Österreich: Meinungsforschung als Machtinstrument mit politischen Deutungen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Österreich: Meinungsforschung als Machtinstrument mit politischen Deutungen

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Ein aktueller Dossier-Beitrag eines Redakteurs der Türkischen Allgemeinen aus Berlin beleuchtet in einer ausführlichen Analyse die strukturellen Risiken staatlich finanzierter Meinungsforschung in Österreich. Unter Bezugnahme auf Erfahrungen, Fehler, kulturalisierende Deutungsmuster sowie Skandale im Zusammenhang mit Meinungsumfragen und Sozialforschungsinstituten in Deutschland wird ein vergleichender analytischer Rahmen hergestellt.

Am Beispiel des „Integrationsbarometers 2025“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), das vom Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführt wurde, wird aufgezeigt, wie Umfragen durch politische und mediale Verwertung über ihre ursprüngliche Funktion hinauswirken und gesellschaftliche Deutungen mitprägen können.

Der Beitrag versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Kritik an der Methode der Meinungsforschung, sondern als forschungsethische und demokratiepolitische Einordnung ihrer politischen Anschlussfähigkeit. Thematisiert werden methodische Setzungen, institutionelle Verantwortung sowie das Fehlen unabhängiger Qualitäts- und Beschwerdemechanismen. Unter anderem wird die Frage aufgeworfen, ob es in Österreich eine mit dem „Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung“ in Deutschland vergleichbare Institution gibt, die Redlichkeit und Qualität der Markt- und Sozialforschung sichert. Eine solche verbandsübergreifende Beschwerde- und Kontrollstelle fehlt in Österreich bislang.

Der Beitrag kommt zu einer klaren Schlussfolgerung: So kann es nicht weitergehen – insbesondere nicht dort, wo Steuergelder eingesetzt werden und staatlich finanzierte Forschung politische Anschlussfähigkeit entfaltet. Voraussetzung für dauerhaftes Vertrauen in Meinungs- und Sozialforschung sind wissenschaftliche Rationalität, methodische Redlichkeit und eine institutionell abgesicherte Distanz zur parteipolitischen Verwertung.

Wo diese Distanz verloren geht, besteht die Gefahr, dass unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Meinungs- und Sozialforschung gesellschaftliche Zuschreibungen verfestigt werden. Wahrnehmungsurteile können so zu strukturellen Stigmatisierungen führen – insbesondere zulasten einzelner Bevölkerungsgruppen –, ohne dass hierfür eine hinreichende methodische oder ethische Rechtfertigung vorliegt.

Der vollständige Analyse- und Dossier-Beitrag ist hier abrufbar

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