Grüne Wien/Pühringer, Berner: Dringliche Anfrage zu Kinder- und Jugendhilfe im heutigen Landtag | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Grüne Wien/Pühringer, Berner: Dringliche Anfrage zu Kinder- und Jugendhilfe im heutigen Landtag

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Die Grünen Wien stellen im heutigen Landtag eine Dringliche Anfrage zur Notlage in der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wien (MA 11). Die MA 11 steht seit Jahren unter Druck: Die Mitarbeiter:innen sind am Limit, vor Weihnachten gab es sogar einen Aufnahmestopp in den Krisenzentren der Stadt Wien. Die Zahl der Gefährdungsabklärungen auf Grund von Vernachlässigung, psychischer und physischer Gewalt stieg in den letzten Jahren stark an, während die Zahl der Mitarbeiter:innen in der MA 11 auf ihren Tiefstand sank.

„Hier zeigt sich ein Versagen der verantwortlichen NEOS-Stadträtin Emmerling. Betroffene Kinder und Jugendliche sowie engagierte Mitarbeiter:innen werden in einer Notsituation allein gelassen. Wien braucht eine Kinder- und Jugendhilfe, die wirksam ist“, so Parteivorsitzende Judith Pühringer.

Die Krisenzentren sind chronisch überfüllt: Laut Stadtrechnungshof wurde für 2023 eine Durchschnittsauslastung von 112 Prozent verzeichnet, im ersten Halbjahr 2024 sogar 120 Prozent. Statt den vorgesehenen 8 Kindern halten sich großteils bis zu 13 Kinder in den Krisenzentren auf. „Der dauerhafte Personalnotstand in der MA 11 und ihren Einrichtungen lassen kaum vertiefende Betreuung der Schutzbedürftigen zu – meist wird nur noch Feuerwehr gespielt. Die MA 11, die eigentlich Schutzinsel und Anker für Kinder in Not sein sollte, schafft derzeit allerhöchstens eine Mangelverwaltung,“ so Familiensprecherin Ursula Berner.

Die Grünen fordern einen Neuaufbau der Kinder- und Jugendhilfe in Wien mit:
+ Besseren Arbeitsbedingungen und fairer Bezahlung
+ Entbürokratisierung und freieren Handlungsspielräumen
+ Ausbau qualitativ hochwertiger ambulanter Angebote für Familien
+ Vorrang von Kleinstgruppenbetreuung statt Groß-WGs
+ Neuaufsetzung der Krisenzentren, um die Überbelegung in den Griff zu bekommen

Darüber hinaus braucht es:
+ Einen Schwerpunkt Prävention von (sexualisierter) Gewalt mit Schutzkonzepten und Bildungsangeboten in Schulen, Heimen und Sportvereinen
+ Mehr Ausbildungsplätze für Sozialarbeit an den Fachhochschulen
+ Wiedereinführung des Jugendgerichtshofs

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