße oder der Wagramer Straße komfortable neue Radwege. Der über 4 m breite Zwei-Richtungs-Radweg auf der Wagramer Straße ist Teil von Wiens 1. Megaradhighway von der Urania bis zum Kagraner Platz. Entlang der Strecke befindet sich auch Wiens erster Straßenpark auf einer Länge von über 250 Metern. Zwischen Donauzentrum und Steigenteschgasse wurden nicht genutzte Straßenbahngleise rückgebaut und die Nebenfahrbahn zu einem begrünten Aufenthaltsraum mit 60 neuen Bäumen umgestaltet. Im Fokus der Offensive stehen aber auch Lückenschlüsse wie An den alten Schanzen, der Direkt-Verbindung zwischen der Hausfeldstraße und der Seestadt Aspern.

In Hietzing wurde die Altgasse zur Begegnungszone und mit 19 neuen Bäumen zum attraktiven Aufenthaltsort. Ende letzten Jahres wurde die Auhofstraße auf einer Länge von 1,1 km zwischen Dommayergasse und Feldmühlgasse zur attraktiven Fahrradstraße umgestaltet.

Auch in Liesing wurde der neu gewonnene Platz für neue Radinfrastruktur genutzt, etwa in der Wohnparkstraße, wo es jetzt statt parkender Autos einen breiten, komfortablen Zwei-Richtungs-Radweg gibt, der an den Radweg in der Anton-Baumgartner-Straße anschließt. Die Auer-Welsbach-Straße wurde von der Kirchfeldgasse bis zur Karl-Heinz-Gasse auf einer Länge von 420 Metern zu einer fahrradfreundlichen Straße umgestaltet. Ein neuer, direkter Radweg über den Atzgersdorfer Platz sorgt außerdem für einen zentralen Lückenschluss beim beliebten Liesingbachradweg, der bisherige Umwege überflüssig macht. Auch hier wurden zusätzliche Bäume und Sträucher gepflanzt, in Summe profitieren so alle Wiener*innen und Wiener von der freigewordenen Fläche.

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Stadt Wien - Kommunikation und Medien (KOM)

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.