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Industriestrategie setzt wichtige Signale

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Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) begrüßt die von der Bundesregierung präsentierte Industriestrategie Österreich 2035 als wichtigen industriepolitischen Schritt. Einige der vorgesehenen Maßnahmen entsprechen langjährigen Forderungen des FEEI – von der Fokussierung auf europäische Produkte in der öffentlichen Beschaffung, über die Senkung der Energiekosten, die Schaffung von Investitionsanreizen bis hin zur Fokussierung auf klar definierte Schlüsseltechnologien. Entscheidend ist nun die konsequente und rasche Umsetzung, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts wiederherzustellen und Deindustrialisierungstendenzen entgegenzuwirken.

Die Elektro- und Elektronikindustrie zählt mit rund 300 Unternehmen, 72.500 Beschäftigten und weltweit gefragten Technologien zu den wichtigsten Industriezweigen Österreichs. Gleichzeitig steht die Branche aufgrund hoher Energie- und Standortkosten, globaler Unsicherheiten und strukturellem Fachkräftemangel seit Jahren unter erheblichem Druck. Mit der Industriestrategie setzt die Bundesregierung nun Signale für Entlastung, Wettbewerbsstärkung und Zukunftsfähigkeit.

„Die heute veröffentlichte Industriestrategie enthält sinnvolle Maßnahmen, die wir als FEEI zum Teil bereits seit Jahren einfordern. Österreichs Industrie braucht dringend planbare und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Was jetzt zählt, ist die entschlossene und rasche Umsetzung,“ sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.

Schlüsseltechnologien und F&E als Fundament des Industriestandorts
Schlüsseltechnologien bilden das Fundament moderner Industriepolitik. Sie ermöglichen Innovationen, sichern Wertschöpfung und stärken die technologische Souveränität Österreichs und Europas. Neben Künstlicher Intelligenz, Robotik, Mobilitätstechnologien, Quantentechnologie und Photonik oder Weltraum- und Luftfahrttechnologien ist die Mikroelektronik ein ganz zentraler Bereich. Hier verfügt Österreich über eine besonders starke Ausgangsposition mit leistungsfähigen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, enger europäischer Vernetzung und exzellenter Forschung. Vor diesem Hintergrund begrüßt der FEEI die von der Bundesregierung angekündigte Schlüsseltechnologieoffensive ausdrücklich. Ergänzend fordert der Verband einen klaren Pfad zur Erhöhung der F&E-Quote auf über 4 % bis 2030 sowie eine bessere Ausschöpfung europäischer Forschungsmittel.

Standort Europa: „Europe first“ als notwendige Leitlinie
Positiv bewertet der FEEI die Verankerung des Europe First Prinzips in Förder- und Vergabeverfahren. „Nur wenn öffentliche Aufträge und Förderinstrumente europäische Technologien klar bevorzugen, lassen sich Abhängigkeiten reduzieren, Wertschöpfungsketten in Europa stärken und technologische Souveränität sichern“, so Hesoun. Gerade in Branchen wie Mikroelektronik, Bahnindustrie oder Umwelttechnologien, in denen Österreich und Europa bereits heute starke Positionen einnehmen, braucht es eine konsequente „Europe first“-Ausrichtung, um faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten und industrielle Zukunftskompetenzen im eigenen Wirtschaftsraum zu halten.

Industriestrompreis bringt Planungssicherheit
Die angekündigte Senkung des Industriestrompreises auf bis zu 5 Cent pro kWh ab 2027 ist ein weiterer wichtiger Schritt für Entlastung und Planungssicherheit. Ebenso entscheidend ist der Ausbau erneuerbarer Energieträger sowie die Modernisierung des Energiesystems – denn nur stabile und planbare Energiekosten sichern Investitionen und halten Arbeitsplätze langfristig im Land.

Fachkräfte sind zentraler Faktor
Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Rückgrat einer starken Industrie. Die Industriestrategie setzt hier wichtige Akzente. Sie sieht neue Lehrberufe in Schlüsseltechnologie-Bereichen, modernisierte HTL-Lehrpläne sowie Verbesserungen bei der Rot-Weiß-Rot-Karte vor, um den steigenden Personalbedarf der High-Tech-Industrie künftig besser zu decken. Entscheidend wird sein, diese Maßnahmen rasch in die Praxis zu bringen und eng mit den technologischen Prioritäten der Strategie zu verbinden. Die Branche setzt bereits seit einigen Jahren ganz gezielt auf die Gewinnung von Nachwuchskräften, etwa mit der Initiative #JoinTheFuture (zukunftserfinderinnen.at). „Damit wecken wir nicht nur Neugierde und Spaß an Technik, sondern zeigen auch, dass Arbeitskräfte in der Elektro- und Elektronikindustrie zur Sicherstellung kritischer Infrastruktur beitragen und maßgeblich an der Umsetzung wichtiger Innovationen beteiligt sind“, sagt FEEI-Geschäftsführerin Marion Mitsch.

FEEI: Jetzt braucht es konsequente Umsetzungsstärke
Der FEEI sieht in der Industriestrategie ein wichtiges Signal für eine Stärkung des Industriestandorts. Jetzt braucht es jedoch entschlossenes und koordiniertes Handeln. Zentral sind ein schneller Start der Schlüsseltechnologieprogramme, ein verlässlicher Industriestrompreis, mehr Effizienz bei Genehmigungen, eine konsequente Orientierung an europäischer Wertschöpfung sowie eine Priorisierung von Maßnahmen, die direkt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Nur so können Wachstum, Innovation, Versorgungssicherheit und Beschäftigung langfristig gesichert werden.

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