Generationenablöse an der Spitze des nichtkommerziellen Senders DORFTV
Nach den Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen von DORFTV im Jahr 2025 kam es zum Jahreswechsel zu einer Generationenablöse an der Spitze des Linzer Community-Senders. Mitgründerin Gabriele Kepplinger verabschiedet sich als langjährige Geschäftsführerin in den Ruhestand und übergibt die Leitung an Kathrina Becker. „In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten“, zieht Kepplinger Bilanz, „ist es gelungen, ein nicht mehr wegzudenkendes Flaggschiff des nichtkommerziellen Rundfunks in Österreich zu etablieren, das mit seinen Prinzipien von offenem Zugang, Werbefreiheit und Kompetenzvermittlung die Medienlandschaft enorm bereichert hat.“ Nun liegt es an der Nachfolgerin, die Dynamik und Innovationsfreude des oberösterreichischen Community-Senders als große Stärke weiter auszubauen und den schwierigen Herausforderungen einer ganz allgemein unsicheren Medienzukunft selbstbewusst entgegenzusehen.
Die 44-jährige Kathrina Becker zog 2007 nach Abschluss des Maschinenbaustudiums aus beruflichen Gründen nach Linz. Hier war sie unter anderem als Projektleiterin in der Textilindustrie tätig, führte neun Jahre lang ein Upcycling-Geschäft und veranstaltete dort auch Konzerte und Lesungen. Diese vielfältigen Erfahrungen prägen auch ihren Zugang zum nichtkommerziellen Rundfunk. Als Podcasterin kam sie zum Freien Radio Freistadt (FRF) und entwickelte als Redakteurin ihre Leidenschaft für den freien Rundfunk. Im Hinblick auf ihre neuen Aufgaben bei DORFTV unterstreicht Kathrina Becker dessen Bedeutung vor dem Hintergrund einer digitalen Medienentwicklung, die von Bigtech-Plattformen dominiert wird und sich von den Ansprüchen eines demokratischen und vielfältigen Gemeinwesens gefährlich entfernt.
In Anbetracht der anwachsenden Vertrauenskrise gegenüber Politik und Medien sieht Becker zugleich große Chancen für den nichtkommerziellen Sektor. „Wir können die kleinen und großen gesellschaftlichen Themen nahbar und sichtbar vermitteln“. DORFTV hat schon bisher einen viel beachteten sozialen und kulturellen Platz eingenommen, jetzt gewinnt der Sender als gesellschaftlicher Kristallisationspunkt weiter an Bedeutung, weil er Konflikte und Gegensätze diskursiv und lösungsorientiert abbildet. „Die Erfahrung zeigt deutlich auf“, erklärt die neue Geschäftsführerin, „dass sich viele Menschen nach einer Alternative zu den oftmals geräusch- und gewaltvollen Räumen der Sozialen Netzwerke sehnen“. Darin sieht sie auch ein beachtliches Potential, DORFTV für die kommenden Jahre noch mehr als zuvor zu stabilisieren. „Partizipation und Diversität haben die Überzeugungskraft, weiterhin die notwendigen Allianzen zu bilden und den Sender mit noch mehr zivilgesellschaftlichem Rückhalt dauerhaft abzusichern“, so Becker abschließend.
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