VP-Wien ad Rechnungsabschluss: Notfallpatient „Wiener Gesundheitssystem“ muss reanimiert werden
„Die letzten Jahre im Wiener Gesundheitsbereich sind geprägt gewesen von großen Herausforderungen, von schweren Krisen und Problemstellungen, die auch weiter anhalten. Trotz durchaus gewisser Maßnahmen ist das Gesamtbild der Gesundheitsstadt Wien aber alles andere als rosig“, so die Gesundheitssprecherin der Wiener Volkspartei, Gemeinderätin Ingrid Korosec in der Spezialdebatte zu Soziales, Gesundheit und Sport. Seit Jahren seien die Wiener Spitäler die größten Notfallpatienten der Stadt. Zustände wie überlange Wartezeiten auf Operationen oder in Ambulanzen, fehlendes und überlastetes Personal sowie die schleppende Digitalisierung werden von der Wiener Volkspartei laufend angeprangert.
In Zusammenhang mit entsprechenden Reformen im Wiener Gesundheitsbereich habe die Wiener Volkspartei Beschlussanträge eingebracht. So sei die Ausgliederung des Wiener Gesundheitsverbundes, die zu schnellere und effizientere Entscheidungsprozesse führen würde, längst überfällig. Auch sollte jede Primärversorgungseinheit mindestens eine Pflegekraft durch die Stadt Wien zur Unterstützung erhalten. Ebenso eine Forderung sei, dass ein Vertrag für erfahrene Pflegekräfte im Wiener Gesundheitsverbund entwickelt werden sollte, welcher diesen die Möglichkeit bietet, ab dem 60. Lebensjahr keine Nachtdienste mehr zu absolvieren und im Gegenzug bei gleicher Vergütung der durchschnittlichen Nachtdienststunden ein Mentoring-Engagement für junge Pflegekräfte einzugehen. „Unsere Hand ist ausgestreckt, dass die Stadt Wien die Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitsbereich anpackt und überwindet. Nützen wir die Gelegenheit, um den Notfallpatienten „Wiener Gesundheitssystem“ zu reanimieren“, so Korosec.
Gemeinderätin Kasia Greco ging in ihrer Rede besonders auf das Thema Endometriose ein. Diese schwerwiegende Krankheit werde viel zu oft zu spät diagnostiziert. Die Krankheit könne zu starken Schmerzen und weiteren gesundheitlichen Komplikationen führen. Trotz ihrer Verbreitung werde Endometriose nicht ausreichend erforscht und die öffentliche Aufklärung ist unzureichend. „Hier braucht es raschestmöglich eine Aufklärungskampagne zu Endometriose und zusätzliche Forschungsgelder. Hier haben wir die Chance wirkungsvoll zu gestalten“, so Greco weiter, die auch einen entsprechenden Beschlussantrag einbrachte.
Gemeinderat Michael Gorlitzer ging in seinem Debattenbeitrag auf die aktuelle Diskussion rund um das Nebenbeschäftigungsverbot für Ärzte im Wiener Gesundheitsverbund ein. „Stadtrat Hacker will gerne den Macher darstellen, aber in Wirklichkeit ist er ein Polterer“, so Gorlitzer. Dieses Verbot löse keine Probleme und sei laut dem Arbeitsrechtsexperten Franz Marhold zudem rechtlich nicht zulässig. „Es braucht Anreize und Flexibilität, jedoch keine Verbote“, so Gemeinderat Gorlitzer. Weiters wurden Beschlussanträge zum Aufbau eines interdisziplinären Kompetenzzentrums und Ausbau spezialisierter Ambulanzen vor allem für Long-Covid, die Einführung eines Kinder-Adipositas-Zentrums in Wien sowie Unterstützung für junge Fachärzte im Wiener Gesundheitsverbund eingebracht.
Sportsprecherin Gemeinderätin Bernadette Arnoldner bemängelte in ihrer Rede vor allem die Rahmenbedingungen im Wiener Sport. „Oftmals ist der Zustand und die Ausstattung der Wiener Sportstätten nicht ausreichend“, so Arnoldner. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem ein Beschlussantrag zur Verbesserung der Schwimmbadinfrastruktur und -nutzung in der Stadt eingebracht.
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