Disoski/Grüne: Ermittlungen gegen Lindemann sind logische Konsequenz nach eidesstattlichen Aussagen mehrerer Frauen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Disoski/Grüne: Ermittlungen gegen Lindemann sind logische Konsequenz nach eidesstattlichen Aussagen mehrerer Frauen

0 244

Wie heute bekannt wurde, hat die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann aufgenommen. „Die vor kurzem bekannt gewordenen Vorwürfe von sexualisierter Gewalt durch Till Lindemann wiegen schwer. Mehrere Frauen haben teils eidesstattlich ausgesagt, ohne ihr Wissen unter Drogeneinfluss gesetzt worden zu sein und mutmaßliche Vergewaltigungen durch Till Lindemann geschildert. Es ist wichtig, dass die deutsche Justiz diese Aussagen ernst nimmt und nun Ermittlungen wegen des Verdachts nach Paragraf 177 des deutschen Strafgesetzbuches einleitet“, sagt Meri Disoski, stellvertretende Klubobfrau und Frauensprecherin der Grünen. Der entsprechende Paragraf bezieht sich auf sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. 

„In den vergangenen Tagen sind aus der #MeToo-Debatte bestens bekannte Mechanismen gegen die aussagenden Frauen losgetreten worden. Rammstein selbst hat versucht, die Frauen mit Klagsandrohungen einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Der männlich dominierte Musikjournalismus und das männlich dominierte Feuilleton haben in bester männerbündischer Manier versucht, die Glaubwürdigkeit von Frauen zu untergraben, klassische Täter-Opfer-Umkehr betrieben und romantisierend von ‚Groupietum’ statt von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt gesprochen. Umso wichtiger ist es, dass die Berliner Staatsanwaltschaft den schwerwiegenden Vorwürfen der Frauen nun nachgeht“, unterstreicht Disoski. 

Einmal mehr erneuert Disoski ihre Unterstützung für eine Petition von aufstehn.at, die unter dem Titel „Rammstein in Wien: #keineBühne für mutmaßliche Täter!“ eine Absage der für Juli in Wien geplanten Konzerte fordert und mittlerweile von 9.548 Personen unterstützt wird. „Als eine von mittlerweile fast 10.000 Personen ist auch für mich klar: Solange die Vorwürfe gegen Till Lindemann nicht restlos geklärt sind, darf einem mutmaßlichen Täter keine Bühne geboten werden“, so Disoski. 

Anschließend bedankt sich Disoski bei allen Frauen, die „in den vergangenen Wochen mutig gegen einen bekannten Sänger aufgestanden sind und ausgesagt haben. Denn es erfordert Mut, Machtmissbrauch von Männern öffentlich zu thematisieren und sich angesichts existierender Machtgefälle nicht einschüchtern zu lassen. Es erfordert Mut, über sexualisierte Gewalt zu sprechen. Und für diesen Mut möchte ich mich bedanken.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Grüner Klub im Parlament

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.