IGP: Unkraut & Schädlinge schaden dem Preis
Die Produktion von Lebensmitteln ist systemrelevant und ein klarer gesellschaftlicher Auftrag. Die Betriebe entlang der Kette finden zur Erfüllung dieses Auftrags aber zunehmend schlechtere Rahmenbedingungen vor, während die Anforderungen steigen. Das beste Beispiel ist der integrierte Pflanzenbau: Gesellschaftliche Ziele sind wachsende Erträge, steigende Qualität und sinkende Preise, aber den Landwirten werden laufend wichtige Werkzeuge genommen, um sie zu erreichen. Das geht zu Lasten der Nachhaltigkeit, denn Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter können Ernten ohne wirksamen Schutz massiv reduzieren. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet das: weniger Ertrag und Umsatz bei gleichen Kosten. Gleichzeitig gibt es weniger Lebensmittel für die gleiche Anzahl an Menschen, weshalb die Nachfrage und damit der Preis steigen.
„Pflanzenschutzmittel leisten mehr als nur den Schutz von Pflanzen vor Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern. Ihr gezielter Einsatz spart Arbeit, Energie, Fläche und Rohstoffe. Er stabilisiert Erträge, senkt Kosten und trägt dazu bei, Lebensmittel leistbar und regional verfügbar zu halten“, so IGP-Obmann Christian Stockmar anlässlich des Eröffnungstags der Wintertagung. „Integrierter Pflanzenbau ist somit die nachhaltigste Form der Lebensmittelproduktion, die den Betrieben entlang der Lebensmittelkette und den Konsumenten zugutekommt. Die EU-Agrarpolitik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für die landwirtschaftlichen Betriebe zu verbessern und so eine nachhaltige Lebensmittelproduktion in Europa abzusichern.“
Die IGP hat fünf Beispiele zusammengefasst, die den Nutzen eines effizienten Pflanzenschutzes klar belegen:
Weniger Arbeitsstunden: Mechanische Maßnahmen sind deutlich arbeitsintensiver als der Einsatz von Herbiziden. Hacken, Striegeln, wiederholtes Jäten oder händisches Entfernen von Schädlingen benötigen mehr Zeit und Personal. Entsprechend den Vorgaben des integrierten Pflanzenschutzes und der guten landwirtschaftlichen Praxis braucht es einen optimierten Mix aus mechanischen und chemischen Maßnahmen, der den Arbeitsaufwand reduziert und die Wirksamkeit maximiert.
Weniger Emissionen: Mechanische Unkrautbekämpfung geht nur mit intensiver Bodenbearbeitung, was einen Humusabbau und eine CO₂-Freisetzung mit sich bringt. Außerdem steigen die Emissionen durch den Dieselverbrauch. Ohne Unkrautmittel müssten Felder deutlich öfter bearbeitet werden. Herbizide tragen dazu bei, CO₂ im Boden zu binden, Bodenleben und -struktur zu erhalten und die Erosion zu reduzieren.
Weniger Fläche: Wenn Erträge gesichert sind, muss weniger Fläche landwirtschaftlich genutzt werden, um dieselbe Menge an Lebensmitteln zu produzieren. Das schafft Spielraum für Blühstreifen, Hecken, Brachen und ökologische Ausgleichsflächen. Produktive Landwirtschaft und Biodiversität schließen einander also nicht aus. Im Gegenteil: Effiziente Erträge sind eine Voraussetzung dafür, der Natur gezielt Raum zu geben.
Weniger Transport: Stabile und ausreichende Ernten in Österreich reduzieren die Abhängigkeit von Importen. Wenn Lebensmittel regional erzeugt werden, sinken Transportwege, Transportkosten und Emissionen durch die Logistik. Pflanzenschutz trägt also dazu bei, dass hochwertige Lebensmittel dort produziert werden, wo sie konsumiert werden. Das bringt ein Plus für die regionale Wertschöpfung.
Weniger Food Waste: Krankheiten und Schädlinge mindern nicht nur den Ertrag, sondern auch die Qualität. Befallene, beschädigte oder verunreinigte Ernteprodukte werden am Feld, im Lager oder im Handel sowie in den Haushalten häufiger aussortiert. Pflanzenschutz hilft, die Qualität zu sichern, die Lagerfähigkeit zu verbessern und Verluste entlang der Nahrungskette zu reduzieren. Das spart Kosten für alle und ist ein Beitrag zum Umweltschutz.
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