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ÖGB und AK: Aus- und Weiterbildungsoffensive in den Kindergärten überfällig!

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Den Kindergärten gehen zunehmend die Fachkräfte aus. Dabei werden Kindergärten als elementare Bildungseinrichtungen mehr denn je gebraucht, damit berufstätige Eltern ohne Sorge um ihre Kinder ihrem Job nachgehen können und Kinder eine gute Basis für ihre weitere Entwicklung und Bildungslaufbahn bekommen. ÖGB und AK fordern seit Jahren bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in der Elementarbildung, damit Pädagog:innen und Assistent:innen wieder gerne und gesund in diesem Feld arbeiten können. Fehlen die Fachkräfte, kann weder der Ausbau der Kinderbetreuung noch die Umsetzung von besseren Rahmenbedingungen gelingen. AK und ÖGB legen nun in einem weiteren Schritt Vorschläge für eine österreichweit einheitliche Aus- und Weiterbildungsoffensive vor – um in Zukunft auf ausreichend Fachkräfte zählen zu können.

Korinna Schumann, Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin des ÖGB, kritisiert: „Kindergärten sind in einem Fleckerlteppich aus Zuständigkeiten gefangen. Das führt dazu, dass die Politik sich immer auf jemand anderen ausredet, statt dringend notwendige Weichen zu stellen. Und wenn Schritte gesetzt werden, so sind sie nicht einheitlich und nicht aufeinander abgestimmt. Das geht auf Kosten der Kinder, Familien und Beschäftigten. Diese ewige Leier kennen wir von den 15a-Vereinbarungen, wir wollen sie beim fehlenden österreichweiten Qualitätsrahmen nicht mehr hören. Wir machen jetzt einen Vorschlag, den der Bildungsminister allein in Bundeskompetenz umsetzen kann, damit Verbesserungen mit schneller Wirkung passieren können.“

Damit die Arbeit in der Elementarbildung attraktiv ist und Fachkräfte laufend weiterqualifiziert werden, fordern ÖGB und AK den Bildungsminister auf, seiner Verantwortung in der Aus- und Weiterbildung nachzukommen und österreichweit ein stringentes und realitätsnahes Aus- und Weiterbildungssystem zu schaffen. Es ist zentral, dass durch systematische Weiterqualifizierung und Deutsch-Sprachförderung Assistent:innen berufsbegleitend die Chance zur Weiterqualifizierung zur Pädagog:in erhalten.

„In der Elementarpädagogik brennt der Hut. Wir brauchen dringend mehr Menschen, die in den Beruf einsteigen, um unseren Kindern die bestmögliche Bildung zu bieten. Nur durch neue Ausbildungswege wird es uns gelingen, den hohen Fachkräftebedarf in der Elementarpädagogik zu decken”, so Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. „Wir müssen das Bildungssystem so gestalten, dass es allen Kindern gleiche Chancen gibt, dass es dem Personal gute Arbeitsbedingungen bietet und dass es den Eltern die Gewissheit gibt, dass ihre Kinder optimal gefördert werden.“ 

MEHR DURCHLÄSSIGKEIT

Damit Kindergärten ein attraktiver Arbeitsort sind, müssen sich die Rahmenbedin­gungen verbessern. Beispielsweise muss das Verhältnis Fachkraft – Kinder verbessert werden. Doch um dafür zukünftig ausreichend Fachpersonal für die Kindergärten zur Verfügung zu haben, brauchen wir berufsbegleitende Weiterqualifizierung und attraktive Ausbildungsangebote. Egal in welcher Rolle jemand mit einer Arbeit in der Elementarbildung beginnt: Ob als Zivildiener, als Assistent:in oder in der Administration. Viele gewinnen Freude an der Arbeit mit den Kindern. Hier muss angesetzt werden und Weiterqualifizierungsangebote greifen. „Der Bildungsminister sollte seiner Verantwortung nachkommen und realitätsnahe Weiterbildungskonzepte umsetzen und finanzieren“, so Korinna Schumann.

Assistent:innen werden von der Bildungspolitik vollkommen vergessen. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Ausbildung, die Voraussetzungen, die Bezahlung und die Tätigkeit. Gleichzeitig sind es vieler Orts aber gerade die Assistent:innen, die dafür sorgen, dass die Kindergärten überhaupt noch geöffnet sind.

„Assistent:innen sind eine wichtige Säule in den Kindergärten, ohne sie wäre die Elementarbildung aufgeschmissen. Ihre Tätigkeit muss endlich formal anerkannt und österreichweit als wichtiger Teil der Elementarbildung reguliert werden”, fordert Korinna Schumann „Den Kolleg:innen, die oft jahrelang wertvolle Arbeit als Assistent:innen leisten, sollen berufsbegleitende Möglichkeiten zur Höherqualifizierung und – wenn notwendig -Deutschweiterförderungskurse angeboten werden, damit sie sich weiterentwickeln können und selbst qualitätsvoll gruppenführend arbeiten können“ Um auch tatsächlich mehr wertvolle Unterstützung in den Kindergruppen leisten zu können, wird auch gesondertes Reinigungspersonal zur Entlastung der Assistent:innen benötigt. Derzeit müssen diese nämlich auch die Reinigungsarbeiten erledigen.Renate Anderl: “Gerade bei den Assistent:innen zeigt sich das von der Politik erzeugte Chaos in der Elementarpädagogik. Denn nicht einmal die Berufsbezeichnung ist österreichweit einheitlich. Wir haben beispielsweise noch immer Helfer:innen im Burgenland oder Betreuer:innen in Niederösterreich und in der Steiermark. Eine einheitliche Bezeichnung wäre ein wichtiger Schritt für diese Berufsgruppe.” 

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