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Industriestrategie 2035: Erneuerbare Energie als tragende Säule

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Heute Vormittag hat die Bundesregierung im Rahmen einer Pressekonferenz die neue „Industriestrategie Österreich 2035“ vorgestellt. Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) begrüßt grundsätzlich das Ziel, den Industriestandort Österreich abzusichern und weiterzuentwickeln. Ob die Strategie jedoch zum Erfolg wird, entscheidet sich an klaren energiepolitischen Prioritäten und ihrer konsequenten Umsetzung.

Positiv ist, dass „Energie- und Umwelttechnologien“ als eine von neun Schlüsseltechnologien definiert wurden. „Diese Einordnung ist richtig und wichtig“, betont Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des EEÖ.

Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne, Wasser und Biogenen sind weit mehr als ein Klimaschutzinstrument: Sie sind das Fundament für einen zukunftsfähigen Industriestandort, sichern langfristig leistbare Energiepreise und schaffen Wertschöpfung, Aufträge und Arbeitsplätze entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette – vom Anlagenbau über Zulieferbetriebe bis hin zu Bau- und Dienstleistungsunternehmen. Auf den Aus- und Umbau der Energieversorgung ist zu fokussieren.

„Wer heute fossile Strukturen zementiert, macht Energie dauerhaft teuer und hält Österreich in der Abhängigkeit von Auslaufmodellen fest.

Verfahrensbeschleunigung zentral für den Ausbau der Erneuerbaren

Ausdrücklich begrüßt der EEÖ das angekündigte Ziel der Bundesregierung, die Gesetze zur Verfahrensbeschleunigung – insbesondere die UVP-Novelle sowie das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) – bis Ende Februar 2026 zu finalisieren. Beide Vorhaben waren bereits in Begutachtung.

„Die gesamte Erneuerbaren-Branche wartet seit Jahren auf wirksame Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren“, so Prechtl-Grundnig. Der bisherige Begutachtungsentwurf zum EABG sei jedoch noch zu unambitioniert gewesen. „Wir erwarten einen deutlich nachgebesserten Regierungsentwurf und die Einhaltung der angekündigten Frist.“

Finanzierung Industriestrompreis

Der EEÖ stimmt darin überein, dass die Absicherung einer leistbaren Energieversorgung für die Industrie und den Standort wichtig ist.

Kritisch sieht der Dachverband, dass der angekündigte Industriestrompreis über zusätzliche Beiträge der Energiewirtschaft finanziert werden soll. „Ständige Eingriffe in den Strommarkt, entziehen Mittel, verzerren Investitionssignale und schaffen massive Planungsunsicherheit“, warnt Prechtl-Grundnig. „Weitere Belastungen gefährden Investitionen in den Aus- und Umbau unseres Energiesystems – und damit genau jene Grundlage, die Industrie und Standort dringend brauchen.“

Direktvermarktung erneuerbaren Stroms stärken

Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für die Direktvermarktung von Strom, etwa über Power Purchase Agreements (PPAs) und Direktleitungen. Diese Instrumente müssen aus Sicht des EEÖ fixer Bestandteil der Industriestrategie sein. „Langfristig günstiger Industriestrom entsteht durch den Ausbau erneuerbarer Energien und durch direkte Partnerschaften zwischen Industrie und.“

Kritik an heute erlassener Marktprämien- und Investitionszuschussverordnung

Der EEÖ übt wiederholt Kritik an den heute erlassenen Verordnungen zu Marktprämien und Investitionszuschüssen. Während die Bundesregierung eine strategische Neuausrichtung für den Industriestandort proklamiert, werden diese zentralen Verordnungen auf Basis von mangelhaften Gutachten, veralteten Rechtsgrundlagen und ohne fachlichen Dialog erlassen. Das hemmt Investitionen in erneuerbare Energien. Der Anspruch von Planungssicherheit und nachhaltiger Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wird so konterkariert.

„Energie ist die Lebensader der Industrie“, so Prechtl-Grundnig abschließend. „Der Ausbau erneuerbarer Energie ist der einzig gesicherte Weg zu dauerhaft leistbarer, sicherer und unabhängiger Energie. Eine Industriestrategie ohne klare Vision für Erneuerbare ist keine Strategie, sondern ein Rückschritt.“

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