Psychotherapieausbildung NEU: Gemeinsamer Schulterschluss für Qualität, Kontinuität und Versorgung | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Psychotherapieausbildung NEU: Gemeinsamer Schulterschluss für Qualität, Kontinuität und Versorgung

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Vertreter:innen der öffentlichen Universitäten, des Wissenschaftsministeriums, des Gesundheitsministeriums sowie der psychotherapeutischen Fachgesellschaften kamen am Freitag, 9. Jänner 2026 an der Universität Wien zu einem hochrangigen Runden Tisch zur Umsetzung der neuen Psychotherapieausbildung zusammen. Organisiert wurde das Treffen – bereits das dritte seiner Art – von der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie (ÖGP) gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP). Die ÖGP bringt die zuständigen Vertreter:innen der öffentlichen Universitäten zusammen, an denen das Masterstudium Psychotherapie eingerichtet wird und bietet eine Plattform um Inhalte des Masterstudiums Psychotherapie untereinander abzustimmen. Der ÖBVP als gesetzliche Interessensvertretung aller Psychotherapeut:innen in Österreich ist zentral bei der Entwicklung und Koordination eines qualitätsgesicherten und reibungslosen Verlaufs der neuen Psychotherapieausbildung.

Mit der neuen Psychotherapieausbildung wird ab dem 1. Oktober 2026 ein zentraler strukturpolitischer Entwicklungsschritt gesetzt: Erstmals startet an den öffentlichen Universitäten das Masterstudium Psychotherapie, welches eine wissenschaftlich fundierte und qualitätsgesicherte Grundausbildung gewährleisten soll. Die neue Ausbildungsverordnung für die postgraduale Fachausbildung tritt ebenso in Kraft.

Ausbildung NEU: Weiterentwicklung bewährter Strukturen

Im Zentrum des Runden Tisches stand die konkrete Umsetzung der neuen Ausbildungsstruktur sowie deren Bedeutung für die langfristige Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung in Österreich. Die Reform versteht sich ausdrücklich als Weiterentwicklung und systematische Bündelung bewährter Ausbildungswege: Psychotherapie wird künftig in einem klar strukturierten universitären Rahmen grundausgebildet, mit enger Anbindung an Forschung, Lehre und Praxis.

Nach dem Masterstudienabschluss erfolgt die methodenspezifische postgraduale Fachausbildung bei den seit über 30 Jahren etablierten psychotherapeutischen Fachgesellschaften. Den Abschluss bildet eine staatliche Approbationsprüfung. Damit bleibt die fachliche Vielfalt der Psychotherapie erhalten.

Beim Runden Tisch wurde deutlich, dass die erfolgreiche Implementierung nur im engen Zusammenspiel von Universitäten, Ministerien, Fachgesellschaften und Berufsvertretungen gelingen kann. Die neue Ausbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein langfristig angelegter Beitrag zur Qualitätssicherung und Patient:innensicherheit.

Langfristige Versorgungssicherung im Fokus

Vor dem Hintergrund steigender psychischer Belastungen in allen Altersgruppen kommt der Reform eine besondere gesundheitspolitische Bedeutung zu. Die neue Psychotherapieausbildung ist ein entscheidender Hebel, um langfristig gut qualifizierte Psychotherapeut:innen auszubilden und die Versorgung strukturell abzusichern.

„Die neue Psychotherapieausbildung ist keine Abkehr von Bestehenden, sondern eine Investition in die Zukunft der psychischen Gesundheitsversorgung. Psychotherapie ist seit über 30 Jahren als wirksame und unverzichtbare Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen etabliert. Wenn wir den steigenden Bedarf ernst nehmen, müssen wir jetzt klare, hochwertige und verlässliche Ausbildungsstrukturen erhalten und weiterentwickeln – alles andere wäre gesundheitspolitisch kurzsichtig,“ betont Barbara Haid, Präsidentin vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie.

Auch aus universitärer Sicht wird die Reform als konsequenten nächsten Schritt gesehen:

„Das Masterstudien Psychotherapie stärkt nicht nur Forschung und Lehre, sondern schafft auch eine exzellente Grundlage für die weiterführende klinisch-praktische Fachausbildung. Es freut mich sehr, dass der Runde Tisch, den wir über die ÖGP und den ÖBVP Anfang 2025 an der Universität Salzburg gestartet haben, in Linz und nun in Wien so erfolgreich fortgesetzt wurde. Durch diese Runden Tische ist es z.B. gelungen, österreichweit Konsens für das ÖGP-Rahmencurriculum zum Masterstudium Psychotherapie zu erzeugen, zwischen öffentlichen Universitäten, Berufsvertretungen und Ministerien“ zeigt sich Thomas Probst, Universitätsprofessor für Psychotherapie und Psychotherapieforschung an der Universität Salzburg sowie Vorstandsmitglied der ÖGP zufrieden.

Kontinuierlicher Dialog als Schlüssel zum Erfolg

Der Runde Tisch in Wien unterstreicht die Bedeutung eines kontinuierlichen, konstruktiven Dialogs aller beteiligten Akteur:innen. Die bisherigen Treffen in Salzburg, Linz und Wien haben gezeigt, dass die Umsetzung der neuen Psychotherapieausbildung durch gemeinsame Verantwortung, Transparenz und frühzeitige Abstimmung getragen werden kann.

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