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Hochseeschutz-Übereinkommen: Österreich ratifiziert globales Abkommen zum Schutz der Meere

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Im Ministerrat am Dienstag wurde die Ratifikation des Hochseeschutz-Übereinkommens (BBNJ) beschlossen. Mit der erstmaligen Schaffung eines völkerrechtlichen Rahmens für zwei Drittel der weltweiten Ozeanflächen, trägt Österreich dem Schutz der biologischen Vielfalt in Meeresgebieten Rechnung. Das Übereinkommen ist am 17. Jänner 2026 im Rahmen der UN-Seerechtskonvention (Biodiversity Beyond National Jurisdiction, BBNJ) in Kraft getreten.

„Der Schutz der Meere ist eine gemeinsame Verantwortung der internationalen Staatengemeinschaft. Ihre Bedeutung für Klima, Biodiversität, Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen betrifft die gesamte Menschheit – auch ein Binnenland wie Österreich. Das Übereinkommen schafft erstmals einen verbindlichen Rahmen für den Schutz der Hochsee und stärkt die wissenschaftliche Zusammenarbeit, sowie die maritime Forschung. Zudem leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der globalen Biodiversität und zur Stabilität des größten Ökosystems der Erde und sichern die österreichische Forschung in diesem Bereich ab“, so Klima- und Umweltminister Norbert Totschnig.

Der Nationalrat und Bundesrat müssen der Regierungsvorlage noch zustimmen. Nach erfolgter Kundmachung wird die Ratifikation Österreichs bei den Vereinten Nationen hinterlegt.

Bedeutung für Wissenschaft und internationale Zusammenarbeit
Für die österreichische Wissenschaft und Wirtschaft ist das Übereinkommen von großer Bedeutung. Österreich verfügt über eine starke und gut vernetzte Forschungslandschaft in den Bereichen Umwelt-, Bio-, Medizin- und Biotechnologie. Das BBNJ-Übereinkommen schafft erstmals klare und verlässliche Rahmenbedingungen für den Zugang zu marinen genetischen Ressourcen sowie für den internationalen wissenschaftlichen Austausch. Durch aktives Mitwirken an der Ausgestaltung dieser Regeln kann Österreich dazu beitragen, dass Forschung auf der Hochsee weiterhin offen, kooperativ und fair möglich bleibt und gleichzeitig Rechtssicherheit geschaffen wird.

Hintergrund: Warum das BBNJ-Übereinkommen wegweisend ist
Nach mehr als 14 Jahren internationaler Verhandlungen gilt das BBNJ-Übereinkommen als Meilenstein des globalen Biodiversitäts- und Meeresschutzes. Die Ozeane sind Lebensraum unzähliger, vielfach noch unerforschter Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Die Tiefsee, die mehr als 60 Prozent der Erdoberfläche umfasst, ist bis heute zu weniger als 1 Prozent wissenschaftlich erforscht; vom Tiefseeboden sogar nur rund 0,001 Prozent. (Weitere Informationen: oceandiscoveryleague.org) Gleichzeitig übernehmen die Ozeane eine zentrale regulierende Funktion: Sie nehmen etwa ein Drittel der menschengemachten CO₂-Emissionen auf und tragen wesentlich zur Dämpfung des Klimawandels bei.

Das Übereinkommen etabliert erstmals vier verbindliche Instrumente für den Schutz der Hochsee:

  • die Ausweisung von Meeresschutzgebieten auch in internationalen Gewässern,

  • verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfungen für potenziell schädliche Aktivitäten,

  • Regelungen zu Zugang und Vorteilsausgleich bei der Nutzung mariner genetischer Ressourcen, insbesondere zugunsten von Entwicklungsländern,

  • sowie Kapazitätsaufbau und Technologietransfer zur Stärkung der globalen Umsetzung.

Gesunde Meere sind auch für ein Binnenland wie Österreich von Bedeutung: Ozeane speichern große Mengen an Kohlenstoff und Wärme und produzieren rund die Hälfte des globalen Sauerstoffs. Außerdem tragen sie dazu bei, den Anstieg globaler Temperaturen zu begrenzen und extreme Klimafolgen abzumildern.

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