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ÖGJ und SDW: Alkohol nicht als Ausweg bei psychischer Belastung missbrauchen

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Anlässlich des derzeit stattfindenden „Dialogwoche Alkohol“ warnen die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) und die Sucht- und Drogenkoordination Wien (SDW) vor einem übermäßigen Alkoholkonsum und mahnen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Substanz ein – im Allgemeinen, ganz besonders aber von jungen Menschen.

Die Pandemie, Teuerung, diverse andere Krisen und damit zusammenhänge psychische Belastungen haben dazu geführt, dass sich die Konsumgewohnheiten bei Alkohol bei manchen Personengruppen verschärft haben. Häufigkeit des Trinkens, als auch die Mengen sind bei einigen Menschen heute höher als vor der Pandemie. Doch das Ausmaß der Steigerung gilt nicht für alle Gruppen gleichermaßen. „Am Beispiel Wien zeigt sich, dass unter jungen Menschen und Frauen der Anteil, der täglich oder fast täglich zur Flasche greifen, deutlich stärker gestiegen ist, als bei anderen Bevölkerungsgruppen. Diese Personen gehören auch zu jenen Gruppen, die bei Befragungen am häufigsten angeben, dass sich ihre psychische Gesundheit in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. Der Zusammenhang ist also evident“, sagt der Koordinator für Psychiatrie-, Sucht und Drogenfragen der Stadt Wien, Ewald Lochner.

Aktuelle Zahlen aus Wien zeigen, dass junge Männer die einzige Gruppe sind, bei denen der Alkoholkonsum nach dem Ende der Lockdownphase nicht zumindest wieder leicht zurückgegangen, sondern weiter angestiegen ist. Insbesondere unter jungen Menschen zeigen sich allerdings auch kaum mehr Geschlechterdifferenzen. Junge Mädchen konsumieren mittlerweile fast genauso viel wie junge Burschen. „Alkohol ist keine gute Therapie, um psychische Belastungen, die in den vergangenen Jahren ohne Zweifel für viele Menschen gestiegen sind, zu bekämpfen. Viel wichtiger ist es, sich tatsächlich professionelle Hilfe zu holen, wenn man selbst oder das Umfeld die Notwendigkeit erkennt. Gerade am Arbeitsplatz, wo Alkohol immer noch tabuisiert wird oder bewusst weggeschaut wird, braucht es offene Augen und Unterstützung. Mögliche Anzeichen können das kurzfristige und häufige Fehlen in der Arbeit sein, das Leugnen oder Herunterspielen des Trinkens, das heimliche Trinken und Unkonzentriertheit und Zittern, Schwitzen oder andere Entzugserscheinungen“, betont Lochner. 

„Immer noch sind eine Vielzahl an Mythen bezüglich des Alkoholkonsums anzutreffen. Egal ob es darum geht, dass Alkohol bei Schlafproblemen helfe, durch Bewegung herausgeschwitzt werden kann oder ein Achterl Wein gesund sei. All diese Mythen sind falsch. Der einzige Mythos, der sich bewahrheitet, ist, dass Alkohol dumm macht. Denn Alkohol ist ein Zellgift und langanhaltender starker Konsum führt zu Veränderungen im Gehirn. Und je früher der Alkoholkonsum beginnt, desto höher die langfristigen Schäden. Macht man sich Gedanken über den eigenen Konsum oder wurde darauf schon einmal angesprochen, lohnt es sich eine Beratungsstelle aufzusuchen oder den anonymen und kostenlosen digitalen alkcoach, ein online Konsumreduktionsprogramm, zu nutzen“, erläutert Lisa Brunner, Leiterin des Instituts für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien. 

„Es ist wichtig, dass junge Menschen wissen, sie sind nicht allein. Denn sie können sich Beratung und Angebote bei der Gewerkschaft holen. Durch die vielen Krisen ist auch der Druck am Arbeitsmarkt gestiegen. Wir müssen die Bedürfnisse und die Gesundheit von Lehrlingen und Berufseinsteiger*innen sehr ernst nehmen, denn sie gestalten den Arbeitsmarkt über Jahrzehnte hinweg", sagt Richard Tiefenbacher, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).

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