SOS Mitmensch: Mahnende Worte von Alt-Bundeskanzler Vranitzky bei Zivilcourage-Preisverleihung | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

SOS Mitmensch: Mahnende Worte von Alt-Bundeskanzler Vranitzky bei Zivilcourage-Preisverleihung

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Im vollen Wappensaal des Wiener Rathauses verlieh SOS Mitmensch gestern Abend den mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Ute Bock Preis für Zivilcourage. Ausgezeichnet wurden Imam Ramazan Demir und Rabbiner Schlomo Hofmeister für ihren Einsatz an Schulen gegen Antisemitismus und Muslimenfeindlichkeit sowie der Verein „Nachbarinnen“ für die Unterstützung von isoliert lebenden Migrantinnen durch Frauen mit Fluchterfahrung. Die Preisreden hielten Bundeskanzler a. D. Franz Vranitzky und Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser. 

In ihrer Preisrede für die Friedens- und Verständnisarbeit von Imam Ramazan Demir und Rabbiner Schlomo Hofmeister betonte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser: „In ihrem Projekt 'Botschafter des sozialen Zusammenhalts' führen sie Schüler:innen an die religiöse Praxis von Judentum und Islam heran, an die Frieden stiftenden Potenziale dieser Religionen, und sensibilisieren auch für die Gewalt unterstützenden Potenziale. Dieses Projekt hat an Dringlichkeit gewonnen durch den grausamen Anschlag der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober, der eine Spirale der Gewalt in Nahen Osten ausgelöst hat.“ 

Bundeskanzler a.D. Franz Vranitzky erklärte in seinen Würdigungsworten für den Verein „Nachbarinnen“: „Die ‚Nachbarinnen‘ sind ein ganz besonders geglücktes Exemplar von konkretem Handeln. Sie betreiben aufsuchende Sozialpolitik. Sie warten nicht, bis jemand Hilfe sucht, sondern sie gehen aus eigener Initiative auf Menschen zu, die mit Problemen konfrontiert sind, und leisten einen entscheidenden Beitrag, um gemeinsam mit den Betroffenen die Probleme zu lösen. So wurde über die Jahre vielen tausend Menschen geholfen.“ 

Alt-Kanzler Vranitzky richtete darüber hinaus eine eindringliche politische Mahnung an die Menschen in Österreich: „Achtung! Wenn heute von einigen politischen Vertretern die liberale Demokratie in Frage gestellt wird, dann heißt das in Wirklichkeit, dass der Rechtsstaat in Frage gestellt wird. Und wenn der Rechtsstaat in Frage gestellt wird, dann heißt das logischerweise, dass das Recht des einzelnen Staatsbürgers nicht an erster Stelle steht. Dann ist auch die Pressefreiheit als Grundlage des Demokratieverständnisses in Gefahr. Ebenso etwa die Freiheit von Frauen, einen sicheren Schwangerschaftsabbruch durchführen zu können. Wir brauchen jetzt Zivilcourage, weil wir sonst unsere Lebensbedingungen verschlechtern.“ 

Eine Fotonachlese der Preisverleihung finden Sie hier: https://www.sosmitmensch.at/ute-bock-preisverleihung-2024

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