Offener Brief an die Präsidentin der WKÖ: Integrationsbarometer 2025 und der Wirtschaftsstandort Österreich
An die Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
Sehr geehrte Frau Präsidentin,
angesichts der erheblichen wirtschaftlichen, gleichbehandlungsrechtlichen, unternehmerfeindlichen, investitionsfeindlichen und standortpolitischen Tragweite der aktuellen Entwicklungen wenden wir uns mit dem gebotenen Respekt vor Ihrem Amt im Namen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG Think Tank) an Sie.
Warum wenden wir uns an Sie, Frau Präsidentin?
Gegenstand unseres Anliegens ist das Integrationsbarometer 2025: eine als wissenschaftliche Meinungsforschung präsentierte Erhebung, die seit den frühen 2000er-Jahren unter wechselnden Bezeichnungen wie bis 2014 „Muslim-Studie“ oder ab 2015 „Integrationsbarometer 2025 “ von einer staatlichen Einrichtung – dem Österreichischen Integrationsfonds (heute dem Integrationsministerium unterstellt) – beauftragt, finanziert und politisch weiterverwendet wird. Diese Praxis hat in Österreich wiederholt zu kontroversen Diskussionen geführt.
Eine große Bitte an Sie, Frau Präsidentin der WKÖ
Auf der offiziellen Website der Wirtschaftskammer Österreich findet sich unter dem Titel „Standort-Check 2025: Wirtschaftsstandort Österreich fällt zurück“ folgende Einschätzung:
„Der Wirtschaftsstandort Österreich fällt im EU-Vergleich zurück. So zählte das Land 2024 bei einigen wirtschaftlichen Indikatoren sogar zu den Schlusslichtern in der EU, etwa hinsichtlich der BIP-, Export- und Produktivitätsentwicklung. Zwar soll eine allmähliche Konjunkturerholung im Jahr 2025 leichte Verbesserungen bringen, doch dämpfen strukturelle Schwächen die Aussichten. “ Quelle: https://www.wko.at/oe/news/standort-check-2025
In aller Deutlichkeit und mit gebotener Höflichkeit möchten wir festhalten: Wenn von strukturellen Schwächen die Rede ist, dürfen jene Mitglieder der WKÖ nicht außer Acht gelassen werden, die in Milliardenhöhe in Österreich investieren, zehntausende Mitarbeiter:innen beschäftigen und damit maßgeblich zum Pensionssystem sowie zum Steueraufkommen beitragen. Ihr wirtschaftlicher Beitrag zum Standort Österreich ist unbestreitbar.
Umso problematischer ist es, dass diese Unternehmen und Unternehmer:innen seit Jahren in der Integrationsbarometer-Studie einer staatlichen Stelle pauschal als „Muslime:innen“ markiert und damit stigmatisiert werden. Sie haben Anspruch darauf, vor verallgemeinernden und hetzerischen Darstellungen „Made in Austria“ geschützt zu werden – insbesondere dann, wenn solche Zuschreibungen ausschließlich aufgrund ihrer muslimischen Zugehörigkeit oder ihres muslimischen Hintergrunds erfolgen.
Den offenen Brief können Sie hier weiterlesen:
Offener Brief an die Präsidentin der WKÖ: Integrationsbarometer 2025 und der Wirtschaftsstandort Österreich
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