Disoski/Grüne: Keine Wehrpflicht für Frauen, solange Ungleichheit besteht
Die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, spricht sich anlässlich der heutigen Empfehlungen der Wehrdienstkommission klar gegen eine Wehrpflicht für Frauen aus: „Frauen verdienen in Österreich um fast 20 Prozent weniger als Männer, sind öfter armutsgefährdet und erhalten in der Pension rund 40 Prozent weniger als Männer. Es ist absurd, über eine Wehrpflicht für Frauen zu diskutieren, solange diese bestehenden Ungleichheiten nicht beseitigt sind.“
„Eigentlich sollte eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission Vorschläge dazu liefern, wie diese Ungleichheiten beseitigt werden können. Dass stattdessen über zusätzliche Pflichten für Frauen diskutiert wird, ist völlig verfehlt und absurd“, kritisiert Disoski.
Disoski übt auch scharfe Kritik an der aktuellen Bundesregierung: „In den letzten fünf Jahren wurden mit Grüner Regierungsbeteiligung viele frauenpolitische Versäumnisse der Vergangenheit aufgeholt. Die jetzige Regierung hat frauenpolitisch wieder den Rückwärtsgang eingelegt: Es gibt weniger Geld für Frauenpolitik, der Staatshaushalt wird auf dem Rücken von Frauen saniert, ein unterfinanzierter Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen wurde präsentiert.“
Kritik übt die Grüne Frauensprecherin auch an der Zusammensetzung der Wehrdienstkommission. „Von 23 Mitgliedern sind nur drei Frauen. Es sitzen mehr Mitglieder mit dem Namen Peter als Frauen in der Kommission, die eine Wehrpflicht für Frauen fordert“, hält Disoski fest und betont: „Solange Frauen in politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsstrukturen unterrepräsentiert sind und bestehende Ungleichheiten weiter bestehen, brauchen wir keine Wehrpflicht für Frauen – wir brauchen endlich gerechte Bezahlung, faire Pensionen und eine echte Gleichstellung in allen Bereichen des Lebens.“
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