Widrige Arbeitsbedingungen treiben Lehrpersonen aus den Schulen
„Die Schule funktioniert, wenn die Arbeitsbedingungen den Lehrkräften einen KLASSE JOB ermöglichen“, hält Thomas Bulant, Bundesvorsitzender von FSG und SLÖ, für seine Kolleginnen und Kollegen fest. „Vor genau 20 Jahren haben ÖVP und FPÖ den Beamten ihre Pension gestrichen, ohne im Gegenzug eine Abfertigungskasse zu schaffen, und das Pensionsantrittsalter auf 65 Jahre erhöht, ohne weitere Biennalsprünge im Gehaltsschema einzuziehen.“ Auf den Einsatz von multiprofessionellen Teams für die Schulsozialarbeit, die Schulpsychologie und die medizinische Pflege chronisch kranker Kinder sowie die Therapie traumatisierter Flüchtlinge warten die Schulen seit Jahren vergeblich. Während der Mangel an Ressourcen einst mühsam erarbeitete pädagogische schulautonome Konzepte verunmöglicht, überhäufen das Ministerium und seine Bildungsdirektionen die Schulen mit Bürokratie und neuen Aufgaben. Demzufolge sinkt gerade bei jenen rund 20.000 Lehrpersonen, die bis 2030 in den Ruhestand übertreten können, die Lust, bis zum 65. Lebensjahr im Schuldienst zu verbleiben. „Ob diese Gruppe mit 65 oder bereits mit 62 ihre Pension antritt, wird über die Funktionsfähigkeit unseres Schulsystems entscheiden“, warnt Bulant. Daher fordern FSG und SLÖ auch am Aktionstag, dem 15. Juni, Maßnahmen von der Bundesregierung, die den Arbeitsalltag an Schulen wieder attraktiver machen:
- Gehaltsanreize für den Verbleib bis zum Regelpensionsalter
- Unterstützungsmaßnahmen im Schulalltag und
- eine Übernahme der Sozial- und Therapiearbeit durch dafür ausgebildete Kräfte.
„Die derzeitige Fülle an Aufgaben für Lehrpersonen, großteils in ausbildungsfremden Bereichen, zehrt an deren Kräften und hat mit einem Klasse Job nichts zu tun“, kritisiert Bulant.
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