BMKÖS: Österreichische Kinopreise 2023 für sechs heimische Kinos
Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) vergibt heuer zum zweiten Mal die Österreichischen Kinopreise als Würdigung und zur verstärkten Sichtbarmachung der vielfältigen Kinokultur in Österreich. Den Hauptpreis für herausragende Programmarbeit, dotiert mit 12.000 Euro, erhält in diesem Jahr das Wiener Stadtkino im Künstlerhaus. Die beiden Förderpreise für innovativen und ökologisch nachhaltigen Kinobetrieb, dotiert mit je 6.500 Euro, erhalten das Schubertkino in Graz und das Kino Freistadt. Die Einsaalkinos Breitenseer Lichtspiele, Filmkulturclub Dornbirn und Lichtspiele Gföhl werden mit Anerkennungspreisen für besonders engagierte Zielgruppenarbeit ausgezeichnet, jeweils dotiert mit 3.500 Euro.
Die Auswahl der Preisträgerkinos erfolgte durch eine unabhängige Expertinnenjury, bestehend aus Verena Altenberger (Schauspielerin, Ko-Präsidentin Akademie des öst. Films), Brigitte Bidovec (Nachhaltigkeitsexpertin, Diagonale) und Julia Schafferhofer (Journalistin, Filmkritikerin, Kleine Zeitung).
Zur Preisverleihung lädt das BMKÖS am 1. Dezember 2023 ins Salzburger Filmkulturzentrum „Das Kino“, Hauptpreisträger des Kinopreises im Jahr 2021.
„Kinos sind Orte des gemeinschaftlichen Erlebens, soziale Begegnungszonen und Umschlagplätze von Emotionen. Und sie prägen die kulturelle urbane oder dörfliche Vielfalt. Der Kinopreis des Bundes holt diejenigen vor den Vorhang, die mit Herzblut und Leidenschaft Kinos zu diesen ganz speziellen Orten machen, wo man mit Spannung in die Dunkelheit eintaucht, entschleunigt und sich dem Erleben hingibt. Allen Kinobetreiberinnen und -betreibern, die den Film mit ihrem Engagement in seiner ganzen Bandbreite präsent und unübersehbar machen, gilt mein großer Dank. Allen Gewinnerinnen und Gewinnern herzlichen Glückwünsch zur Auszeichnung, die sie mehr als verdient haben. Ich freue mich sehr, ihre herausragenden Leistungen mit dem Kinopreis 2023 zu würdigen“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.
Die Preisträger:innen der Österreichischen Kinopreise 2023 im Detail:
Hauptpreis für herausragende Programmarbeit: Stadtkino im Künstlerhaus (Wien)
Aus der Jurybegründung:
Im generalsanierten Stadtkino im Künstlerhaus mit seinem Foyer als Wohlfühlort in der Wiener Innenstadt sowie im neu übernommenen Grätzlkino Admiral in Wien-Neubau wird oftmals Filmen und Themen ein Raum gegeben, die andernorts keine oder kaum Leinwandpräsenz erhalten. Das Stadtkino selbst versteht sich als Ort der Entdeckung und Auseinandersetzung mit dem Medium Film – und zwar generationenübergreifend, weltoffen, gegenwärtig und in der Stadt verankert.
Förderpreis für ökologisch nachhaltigen Kinobetrieb: Schubertkino Graz (Steiermark)
Aus der Jurybegründung:
Im Grazer Innenstadtkino wird Nachhaltigkeit vom Großen bis ins kleinste Detail schon seit Ewigkeiten hochgehalten, gefördert und umgesetzt. Und zwar freiwillig und bewusst. Seit 2011 wurde der Filmnahversorger jährlich mit dem Europäischen Umweltzeichen EMAS ausgezeichnet – eine Pionierleistung. Seit dem Frühjahr 2023 ist das Schubertkino im 100. Jahr seines Bestehens als erstes Kino Österreichs zusätzlich auch Träger des Österreichischen Umweltzeichens. Diese Zertifizierungen haben Vorbildwirkung für die gesamte Kulturbranche.
Förderpreis für innovativen Kinobetrieb: Kino Freistadt (OÖ)
Aus der Jurybegründung:
Hier haben der gelebte Vernetzungsgedanke, die Offenheit für Synergien und eine gemeinsame kinokulturelle Infrastruktur eine Heimat gefunden, um den Nachwuchs kümmert man sich mit einem Baby- und Kinderkino, eine Klassik-Schiene hat ebenso einen Fixplatz wie Filmkränzchen, ein Wander- und Open-Air-Kino und Arthouse-Spezialprogramme. Die Reihe „Sie wünschen – wir spielen“ ermöglicht Screenings von verpassten Filmen. Der von Wolfgang Steininger und Team initiierte Förderverein für die oberösterreichischen Landkinos ist ein Motor und Impulsgeber für die Kinolandschaft und die gesamten Programmkinos in Oberösterreich und darüber hinaus.
Die drei Anerkennungspreise für Einsaalkinos mit engagierter Zielgruppenarbeit gehen an:
Breitenseer Lichtspiele (WIEN)
Aus der Jurybegründung:
Das 2021 revitalisierte und mit viel Herzblut geführte Kino mit seinen Holzbänken und einer Leinwand mit drei spielbaren Formaten ist ein beliebter und belebter Ort, an dem die Vermittlungsarbeit von Expertise und Experimentierfreude geprägt ist. Das charmante Grätzlkino beeindruckt mit kuratierten Filmprogrammen, Stummfilmen mit Live-Konzerten, Kooperationen mit der „Langen Nacht der Museen“, live vertontem Kinderkino und Kult-Kino mit prominenten Gästen.
FKC Dornbirn/Cinema Dornbirn (VBG)
Aus der Jurybegründung:
Seit mehr als 40 Jahren versorgt der Filmkulturclub Dornbirn Cineast:innen in Westösterreich mit anspruchsvollen Arthouse-Filmen, Publikumsgesprächen mit Filmschaffenden, politisch engagiertem Kino und einer monatlichen Programmzeitschrift für Vereinsmitglieder und kooperiert mit Kulturinstitutionen wie dem Jüdischen Museum Hohenems und öffentlichen Organisationen.
Lichtspiele Gföhl (NÖ)
Aus der Jurybegründung:
Vor exakt 100 Jahren als erstes Kino im Waldviertel geründet, musste der Betrieb 2009 eingestellt werden. 2016 gründeten engagierte Bürger:innen einen Verein und sperrten die Lichtspiele Gföhl wieder auf. Wer einmal eine Vorführung erlebt hat, erfährt, dass die ganze Gemeinde das Kino betreibt und die Film- und Genusskultur vor Ort fördert; inklusive regionalen Produkten. Das Publikum teilt die Kinoliebe und ist bei der Auswahl der Filme miteingebunden. Blockbuster sind keine zu sehen. Stattdessen: alte Filme mit alten Projektoren, Stummfilme mit Livebegleitung durch regionale Musiker:innen und Schulprojekten und Premieren-Veranstaltungen.
Fotos zum Download unter: https://www.flickr.com/photos/bmkoes/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport