Gemeinsam gegen Cyber-Kriminalität: Info-Offensive zum ESC-Ticketkauf
Mit dem Eurovision Song Contest 2026 in Wien steht der größte TV-Musikevent der Welt vor der Tür. Solche Großveranstaltungen ziehen nicht nur Millionen Fans an, sondern auch Betrüger. Der ORF, die EBU, das BMI, die Stadt Wien und die Internetplattform „Watchlist Internet“ wollen daher vor dem Start der ersten Ticket-Verkaufswelle am 13. Jänner sensibilisieren und auf die größten Cyber-Gefahren aufmerksam machen.
Ein wesentlicher Pfeiler für einen sicheren Ticket-Erwerb ist das bewährte mehrstufige Ticketingsystem, das Transparenz und Fairness garantiert. Bis zum 18. Dezember 2025 konnte man sich auf den offiziellen Plattformen eurovision.com und oeticket.com registrieren, erst danach ist der Kauf eines Tickets auf oeticket.com möglich. Wer sich bisher nicht registriert hat, kann auch keine Karten mehr in der ersten Verkaufswelle erwerben. Verlockende Angebote sowie Geheimkontingente in sozialen Netzwerken und auf Online-Plattformen, die oft zu überhöhten Preisen verkauft werden, sind Fake.
Die häufigsten Tricks der Betrüger
Die Erfahrungen der Cyber-Expertinnen und – Experten zeigen, dass rund um Großevents die Anzahl der Fake-Shops und gefälschten Ticketangebote zunimmt, dabei bauen Betrüger täuschend echte Kopien von Ticket-Webseiten nach. Käuferinnen und Käufer zahlen, erhalten aber nie ein Ticket – oder sie erhalten eine Fälschung, mit der sie am Eingang abgewiesen werden.
Ebenso ignorieren sollte man außerdem Mails von angeblichen Organisatorinnen und Organisatoren, die Gewinne oder Last-Minute-Tickets versprechen – es handelt sich dabei um Phishing-Mails. Ein Blick auf die E-Mail-Adresse reicht meist, um zu bemerken, dass die E-Mail Teil eines ein Betrugsversuchs ist.
Bei „Geheimtipps“ oder günstigen Social-Media-Ticket-Packages auf Facebook, Instagram etc. oder Kleinanzeigen handelt es sich fast immer um Fallen. Auch dubiose Umfragen zum Eurovision Song Contest haben zum Ziel, ihre Daten zu stehlen oder Computerviren zu verbreiten. Empfohlen wird zudem, keine Ticket-Selfies in den sozialen Medien zu posten. Der QR-Code der Tickets kann kopiert und gefälscht werden.
Eine Gefahr abseits des Ticketverkaufs ist etwa auch das sogenannte Quishing – dabei überkleben Kriminelle echte QR-Codes an Parkautomaten, E-Ladesäulen oder auf Tischen in Lokalen mit eigenen Stickern. Ein harmloser Scan einer vermeintlichen „ESC-Info“ mit dem Handy führt auf gefälschte Banking-Seiten, die sensible Daten stehlen. Was hilft ist ein Fühl-Test, um Aufkleber zu identifizieren.
Vorsicht gilt auch beim Enkeltrick 2.0: Die KI macht es möglich, dass die Betrüger Stimmen von Angehörigen klonen. Das könnte vor allem in den Show-Wochen vom 12. bis 16. Mai brisant werden, so die Cyber-Expertinnen und -Experten. Ein Anruf mit der täuschend echten Stimme eines Familienmitglieds, wie etwa „Mama, ich bin in Wien beim ESC, mein Geldbeutel ist weg, ich brauche sofort Geld!“ kann selbst vorsichtige Menschen überrumpeln. Für das sogenannte Voice-Cloning genügen bereits wenige Sekunden Audiomaterial aus Social-Media-Videos. Generell ist es auch gut, sich mit seiner Familie ein Sicherheits-Codewort für den Notfall auszumachen. Auch der Rückruf unter einer bekannten Rufnummer ist ein sinnvolles Vorgehen, rät die Polizei.
Zentrale Anlaufstellen für Hinweise und Hilfe
Sicherheit ist beim 70. Eurovision Song Contest als gemeinschaftliche Aufgabe zu verstehen. Während der ORF die technische Infrastruktur absichert, ist die Mithilfe der Bevölkerung ein entscheidender Faktor. „Sicherheit ist Teamsport“, so Martin Pils, Head of Cyber Security für den ESC 2026, „wir sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, denn wir können nicht alles sehen.“
Um Betrugsmuster frühzeitig zu erkennen und Hilfe zu bieten, wurde ein Netzwerk an Anlaufstellen aufgebaut:
Meldestelle:
— Verdächtige E-Mails oder Webseiten rund um den ESC-Ticketverkauf bitte sofort an die zentrale Adresse des ORF senden: esc-cybersecurity@orf.at
— Zur Meldung einer Straftat kann jede Polizeidienststelle kontaktiert werden oder online die Meldestelle gegen Internetkriminalität des Bundeskriminalamts unter: against-cybercrime@bmi.gv.at
Hilfe & Beratung:
Für konkrete Unterstützung und Beratung steht die Cybercrime-Helpline der Stadt Wien unter der Telefonnummer 01 4000-4006 zur Verfügung. www.wien.gv.at/kontakt/cybercrime-helpline
Information:
Aktuelle Warnungen vor Online-Fallen listet die Watchlist Internet laufend auf ihrer Plattform www.watchlist-internet.at auf.
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