Österreichischer Alpenverein: Tiefe Betroffenheit nach Lawinenunglück im Salzburger Pongau | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Österreichischer Alpenverein: Tiefe Betroffenheit nach Lawinenunglück im Salzburger Pongau

0 52

Nach dem Unglück im Großarltal waren Experten der Abteilung Bergsport des Österreichischen Alpenvereins vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Die Tourengruppe befand sich im Aufstieg Richtung Throneck (2.214m) im untersten Abschnitt des Gipfelhangs, als sich im oberen Bereich eine 120 bis 150 Meter breite Schneebrettlawine löste und die gesamte Gruppe erfasste. Dabei wurden alle sieben Personen verschüttet. Ein Verschütteter konnte sich selbstständig und unverletzt aus den Schneemassen befreien. Er begann umgehend mit der Kameradenrettung und setzte die Rettungskette in Gang. Im Zuge des koordinierten Rettungseinsatzes konnten alle weiteren Verschütteten geborgen werden, für vier von ihnen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Zwei weitere Personen, darunter die Bergführerin, wurden leicht verletzt geborgen.

Unfallursache wird erhoben und entsprechend aufgearbeitet

Alle Beteiligten waren erfahrene Tourengeher, die den Kurs zur Weiterbildung besuchten. Sie waren alle standardmäßig mit entsprechender Lawinennotfallausrüstung unterwegs. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte im Bereich der Unfallstelle Lawinenwarnstufe 2, also mäßige Lawinengefahr.

„Wir sind dabei, das Geschehene aufzuarbeiten und genau zu erheben, wie es zu dem Unglück gekommen ist. Wie immer bei Unfällen mit Personenbeteiligung im alpinen Gelände wurden von Seiten der Alpinpolizei die Erhebungen eingeleitet und von Seiten der Staatsanwaltschaft zur fachlichen Befundaufnahme ein Sachverständiger bestellt. Das ist ein Standardablauf“, erklärt Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport im Alpenverein, und fügt eine Bitte hinzu: „Wir möchten dafür plädieren, das Ergebnis der Ermittlungen abzuwarten und von voreiligen Beurteilungen oder Kritiken abzusehen.“

Bei aller Erfahrung und Vorbereitung: Restrisiko bleibt bestehen

„Dieses Unglück macht uns als Alpenvereinsfamilie zutiefst betroffen. Wir werden alles daransetzen, die Umstände umfassend aufzuklären“, betont Alpenvereinspräsident Wolfgang Schnabl. „Wir müssen uns eingestehen, dass trotz aller Erfahrung, bester Vorbereitung und höchstem Ausbildungsstandard solche Ereignisse nicht vollständig auszuschließen sind. Selbst wenn alle Sicherheitsaspekte beachtet werden, bleibt ein Restrisiko, das sich nicht kontrollieren lässt. Dafür Menschen zu verlieren, die wie wir die Berge geliebt haben, schmerzt unsagbar. Wir möchten den Angehörigen und Hinterbliebenen unser tiefes Mitgefühl ausdrücken“, so der Alpenvereinspräsident.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Österreichischer Alpenverein

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.