Der Wohnzufriedenheitsindex der AK Oberösterreich zeigt: Es braucht dringend Maßnahmen gegen erdrückende Kreditkosten | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Der Wohnzufriedenheitsindex der AK Oberösterreich zeigt: Es braucht dringend Maßnahmen gegen erdrückende Kreditkosten

0 179

Wohneigentum hat in Oberösterreich einen hohen Stellenwert. Jedoch leiden Besitzer:innen von Eigenheimen massiv unter den steigenden Belastungen durch die rasante Entwicklung der Kreditkosten. So haben bei gut vier von zehn Kreditnehmer:innen die Belastungen des Haushaltbudgets durch die Rückzahlung von Kreditraten stark zugenommen. Das zeigt die aktuelle Auswertung des AK Wohnzufriedenheitsindex. AK-Präsident Andreas Stangl fordert deshalb Maßnahmen, um Kreditnehmer:innen zu entlasten, die durch die Rückzahlung von variabel verzinsten Wohnkrediten in finanzielle Bedrängnis kommen. 

Der AK Wohnzufriedenheitsindex trifft wichtige Aussagen über Bedürfnisse, politische und gesellschaftliche Erwartungshaltungen sowie Ängste und Sorgen der Menschen zum Thema Wohnen. Er hat eine Spannweite von 0 (maximal negativ) bis 100 (maximal positiv). Die aktuelle Erhebung fand im September 2023 statt. Der Gesamtindexwert liegt unverändert bei 69 Punkten. Zwar zeigt sich: Wer im Eigentum lebt, ist zufriedener mit den Wohnkosten. Jedoch sind jene, die einen Wohnkredit zurückzahlen unzufriedener als jene, die keinen Kredit zurückzahlen. 

Wohn- und Kreditkosten werden mehr und mehr zur Belastung für Eigentümer
Im Vergleich zu den vorangegangenen Erhebungen des Wohnzufriedenheitsindex sind die Belastungen durch Wohn- und Kreditkosten gestiegen. Zahlten Eigentümer:innen von Haus oder Wohnung im zweiten Quartal 2023 monatlich noch durchschnittlich 720 Euro, so liegt der Betrag, den sie aktuell für Wohnkredite und Kosten für Müllabfuhr, Kanal und auch Grundsteuern (sogenannten Hausbetriebskosten) aufwenden müssen bei durchschnittlich 760 Euro. Das führt zu Belastungssituationen: Während im ersten Quartal 2023 noch 27 Prozent der Kreditnehmer:innen angaben, die finanzielle Belastung ihres Haushaltes durch die Rückzahlung von Kreditraten habe in den letzten zwölf Monaten stark zugenommen, stimmen aktuell bereits 39 Prozent – und somit mehr als ein Drittel – der Kreditnehmer:innen dieser Aussage zu. Aktuell zahlen etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) der im Eigentum lebenden Beschäftigten einen Kredit zurück. Davon bedienen etwa vier von zehn der Befragten (43 Prozent) variabel verzinste Kredite und fünf von zehn (50 Prozent) der Befragten Kredite mit fixen Zinsen. Sieben Prozent der Befragten machten dazu keine Angaben.  

AK fordert Hilfe für Menschen, die durch Kredite in finanzieller Bedrängnis sind
Angesichts der steigenden Belastungen durch Kreditzinsen fordert die Arbeiterkammer Oberösterreich dringend wirksame Maßnahmen, um Kreditnehmer:innen zu entlasten: So sollen Banken verpflichtet werden, Änderungen der monatlichen Kreditraten und Kreditlaufzeiten spesenfrei abzuwickeln. Zusätzlich sollen Banken Kreditnehmer:innen in Zahlungsschwierigkeiten einen kostenlosen Wechsel auf einen fix verzinsten Kredit anbieten. Die aktuelle Erhebung des Wohnzufriedenheitsindex zeigt, dass jeweils acht von zehn der unselbständig Beschäftigten beide Forderungen als „eher wichtig“ bis „sehr wichtig“ einschätzen. Schließlich fordert die Arbeiterkammer Oberösterreich ein gesetzliches Stundungsrecht für Kreditnehmer:innen mit variabel verzinsten Wohnbaukrediten. 

800 Euro Wohnbonus für alle Arbeitnehmer:innen gefordert
Zusätzlich zu den Banken muss auch die Bundesregierung aktiv werden: Ein Wohnbonus in der Höhe von 800 Euro in Form einer jährlichen, negativsteuerfähigen Steuergutschrift für alle Arbeitnehmer:innen soll die steigenden Wohnkosten für Mieter:innen wie auch Eigenheimbesitzenden zu einem Teil abgelten. Davon können alle Arbeitnehmer:innen profitieren. 

Eigentum erhalten durch Hilfe für Kreditrückzahler
Wohneigentum hat in Oberösterreich allgemein einen hohen Stellenwert. Durch die hohen Kreditkosten, besonders bei variabel verzinsten Krediten, droht der Traum vom Eigenheim jedoch für mehr und mehr Menschen zu platzen. Mit dem Rückhalt einer beeindruckenden Mehrheit der AK-Mitglieder fordert die Arbeiterkammer somit Maßnahmen für jene, die unter der aktuellen Zinspolitik leiden. Ein kostenloser Wechsel auf fix verzinsten Kredit und ein gesetzlich verankertes Recht auf Stundung bei variabel verzinsten Wohnbaukrediten sind nur zwei der Stellschrauben, an denen Banken und Gesetzgeber drehen können, um die akute Belastung der Kreditnehmer:innen zu verringern. „Es braucht ein Bündel an Maßnahmen um Wohnen als Grundrecht zu sichern. Dazu gehören eine echte Mietpreisbremse, Hilfen für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer sowie einen 800 Euro Wohnbonus für alle Arbeitnehmer:innen“, fasst AK-Präsident Andreas Stangl die Forderungen zusammen.  

Die ausführliche Presseunterlage finden Sie zum Download hier.

Ein Foto mit AK-Präsident Andreas Stangl sowie Dr. Reinhard Raml, Geschäftsführer des IFES, finden Sie zum Download hier.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Arbeiterkammer Oberösterreich

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.