Ein Jahr nach dem Erdbeben in der Türkei und in Syrien: Hilfe ist noch lange nötig!
Auch ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben ist in den betroffenen Gebieten in der Türkei und in Syrien für die Menschen nach wie vor kein Alltag eingekehrt. Der Wiederaufbau ist im Gange, wird allerdings Jahre dauern. Sehr viele Menschen sind noch immer in Notunterkünften, wie Containern oder Zelten, untergebracht. Zerstörte Wasser- und Abwasserleitungen sind vielerorts noch nicht wiederhergestellt.
Das Erdbeben hat die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört, sie haben keine Arbeit mehr und können sich nicht selbst versorgen. Es fehlt an sauberem Wasser, Lebensmitteln, Hygieneartikeln und im Winter vor allem auch an warmer Kleidung und Heizmöglichkeiten. Die Notunterkünfte sind nicht auf Langzeit-Nutzung ausgelegt und bieten keinen ausreichenden Schutz vor Überschwemmungen, Kälte und Nässe. Zusätzlich fehlt es an Infrastruktur, wie Sanitäranlagen und ausreichender medizinischer Versorgung.
Besonders herausfordernd ist die Situation in den betroffenen Gebieten in Syrien: Bereits vor dem Erdbeben benötigten mehr als 4 Millionen Menschen um Aleppo, Latakia und Hama humanitäre Unterstützung.
Andreas Knapp, Auslandshilfe Generalsekretär der Caritas Österreich und Vorstandsvorsitzender von NACHBAR IN NOT, kennt die betroffene Region gut und konnte sich nach dem Erdbeben einen Eindruck der Situation vor Ort machen: „Für die Menschen in Syrien ist die Situation besonders dramatisch, die meisten Betroffenen sind Vertriebene des Bürgerkrieges und haben so innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal alles verloren. Bei unserem Einsatz in Syrien geht es auch darum traumatisierte Menschen psychosozial zu unterstützen und Ihnen Hoffnung für eine bessere Zukunft zu geben.
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Der Hilfseinsatz von NACHBAR IN NOT: Lebensmittel, Hygieneprodukte, Wasserversorgung, Unterkünfte, Wiederaufbauhilfe, Schulunterricht, psychosoziale Unterstützung
ORF und NACHBAR IN NOT haben schnell reagiert und am Tag nach dem Erdbeben die gemeinsame Hilfsaktion „NACHBAR IN NOT – Erdbebenopfer Türkei und Syrien“ gestartet. Die Hilfsbereitschaft in Österreich war groß: Innerhalb kurzer Zeit wurden für die Erdbebenopfer in der Türkei und in Syrien 11,4 Millionen Euro gespendet.
Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuz und Vorstand von NACHBAR IN NOT dankt allen Spender*innen für die Unterstützung: „In Zeiten multipler Krisen und finanzieller Herausforderungen für viele Menschen ist es ein besonderes Zeichen der Menschlichkeit und Anteilnahme, dass so viele in Österreich für die Erdbebenopfer gespendet haben. Dafür bedanken wir uns herzlich. Ohne diese Unterstützung wäre unsere Arbeit, mit der wir tausenden Betroffenen helfen konnten, nicht möglich.
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Der internationale Hilfseinsatz von Caritas, Rotem Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, CARE, Diakonie, Hilfswerk International, Malteser Hospitaldienst und Volkshilfe im Rahmen von NACHBAR IN NOT lief unmittelbar an. Bis zum heutigen Tag wurden in den betroffenen Regionen 16 Hilfsprojekte gestartet, davon 12 in Syrien und 4 in der Türkei. Viele der Projekte laufen auch 2024 weiter, da der Bedarf an Hilfe nach wie vor sehr groß ist.
Die Hilfe vor Ort erfolgt in Form von Wasser, Lebensmitteln, Hygieneprodukten, Decken, Lampen, medizinischen Hilfsgütern und Unterkünften. Durch die Inflation (das syrische Pfund hat im vergangenen Jahr 53% seines Werts verloren) können sich viele Menschen nicht mehr selbst versorgen und werden mit Bargeld unterstützt. Das ermöglicht ihnen Selbstbestimmung, gleichzeitig werden Transportkosten gespart und die lokale Wirtschaft belebt.NACHBAR IN NOT unterstützt unter anderem in Aleppo beim Wiederaufbau von Wassersystemen, bei der Wasseraufbereitung und stellt mobile Sanitäranlagen zur Verfügung. Die Menschen vor Ort werden in Hygienemaßnahmen geschult und über Risiken, wie den Ausbruch von Cholera, aufgeklärt.
Personen, deren Unternehmen durch das Erdbeben zerstört wurden, erhalten durch Reparaturarbeiten, Trainings oder finanzielle Zuschüsse Unterstützung beim Wiederaufbau und können dadurch in Zukunft auch wieder ein Einkommen erwirtschaften. Da eine Vielzahl an Schulen zerstört wurden und Kinder längere Zeit nicht am Unterricht teilnehmen konnten, erhalten sie Nachhilfe und werden zusätzlich psychosozial unterstützt.
Ein Jahr nach dem Erdbeben in der Türkei und in Syrien ist die Situation für die Menschen vor Ort nach wie vor sehr angespannt. Viele der im Rahmen von NACHBAR IN NOT gestarteten Hilfsprojekte laufen auch 2024 weiter und können mit Spenden unterstützt werden.
ORF-Generaldirektor Mag. Roland Weißmann: „Der ORF und die Hilfsorganisationen von NACHBAR IN NOT haben vor einem Jahr rasch reagiert, als die Menschen in Syrien und der Türkei schnelle Hilfe benötigt haben. Auch heute ist diese Hilfe vor Ort noch dringend notwendig, weshalb der ORF selbstverständlich weiterhin die Hilfsaktion von NACHBAR IN NOT in all seinen Medien und Landesstudios unterstützt. Mein Dank gilt neben den Hilfsorganisationen vor allem den Menschen in Österreich, die sich mit ihrer nicht abreißenden Spendenbereitschaft für die Bevölkerung in den betroffenen Regionen einsetzen.
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Der ORF hat die Hilfsaktion mit Spendenaufrufen in Fernsehen, Radio und online sowie Berichterstattung in allen Medien und Landesstudios seit Beginn an unterstützt und begleitet den Jahrestag mit aktueller Berichterstattung.
Pius Strobl, Hauptabteilungsleiter Corporate Social Responsibility und damit ORF-Leiter NACHBAR IN NOT: „Um den Menschen beim Wiederaufbau zu helfen, sind die Spenden an NACHBAR IN NOT für die vor Ort arbeitenden Hilfsorganisationen eine wichtige Grundlage. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Menschen in Österreich gespendet und damit auch ein Zeichen gesetzt haben, dass ihnen das Leid der Menschen nicht egal ist.
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Spendenmöglichkeiten:
NACHBAR IN NOT – Erdbebenopfer Türkei und Syrien
IBAN: AT75 2011 1400 4004 4001
BIC: GIBAATWWXXX
Online spenden: http://nachbarinnot.ORF.at
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